Corona: Kritik am Zwickauer Gesundheitsamt wird lauter

Ein Schulleiter ruft nach Coronafällen in seiner Einrichtung 40-mal in der Behörde an, erreicht aber keinen zuständigen Mitarbeiter. Auch andere Zustände im Amt rufen bei ihm Kopfschütteln hervor.

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2020 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Stollentroll
    26.11.2020

    @TWe: die Eltern aller Schüler welche postitiv getestet wurden, haben am Mittwoch (Feiertag) einen Anruf der Uni Leipzig bekommen und haben daraufhin ihre Kinder auch zuhause gelassen.

  • 15
    3
    ThLa123
    26.11.2020

    ...Das gesamte Landratsamt hatte ja auch nur den ganzen Sommer Zeit, sich auf sowas vorzubereiten. Da muss man schon etwas nachsichtig sein!

  • 19
    4
    Dorpat
    25.11.2020

    Na Hauptsache auf den Parkplätzen vor Supermärkten, wo Fahrer mehrere Meter entfernt aus dem Auto steigen, an der frischen aber auch tötlichen Luft, wird die Maskenpflicht geprüft. Scheinbar ja auch erfolgreich wenn Zwickau schon rund doppelt so viele Bußgelder eingenommen hat gegenüber dem Erzgebirgskreis.

  • 8
    0
    Stollentroll
    25.11.2020

    @pschrobback: Die Tests wurden im Rahmen einer Studie der Uni Leipzig gemacht, nicht wegen Symptomen.

  • 11
    2
    saxon1965
    25.11.2020

    @TWe: "Ein Tag Schule reicht aber eben auch für die Ansteckung aus.."
    Da will ich ihnen widersprechen. Anscheinend kann der Virus ja auch zwischen familiären Treffen vor und nach Weihnachten unterscheiden.
    Ja, dies ist (wieder einmal) sarkastisch und provokant, aber ich will damit nur veranschaulichen, wie irrational es momentan in unserem Land zu geht.
    Wenn schon eine sehr hohe Gefahr von diesem Virus ausgeht, dann ja wohl immer, wenn Menschen zusammen kommen. Die Wahrscheinlichkeit einer massenhaften Verbreitung sehe ich Weihnachten und Silvester, mit oder ohne Feuerwerk, eben so gegeben, wie zwischen Schülern, Lehrern und den Eltern zu Hause, die tagtäglich auf Arbeit gehen. Außer man wüsste, dass minderjährige Schüler wenig infektiös sind und doch keine Rolle spielen?
    Gibt es eine Statistik über die 3.781 Menschen (Stand heute) die auf Intensivstationen liegen zu Alter, Vorerkrankungen usw.? Vielleicht könnte man daraus auch Schlüsse ziehen?

  • 8
    2
    tbaukhage
    25.11.2020

    @TWe: Kann auch so gewesen sein, dass das Gesundheitsamt erst durch die Nachverfolgung festgestellt hat, dass das Kind schon vor zwei Tagen infiziert wurde und also völlig unwissentlich weiter in die Schule gegangen ist...
    Weil der Schulleiter keinen telefonischen Kontakt zum Gesundheitsamt herstellen konnte, hat er die betreffende Klasse und die Lehrer, die noch Kontakt zu dem Schüler hatten, nach Hause geschickt. Für die nächsten Tage fehlen dadurch erstmal ein Viertel aller Lehrer...
    Quarantänemaßnahmen kann der SL nicht anordnen, wohl aber das Fernbleiben von der Schule.

    ... ansonsten sind wir doch einer Meinung!

  • 12
    4
    TWe
    25.11.2020

    @WolkenWolf
    Im Artikel steht folgendes zu lesen: "Ballmann hatte am Vortag erfahren, dass im Rahmen einer Corona-Studie der Universitätsklinik Leipzig bei zwölf Schülern und einer Lehrkraft das Coronavirus nachgewiesen worden war."

    Wenn der Schulleiter bei diesem Kenntnisstand alle Schüler erst einmal in die Schule kommen lässt, nur weil nach 40maligem Versuch beim Gesundheitsamt keiner ans Telefon gegangen ist, dann handelt er verantwortungslos, und sei es nur durch Unterlassung.

