Corona: Das Blut wird knapp

Das Coronavirus wirkt sich aufs Blutspenden aus - das Deutsche Rote Kreuz ruft dringend zur Spende auf. In Zwickau sind am Dienstag 77 Menschen dem Aufruf gefolgt.

Er lächelt, der Smiley am Eingang zur Dittesschule in Zwickau. "Bitte hier warten", steht darunter. Wer in Zeiten des Coronavirus Blutspenden will, muss sich gedulden, bis ein Mitarbeiter des Blutspendedienstes kontrolliert hat, wie hoch die Körpertemperatur ist.

Wer Fieber hat, muss wieder gehen. Wer hustet oder sich krank fühlt ebenso. Der Freistaat Sachsen hat ein Ziel: soziale Kontakte minimieren. Menschen sollen einander weniger begegnen, um das Virus nicht schneller zu verbreiten, als Ärzte, Pfleger und Kliniken verkraften. Geschäfte und Gaststätten schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Blutspende-Termine sind von diesem Versammlungsverbot ausgenommen. Sie werden zu einem der wenigen Ereignisse, zu denen es in den kommenden Wochen noch Geselligkeit gibt. Wiener Würstchen und Kräutertee für alle im Speiseraum inklusive.

Das Coronavirus hat Blutspender verunsichert, die Zahl der Blutkonserven ist gesunken. Dazu kommt: Weil viele Räume - etwa Schulen - geschlossen sind, können mobile Spendetermine teils nicht stattfinden. Das DRK teilt mit: Die Versorgung sei nur noch auf niedrigstem Niveau gesichert. Eine Spende hält höchstens 42 Tage. Obwohl viele geplante Operationen abgesagt wurden: chronisch Kranke und Unfallopfer brauchen Blut. "Dafür gibt es keinen Ersatz", sagt Ralf Gräser (59). Der Zwickauer ist am Dienstagabend zu seiner 56. Spende gekommen. Als Landesleiter der Bereitschaften beim DRK weiß er, wovon er spricht. Er appelliert: "Wer gesund ist, der soll spenden." 77 Menschen haben am Dienstag in der Dittesschule gespendet - mehr als sonst. "Schön zu sehen, dass man sich auf die Leute verlassen kann, wenn es drauf ankommt", sagt Gräser.

Beim Vorgespräch wird ein zweites Mal Temperatur gemessen, danach dürfen Spender ins Arztzimmer. Der Mediziner befragt intensiv. Ziel: Infizierte ausschließen. Jedoch: Das Blut wird nicht auf das Coronavirus untersucht. Das DRK teilt mit: Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Virus auf diesem Weg übertragen werden könne. Deswegen sei kein Test vorgesehen.

Die nächsten Spendetermine des DRK im Landkreis Zwickau finden Sie im Internet: www.freiepresse.de/blutspende


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