Busverbindung statt 20- nun im 30-Minuten-Takt: Wo ist da der Vorteil?

Eine Wilkau-Haßlauerin fragt sich, warum der Plus-Bus als Erfolg gefeiert wird, obgleich er doch seltener als zuvor fährt. Der Landkreis verspricht, alle Hinweise zu prüfen.

Wilkau-Haßlau.

Kerstin Ebert aus Wilkau-Haßlau hatte sich vom schon vor seiner Einführung als "Erfolgsmodell" bezeichneten Plus-Bus deutlich mehr erwartet. Bisher fuhren die Linien 13/136 ab Wilkau-Haßlau nach Zwickau im 20-Minuten-Takt, erinnert sie. Jetzt aber wurde der Takt um zehn Minuten verlängert. "Der Öffentliche Personennahverkehr soll attraktiver werden, die Bürger sollen vom Auto auf den Bus umsteigen, wir wollen den Kohlendioxid-Ausstoß verringern - wie bitteschön, wenn man die Menschen zur Autonutzung regelrecht treibt?" fragt sie sich und hofft, dass wenigstens zu Spitzenzeiten für Schüler und Berufstätige wieder der alte Takt bereitgestellt werden kann "Es sind schließlich nicht wenige, die jeden früh an den Haltestellen stehen", sagt Ebert verärgert.

Die "Freie Presse" gab die Frage an den Verkehrsverbund Mittelsachsen weiter, der verwies an den Landkreis Zwickau. Im Landratsamt ziehen die Verantwortlichen seit der Einführung der zwei Takt-Bus-Linien und der einen Plus-Bus-Linie grundsätzlich eine positive Bilanz, informiert Sprecherin Ilona Schilk. Die meisten Fahrgäste hätten die Neuerungen gut angenommen. Immerhin: 15 Regionalverkehrslinien mussten dafür überarbeitet und angepasst werden.

Es gebe mittlerweile durchaus Hinweise, die Nachbesserungsbedarf anzeigen. Das betreffe vor allem die Schulverkehre. "Alle Hinweise werden sehr ernst genommen, geprüft und bei Machbarkeit schnellstmöglich umgesetzt", informierte Schilk. Kritik gab es in der Tat insbesondere zum veränderten Takt zwischen Zwickau und Wilkau-Haßlau. Die Behörde verweist zudem auf zusätzliche Möglichkeiten: durch die Linie 10 der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau sowie die Züge der Erzgebirgsbahn.

Am 17. August wurde das neue Plus- und Takt-Bus-Angebot gestartet. Stündlich starten Busse in Zwickau gen Bärenwalde, auch am Wochenende wurde das Umland in einem Zwei-Stunden-Takt besser angebunden. Die Anschlüsse sind so gelegt, dass kaum Wartezeiten entstehen.

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4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Zeitungss
    05.09.2019

    Den bisher 2 roten Däumchen sind wohl Grundrechenarten fremd ? Wenn in Sachsen so viel Geld des ÖPNV in 5 Verbünden verheizt wird, fragt sich der Bürger schon ob es zweckmäßig eingesetzt ist. Es kommt auch kein Mensch auf die Idee, dass Sachsen 5 Landesregierungen braucht. Sachsen war schon einmal einfacher zu bereisen, es gab allerdings auch nicht solche Auswüchse um den ÖPNV in die Kleinstaaterei zu verwandeln. Was sich dort an Personal tummelt und was unter dem Strich für die Fahrgäste herauskommt, war hier schon öfters Thema, wenn auch ohne Auswirkung. Die Posten in einem solchen Verband sind begehrt bei Leuten ohne entsprechende Ausbildung als Zweitgage, verschlingen Unsummen an Geld, den Gegenwert dürfen die Nutzer täglich auskosten.

  • 0
    1
    Lesemuffel
    04.09.2019

    Wenn die neue Regierung steht, werden die GRÜNEN wohl es erstes zum 20min-Takt zurück zwingen, mit Elektrobussen oder sonstiger GRÜNEr Energie. Bisher
    hat die AfD doch den Fortschritt behindert.

  • 4
    2
    Zeitungss
    04.09.2019

    Sollten sich die Wahlversprechen eines Herrn Dulig doch noch einmal realisieren lassen und aus 5 Verbünden einen zuständigen Verbund machen, könnte allein durch die Kosteneinsparung von 4 Vorständen samt Anhang auf jeder Linie ein 5 Minutentakt gefahren werden. Die Vorstellungen des VVV, EHRENAMTLICHE Fahrer, könnte die Sache noch weiter verbessern.
    Hier fragt man sich schon, was wird sich noch alles zu Lasten der Nutzer bilden ? Ich fürchte eher noch ein paar Verbünde.

  • 6
    1
    HHCL
    04.09.2019

    "Alle Hinweise werden sehr ernst genommen, geprüft und bei Machbarkeit schnellstmöglich umgesetzt"

    Ich frage mich ehrlich gesagt, warum solche Projekte nicht ordentlich durchdacht werden, sondern meist sofort nachgebessert werden müssen.

    Man kann sich doch an einer Hand abzählen, dass eine Taktvergrößerung keine Verbesserung des Angebotes ist und zu Problemen führen wird.

    Sitzen da nur Leute, die noch nie den ÖPNV genutzt haben und völlig weltfremde Planspiele veranstalten und deren Hauptaugenmerk das Marketing ist (PlusBus- ganz toll!!!)?

    Oder ist das bewusst so gemacht: Mal sehen ob es einen stört, der kann sich ja dann melden und dann prüfen wir und prüfen und prüfen. Sollte es dann dummerweise immer noch Kritik geben, müssen wir es dann eben doch ändern.

    Wer soll unter diesen Bedingungen zum ÖPNV wechseln? Man verschwendet seine Lebenszeit an Haltestellen.



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