Bürgerschachtstraße wieder Nadelöhr

Diesmal bleibt die Trasse beim Auswechseln der Wasserleitung in beiden Richtungen per Ampelreglung befahrbar. Das hat seinen Preis: Die Wasserwerke rechnen mit 16 Monaten Bauzeit.

Zwickau.

Bauampeln bremsen seit Montag die Fahrzeugführer auf der Bürgerschachtstraße in Zwickau aus. Der Grund: Die Wasserwerke reißen die Trasse auf, um in einem dritten Bauabschnitt über 550 Meter bis zum Reuterweg die marode Wasserleitung auszuwechseln. Diesmal ist die Trasse während der Arbeiten nicht wie bei den vorangegangenen Bauabschnitten zur Einbahnstraße gemacht worden. Mittels Ampelreglung wird die Befahrbarkeit wechselseitig in beide Richtungen aufrecht erhalten.

Doch das hat seinen Preis. Die Wasserwerke informieren auf Anfrage, dass sich die Bauzeit damit auf insgesamt 16 Monate verlängert. Die Arbeiten müssten auf sehr engem Raum in jeweils kurzen Abschnitten auf einer Straßenseite ausgeführt werden. Zudem werde ein Bahnbetriebsgleis gequert, was mit besonders umfangreichen Anforderungen an die Verkehrsführung im Gleisbereich mit Einweisern einhergehe. Darüber hinaus werden die Anbindung an die Saarstraße erneuert und der Galgengrundbach gequert. Für die Erneuerung der Leitung sind 800.000 Euro eingeplant. Laut Wasserwerke-Sprecherin Heike Thieroff erhält das Unternehmen keine Fördermittel dafür.


Insgesamt streben die Wasserwerke dieses Jahr die Erneuerung von etwa 14 Kilometern Trinkwasserleitungen an. Dafür stehen 10 Millionen Euro bereit. Das Leitungssystem des Versorgungsbereichs der Wasserwerke, zu dem neben Zwickau auch der Altkreis Zwickau-Land und der Altkreis Werdau gehören, erstreckt sich laut Unternehmen über etwa 1400 Kilometer. 440 Kilometer Rohrleitungen davon sind in Zwickau und den Ortsteilen verlegt.

Mit 215 Kilometern ist die knappe Hälfte dieser Leitungen nach der Wende bereits erneuert worden. 135 Kilometer stammen allerdings laut dem Unternehmen noch aus der Zeit bis Ende der 1940er-Jahre. Weitere 90 Kilometer waren zu DDR-Zeiten verlegt worden.

Bei der Erneuerungsstrategie stehe nicht nur das Alter der Leitungen im Fokus. Auch zahlreiche andere Faktoren wie etwa Materialbeschaffenheit, Schadenshäufigkeit, Lage der Leitungen und Verkehrsbelastung seien wichtig und würden berücksichtigt. Darüber hinaus fließen in den Maßnahmenkatalog auch immer die Belange der Städte und Gemeinden mit ein, sagt die Unternehmenssprecherin. So seien beispielsweise Straßenbauarbeiten und die Planung von Wohngebieten und Industrieansiedlungen weitere Kriterien. "Der Maßnahmenkatalog ist dabei kein feststehendes Dokument. Er wird ständig fortgeschrieben", unterstreicht Heike Thieroff.

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