Biergarten beendet Durststrecke für Radler und Nachbarn

Nach jahrelanger Diskussion gibt es neuerdings ein gastronomisches Angebot auf der Paradiesbrücke. Noch befindet sich das Ganze allerdings in einer Testphase.

Zwickau.

Auch, wenn es nur eine kleine Hütte ist: Der Mulderadweg ist in Zwickau um eine Attraktion reicher. Die Paradiesbrücke mausert sich zu einem immer beliebteren Treffpunkt, seit dort ein kleiner Imbiss eröffnet hat.

Schon seit Ostern versorgt Mario Schuldes Spaziergänger und Radler mit Getränken und einem kleinen Imbiss auf der Fußgängerbrücke. Allerdings hat es eine Weile gedauert, ehe sich das neue Angebot herumgesprochen hat. Und auch jetzt sieht der Betreiber noch Luft nach oben. "Die Resonanz ist gut, aber gerade unter der Woche ist sie noch ausbaufähig, besonders in den Abendstunden", sagt der 34-Jährige. Schuldes ist selbstständiger Dienstleister in der Gastronomie und hat den Imbissbetrieb auf der Brücke für die Moccabar übernommen. Denn als Einzelkämpfer hätte er wohl kaum eine Chance gehabt, einen Fuß auf die Brücke zu setzen, sagt Schuldes.

Schon seit Langem wünschen sich die Zwickauer ein gastronomisches Angebot am Muldeparadies. Immer wieder gab es Anfragen, auch von den Stadträten. Eine Zeit lang war der Pulverturm als Standort im Gespräch, das sah die Verwaltung aber als zu schwierig an. Der Turm soll zwar nun auch saniert werden, aber wie man das Bauwerk später nutzen will, darüber gibt es noch keine Einigkeit.

Die Gäste sind mit der Imbiss-Lösung bislang zufrieden. An der Brücke machen Radler und Spaziergänger Rast, und auch viele Familien kommen vom nahegelegenen Spielplatz, um sich im Schatten unter den Sonnenschirmen zu erfrischen. "Auch Nachbarn kommen zu mir. Ich habe sogar schon richtige Stammgäste", sagt Schuldes. Die Nachfrage ist so groß, dass er demnächst 20 weitere Sitzplätze schafft. Außerdem überlegt er, gerade für die Abendstunden einige Cocktails auf die Karte zu setzen. Kein großes Angebot, denn die Spirituosen wird er jeden Abend aus der Hütte räumen - zu groß ist die Gefahr, dass dort eingebrochen wird. Entsprechende Versuche hat es schon gegeben.

Noch ist das Projekt Paradies-Imbiss in der Findungsphase. Das gilt sowohl für das Angebot als auch für die Öffnungszeiten. Das gilt aber auch für die Hütte, die Mario Schuldes gemietet hat. Nach Auskunft der Stadtverwaltung gibt es von den neuen Eigentümern des ehemaligen Konservatorium-Internats an der Reinsdorfer Straße und damit nahe der Paradiesbrücke einen Bauantrag, bei dem die gastronomische Nutzung ein Teil des Konzeptes ist. Wenn sich das Angebot auf der Brücke bewährt, könnte es als über kurz oder lang mehr geben.

Mario Schuldes bekommt bisher zumindest von den meisten Gästen Lob. Der eine oder andere findet zwar die Preise zu hoch. Doch Schuldes sagt: "Die haben wir an die Preise anderer Lokale in der Stadt angepasst. Wir wollen da niemandem Ärger machen."

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