Brandstiftung: Landgericht bestätigt Urteil

Für 31 Monate muss eine Frau ins Gefängnis. Es gibt zwar keine Zeugen für die Tat, aber überzeugende Indizien - so der Richter.

Zwickau.

Der Mann auf der Zuschauerbank musste sich kurz über die Augen wischen, als der Richter sein Urteil verkündete: Zwei Jahre und sieben Monate soll eine 34-Jährige nun endgültig hinter Gittern verbringen. Die Frau, die im vergangenen Jahr das Haus dieses Mannes angezündet hat. Richter Torsten Sommer, der am Dienstag am Zwickauer Landgericht sein Urteil sprach, hegte keinen Zweifel an der Schuld der Erzgebirgerin.

Vor einem reichlichen Jahr stand im Wildenfelser Ortsteil Wiesenburg eines Nachmittags ein Mehrfamilienhaus in Flammen. Die Feuerwehr, auch der Hausbesitzer gehört zu den Kameraden, hatte alle Hände voll zu tun, um den Brand zu löschen. Ausgelöst wurde er durch Brandstiftung: Im Dachboden wurde Weihnachtsdekoration angezündet - ein Fachmann schloss später andere Ursachen wie einen technischen Defekt aus. Die Schuld blieb an der Angeklagten hängen. Die wurde von Kindern kurz vor Ausbruch des Feuers gesehen. Die Frau hatte in dem Haus gewohnt, war aber die Miete schuldig geblieben und deswegen gekündigt worden. Dieses Mal endgültig.

Da niemand die Tat beobachtet hatte und die Angeklagte darauf beharrte, zur fraglichen Zeit woanders gewesen zu sein, blieb dem Richter nichts anderes übrig, als sämtliche Indizien aneinander zu reihen. Am Ende ergab sich für ihn ein stimmiges Bild, sagte er, als er sein Urteil begründete. Zwei Dinge waren dafür ausschlaggebend: Zum einen zog er die Aussagen von zwei Mädchen heran, die die 34-Jährige zur Tatzeit gesehen hatten. Die Kinder widersprachen sich zwar leicht - aber nicht so sehr, dass sie unglaubwürdig erschienen. Im Gegenteil, befand der Richter: Man könne daran ablesen, dass sie sich nicht abgesprochen haben.

Ebenso schwer wiegt nach Ansicht von Richter Sommer die Tatsache, dass sich der Brandherd genau über der Wohnung der Angeklagten befand. Sie habe, so sagte er am Dienstag, damit gerechnet, dass die Räume durch die Löscharbeiten unbewohnbar wurden. Im Grunde ging diese Rechnung auf. Es nutzte ihr nur nichts, da man ihr auf die Schliche gekommen war. Dabei sind die 20.000 Euro Schaden, die bei dem Brand und durch die Lösch- arbeiten entstanden sind, nicht das Schlimmste an der Sache, wie der Richter deutlich machte. "Seien Sie froh, dass nicht eines der drei Kinder, die im Haus waren, am Feuer oder am Rauchgas gestorben ist", sagte er der jungen Frau.

Schon vor dem Amtsgericht glaubte man der Angeklagten ihr Alibi nicht. Zweieinhalb Jahre sollte sie ins Gefängnis. Indem das Land- gericht die von ihr eingereichte Berufung verwarf, bleibt es bei diesem Urteil. Sie muss sogar einen Monat länger hinter Gittern verweilen. Das hat damit zu tun, dass der Richter eine gegen die Frau verhängte Geldstrafe in zusätzliche Haftdauer umgewandelt hat.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...