Blatt für Blatt ein Genuss

Grüner wird's nicht In Zwickau sprießt es an allen Ecken und Enden. Viele der Gewächse sind einen zweiten Blick wert. Einige davon stellen wir vor.

Zwickau.

Mehr als einhundert: Da ist sich Jörg Voigtsberger sicher. So viele unterschiedliche Arten von Bäumen und Sträuchern kann man in Zwickau finden. Dabei spricht der Leiter des Garten- und Friedhofs- amtes nur von den Gewächsen im öffentlichen Raum. Zählte man die botanische Pracht in privaten Gärten mit, würde die Liste noch viel länger werden.

Zwickau bietet tatsächlich die blühenden Landschaften, die ein Kohl vor rund drei Jahrzehnten versprochen hat. Die Stadt ist in dieser Zeit grüner geworden, die Vielfalt größer. "Zwickau ist sehr schön grün", findet der Amtsleiter, ohne es jedoch quantifizieren zu können. Er mag keine Grünflächenvergleiche mit anderen Städten, aber er verweist auf die grünen Oasen, von denen in jedem Stadtteil eine sprießt. Einige der Parks sind schon älter als der Park am Schwanenteich oder der Oberhohndorfer Park auf einer eingeebneten Halde, andere wurden zu DDR-Zeiten geplant und sind nach der Wende geschaffen worden - der um den Teich in Neuplanitz etwa oder der Eckersbacher Wohngebietspark zwischen E 4 und E 5. Selbst der Schlobigpark in der Nordvorstadt mit seinen schönen alten Bäumen ist ein Nachwende-Kind. Früher gab es dort das Betriebsgelände samt Garten des Krankenhauses. Dort wuchsen unter anderem Obstbäume, um die Patienten zu versorgen. Die Obstbäume sind inzwischen ebenso gewichen wie das Pflaster vom Hof. "Wir standen vor der Entscheidung, ob das Gelände bebaut werden soll oder als Park angelegt wird. Dann haben wir Schritt für Schritt die Gebäude abgerissen, und die Menschen haben den Park angenommen", sagt Voigtsberger.

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Nicht nur ein Teil der Parks ist neueren Datums. "Die Nordvor- stadt wurde hauptsächlich in den 1990er-Jahren begrünt, sagt der Fachmann. "Heutzutage ist das normaler Standard." Auch wenn es durchaus geteilte Meinungen gibt - die einen beschweren sich über Schatten oder Läuse, andere protestieren, wenn alte Bäume entfernt und ersetzt werden sollen. Trotz unterschiedlicher Ansichten: "Straßenbäume sind wichtig. Sie spenden Schatten, senken die Temperatur und brechen den Wind. Bei Stark- regen sorgen sie außerdem dafür, dass das Wasser langsamer abfließt." Ganz abgesehen davon, dass Bäume auch ein gestalterisches Element seien, fügt Voigtsberger an. Eines dürfen Straßenbäume nicht: den Verkehr behindern. Deswegen sollen sie bis in eine Höhe von 4,50 Metern keine Äste haben. In Parks hingegen - schön zu sehen beispielsweise im Planitzer Schlosspark - dürfen einzeln stehende Bäume in ihrer ganzen Pracht wachsen.

Die Bäume in Zwickau sind auch ein Spiegel ihrer Zeit. In der DDR wurde gepflanzt, was da war: hauptsächlich Eschenahorn. "Der war verfügbar, er wächst schnell und hat auch die Luftverschmutzung ausgehalten." Heutzutage sollen es Pflanzen sein, die sowohl kalte Winter als auch längere Trockenperioden überstehen. Außerdem legen Voigtsberger und seine Kollegen Wert darauf, dass es in der Stadt abwechslungsreich zugeht. Und mitunter auch schmackhaft. So blüht gerade unweit des Kinos am Poetenweg ein großer Mirabellenbaum, der später die Passanten mit Früchten überschüttet. Außerdem erfreuen derzeit viele rosa Blüten die Zwickauer. Sie gehören zur Blutpflaume - dieser Baum ist die rotblättrige Variante der Kirschpflaume. Sie bietet süße Früchte und vor allem das ganze Jahr über einen sehr schönen Anblick. Anders als es der Name vermuten lässt, erwartet die Wildbirne, die derzeit unter anderem auf dem Kornmarkt blüht, keine verwertbaren Früchte. Geschätzt wird sie dennoch: "Sie wächst fast immer pyramidenförmig und ist daher für Plätze sehr gut geeignet", sagt Jörg Voigtsberger.

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