Blumenhof ist derzeit nicht auf Rosen gebettet

Die unter Vollsperrung laufenden Straßenbau- arbeiten in Burkersdorf stellen ein Blumengeschäft vor große Probleme. Aber das Familienunternehmen sucht eigene Wege aus dem Dilemma.

Burkersdorf.

Es war von vornherein klar, dass die Sanierung der Schneeberger Straße im Kirchberger Ortsteil Burkersdorf für die Anlieger massive Behinderungen und Problem mit sich bringen würde. Besonders heftig betroffen sind Ines und Andreas Stelzer. Für die Betreiber des gleichnamigen Blumenhofes geht es um viel mehr, als nur lange Wege zu Fuß oder die tägliche Suche nach einem Parkplatz für das Auto. Bei ihnen stehen existenzielle Fragen im Vordergrund. "Seit Beginn der Arbeiten am Ortseingang unterhalb des Krankenhauses sind praktisch alle Kunden aus Richtung Langenweißbach und Schneeberg weggeblieben. Mit der Vollsperrung der Straße betrifft das dann auch noch unsere Kirchberger Kundschaft. Es kann sich jeder vorstellen, was das für uns als Familienbetrieb bedeutet", sagt Andreas Stelzer.

Und auch die durchschnittlich dreimal pro Tag mit frischen Blumen anrückenden Lieferfahrzeuge können den Laden nicht anfahren. "Wir haben frühzeitig mit dem Landkreis, der Träger der Baumaßnahme ist, Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wann denn nun gebaut wird. Unser Plan war es, zumindest die drei Wochen Betriebsruhe durch den Jahresurlaub in die Bauphase zu legen. Man konnte uns damals aber kein konkretes Zeitfenster nennen", sagt Stelzer. Als dann vor wenigen Wochen die Fakten endlich auf dem Tisch lagen, waren die Messen längst gesungen. Den Kopf in den Sand stecken, das kam für die Stelzers aber nicht infrage. "Wir sind auf gute Erreichbarkeit angewiesen, denn für einen Strauß Blumen fährt niemand einen mehrere Kilometer langen Umweg. Da man sich heutzutage nur selbst helfen kann, haben wir uns als Ausweg aus dem Dilemma dafür entschieden, bis zum Ende der Straßenbau- arbeiten einen Laden in der Kirchberger Innenstadt anzumieten." Ein verständnisvoller Vermieter sei schnell gefunden worden. Ob sich die mit dem befristeten Umzug des Ladens verbundenen Investitionen und Kosten am Ende auszahlen, werde sich zeigen. Andreas Stelzer: "Ein geringerer Umsatz ist immer noch besser, als gar kein Umsatz. Denn wir wollen auf alle Fälle Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit für unsere drei Mitarbeiter vermeiden. Und alle anderen Nebenkosten wie Versicherungen und sonstige Abgaben laufen ja trotzdem weiter."

Bis Ende Oktober soll die in mehrere Abschnitte unterteilte Straßensanierung abgeschlossen sein. Dabei werden die Deck-, Binde- und Tragschicht der Fahrbahn erneuert. Außerdem ist vorgesehen, im Zuge der Maßnahme die Straßenabläufe anzuheben, Schachtabdeckungen sowie schadhafte Durchlässen zu reparieren. Die geplanten Kosten belaufen sich auf rund 560.000 Euro. Seitens der Stadt Kirchberg wird die Gelegenheit genutzt, um vier Bushaltestellen zu erneuern. Darüber hinaus planen die Wasserwerke Zwickau innerhalb der jeweiligen Abschnitte Rohrleitungen auszutauschen.

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