    Der Schulleiter kann selbstverständlich keine Quarantäne anordnen. Er kann aber die Schüler und deren Familien vor Ansteckung schützen, sofern er konsequent entsprechend seines Wissensstandes handelt. Das hat er einen Tag später offenbar dann auch getan ("ordnete der Schulleiter für vergangenen Freitag Lernzeit zu Hause an"). Ein Tag Schule reicht aber eben auch für die Ansteckung aus...

  • 10
    1
    saxon1965
    25.11.2020

    @872889: "Das deutsche Infektionsschutzgesetz (IfSG, seltener InfSchG) regelt seit dem 1. Januar 2001 die gesetzlichen Pflichten zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen. Zweck des Gesetzes ist es, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern." (Wiki)
    Soviel dazu, wie gut unser Land auf so eine noch nie dagewesene Situation vorbereitet wurde! Ich erinnere daran, dass Anfang 2020, als die s. g. weltweite Pandemie bereits 3 Monate unterwegs war, es nicht einmal einfache med. Masken gab. Okay, damals waren diese auch (noch) nicht unabdingbar.
    Aber mal im Ernst, welche Pflichten hat eine Regierung, wenn nicht auch die der Vorbereitung auf Katastrophen und die Organisation ihrer Institutionen für den E-Fall?!
    Da waren wir auch schon mal weiter in Teilen dieses Landes.

  • 8
    4
    TWe
    25.11.2020

    @734850
    Wie wollen Sie denn bitte anhand des Alters der positiv Getesteten eine plausible Vermutung dazu ableiten, ob sich diese bei privaten Treffen, beim Einkaufen oder im Nahverkehr angesteckt haben?

    Die wenigen "sicheren" Ausschlussfälle (z. B. 80jähriger steckt sich kaum in Schule oder Kita an.) bringen nicht wirklich Licht ins Dunkel. Dafür sind die Infektionszahlen inzwischen zu hoch und das Geschehen ist einfach diffus.

  • 19
    4
    WolkenWolf
    25.11.2020

    Eigenverantwortung des Schulleiters? Interessant, was hier gefordert wird.
    Ein Schulleiter kann nicht einfach so Quarantäne anordnen!

  • 22
    3
    734850
    25.11.2020

    Es sollte auch möglich sein, dass die Öffentlichkeit erfährt, wo es zur Zeit besonders viele Ansteckungen gibt. "Diffuses Geschehen" bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 300 heißt doch nicht, dass man absolut kein Wissen darüber hat. Allein das Alter der Infizierten sollte doch Aufschluss geben, wie und wo etwas geschieht,
    Sind es die Schulen oder Kitas, doch die privaten Treffen oder doch beim Einkaufen oder im Nahverkehr? Sicher nicht auf Parkplätzen oder auf der Straße, wo man nun Masken tragen soll.
    Das ist doch die Aufgabe des Gesundheitsamtes und der Presse die Bürger in ihrem Heimatort zu informieren. Diese Information vermisst man zur Zeit.

  • 19
    10
    TWe
    25.11.2020

    @tbaukhage
    Auf solche wie die von Ihnen geschilderten Zustände zielte mein Kommentar ab. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Gesundheitsämter in unserer Gegend aktuell keineswegs mehr "Herr der Lage" sind. Diese Missstände anzusprechen, ist zweifellos auch richtig.

    Für einen Schulleiter ist es aber im Rahmen der aktuellen Situation zu wenig, wenn er sich nur darauf beschränkt. Im Zweifel muss er eigenverantwortlich handeln.

    Die Eigenverantwortung ist aktuell natürlich auch bei den Eltern gefragt. Deshalb kann ich es in dem von Ihnen geschilderten Fall auch nicht nachvollziehen, wie die Eltern ein positiv getestetes Kind noch zwei Tage in die Schule schicken können.

    Ich weiss, das ist alles unpopulär. Ohne ein gehöriges Maß an Eigenverantwortung werden wir es aber sehr schwer haben, die aktuelle Situation zu bewältigen. Sachsen ist ja leider inzwischen die Gegend in Deutschland mit den meisten dunkelroten Gebieten.

  • 25
    9
    pschrobback
    25.11.2020

    @tbaukhage:
    wie kann es sein, dass ich das Kind in die Schule bringe, obwohl es getestet wurde. Der Test wurde sicherlich aufgrund von Symptomen gemacht. Das ist schlicht und ergreifend verantwortungslos von den Eltern. Da muss man nicht warten bis das Gesundheitsamt sich meldet. Kinder mit Symptomen dürfen nicht in die Schule oder den Kindergarten gebracht werden.

