Breitband: Kirchberg setzt auf zwei Pferde

Rat entscheidet unter Vorbehalt: Kreis soll sich um weiße Flecken kümmern

Kirchberg.

Lediglich ein Bewerber hat ein Angebot für den Breitbandausbau in jenen Ecken der Stadt Kirchberg abgegeben, die die Telekom nicht selbst erschließen will. Und da dieser eine Bewerber zudem erst Mitte 2023 und nicht wie von der Stadt erhofft bis Ende 2022 bauen kann, bereitet die Stadt Kirchberg jetzt einen Plan B vor. Der Stadtrat hat dafür am Dienstagabend einen Beschluss unter Vorbehalt gefasst. Demnach soll der Landkreis Zwickau sich um die verbliebenen weißen Flecken in der Stadt kümmern. Falls mit dem einen Anbieter kein Vertrag zustande kommt, übernimmt der Landkreis die Firmensuche. Falls doch, entstünden vorerst keine Kosten für die Stadt, informierte Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler).

Dieser Beschluss ermögliche, die betreffenden Kirchberger Gebiete in das Markterkundungsverfahren, das nach einem Kreistagsbeschluss im April diesen Jahres nun in Gang gesetzt wurde, aufzunehmen.


2017 hatte die Stadt Kirchberg mit der Telekom einen Vertrag unterzeichnet. Darin verpflichtet sich das Unternehmen, bis 2019 80 Prozent der Kirchberger Haushalte ans schnelle Internet anzuschließen. Ursprünglich sollte der Bau 2018 beginnen. Die Stadt Kirchberg aber hatte keine Generalvollmacht erteilen können, weil es im Stadtgebiet zahlreiche andere Baustellen gab. Aktuell, so die Bürgermeisterin, ist die Telekom auf der Suche nach einer Baufirma. Bis Mitte 2020 will sie den Breitbandausbau erledigen. Nachdem Gewissheit herrscht, dass die Auerbacher Straße im Jahr 2020 nicht repariert wird, wäre es in den Augen der Bürgermeisterin durchaus möglich, die Telekombaustellen zu erlauben.

Für die verbliebenen 20 Prozent der Haushalte hat die Stadt bereits eine Förderzusage in Höhe von einer Million Euro.

Die Gemeinde Hartmannsdorf, die mit Kirchberg eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, hat bereits in der Vorwoche einen ähnlichen Vorbehaltsbeschluss gefällt. Sollte sich bis zum Ende des dritten Quartals kein Anbieter finden, verzichtet sie auf die bereits zugesagten Fördermittel und nimmt am Landkreisverfahren teil. Die weißen Flecken in Hartmannsdorf liegen vor allem in Jahnsgrün und im Amselgrund, informiert Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU). Anders als in Kirchberg hat die Telekom in Hartmannsdorf bereits ihren Teil des Breitbandausbaus erledigt.

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