  • 18
    18
    872889
    25.11.2020

    @ nnamhelyor: Wir können froh sein, dass wir gerade eben über eine hohe Kompetenz in unserem Land verfügen, was nicht heißt, dass immer alles perfekt laufen kann und muss - erst recht nicht in einer solchen nie da gewesenen Situation. Problem sind doch eher die Leute mit tatsächlich mangelnder Kompetenz, die der Meinung sind, alles besser zu wissen, als die wahren Experten. Mit solchen Leuten würde man garantiert auch bei schönem Wetter sinken. Trotz so mancher Probleme bin ich echt froh über unsere Kapitäne.

  • 49
    0
    kathstev
    25.11.2020

    Für Einrichtungen, in denen noch viele Menschen zusammenkommen (Kitas, Schulen und Pflegeheime), sollte es doch selbstverständlich eine separate Hotline im Gesundheitsamt geben, die auch erreichbar ist. Das handeln muss dort schnell gehen! Um weitere Infektionen zu verhindern darf das einfach nicht mehrere Tage dauern. Eltern von KiTa-Kindern oder Grundschülern brauchen doch auch irgendwas belastbares um von der Arbeit fern bleiben zu können ohne Gefahr zu laufen, für die Zeit gänzlich auf ihren Lohn verzichten zu müssen.

  • 35
    3
    klapa
    25.11.2020

    Es sollte in 21.Jhd. möglich sein, Daten so zu speichern, dass alle Mitarbeiter, die sie benötigen, darauf Zugriff haben. - s. o.

    Wie bereits moniert - digitales Steinzeitalter.

  • 31
    11
    nnamhelyor
    25.11.2020

    Bei soviel fachlicher und menschlicher Inkompetenz sowie mangelnder Führungskompetenz die jetzt in Zeiten der Krise hervortritt, und zwar ganz oben in Berlin angefangen, kann man nur froh sein dass sich die Letalität unter 1,6% bewegt.

    Bei schönem Wetter kann jeder Kapitän spielen, aber wehe es kommt ein Sturm auf.

  • 42
    6
    tbaukhage
    25.11.2020

    @TWe: Ja, die Sorgen sind ernst gemeint! Für die Schulen wurde extra eine Telefon-Hotline zu den Gesundheitsämtern eingerichtet. Wozu das, wenn diese nicht besetzt sind?
    Wie kann es sein, dass Eltern früh um sieben in der Schule melden, dass ihr Kind positiv getestet wurde (aber noch zwei Tage in der Schule war, weil das Gesundheitsamt sich nicht früher gemeldet hat), der Schulleiter aber erst um acht jemanden im Gesundheitsamt erreicht? Begründen: "Wir beginnen hier erst um acht mit dem Dienst"
    Ersponnen? Nein, Ende letzter Woche live erlebt!

  • 18
    27
    misfpsim
    25.11.2020

    Wieviele der Betroffenen tatsächlich Symptome zeigten bzw. tatsächlich erkrankten sollte lt. zahlreicher Gesundheitsexperten auch eine große Rolle bei der Berurteilung, ob eine Schule geschlossen wird spielen.

  • 31
    67
    TWe
    25.11.2020

    Sind die Beschwerden des Herrn Schulleiters in der aktuellen Situation tatsächlich ernst gemeint?

    Seit Wochen wird berichtet, dass die Gesundheitsämter die Situation bis zu einer Inzidenz von etwas 50 bewältigen können. Der LK Zwickau liegt lt. Veröffentlichung der FP bei fast 300. Das Gebot der Stunde heißt deshalb Eigenverantwortung. Dies gilt in besonderem Maße für Menschen in leitenden Positionen mit Verantwortung. Aktuell auf ein schnell reagierendes Gesundheitsamt zu hoffen, ist einfach realitätsfremd.

    Wenn der Herr Schulleiter das nicht wahrhaben will oder ggf. nicht bereit ist, unter diesen Umständen eigenverantwortlich zu handeln, muss er sich fragen lassen, ob er für seine Aufgabestellung geeignet ist. Eine solche Eignung zeigt sich nun mal in erster Linie in Ausnahmesituationen wie der aktuellen.