Corona-Lage im Landkreis Zwickau: Inzidenzwert steigt auf über 180

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Das Landratsamt meldete insgesamt 99 Neuinfektionen, davon 29 in der Stadt Zwickau. Seit Pandemiebeginn im Frühjahr 2020 wurden damit insgesamt 18.839 Landkreisbewohner positiv auf das Coronavirus getestet.

Inzidenzwert steigt auf 189,80: Bei den Neuinfektionen im Landkreis Zwickau gibt es keine Entwarnung. Die Werte steigen weiter an. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut für den Kreis Zwickau eine Sieben-Tage-Inzidenz von 189,90. Der Wert, der angibt, wie viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen festgestellt wurden, lag am Donnerstag bei 151,40 und zu Wochenbeginn bei 140,30. Das Landratsamt meldete von Donnerstag auf Freitag insgesamt 99 Neuinfektionen, davon 29 in der Stadt Zwickau. Seit Pandemiebeginn im Frühjahr 2020 wurden damit insgesamt 18.839 Landkreisbewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Zudem gab es am Freitag zwei weitere Todesfälle. (ael)

Aktuelle Infektionszahlen für die einzelnen Gemeinden im Landkreis Zwickau: Die Anzahl der bestätigten Neuinfektionen ist im Landkreis Zwickau im Vergleich zur Vorwoche deutlich angestiegen. 16 der 33 Städte und Gemeinden weisen einen Inzidenzwert von mehr als 200 aus. Während es in Remse und Dennheritz überhaupt keine neuen Coronafälle gibt, sind Crinitzberg und Kirchberg im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich stark betroffen. (Stand: 19. März 2021) Die Zahlen für die Orte finden Sie in unserer Übersicht.

Stille Proteste in Coronazeit: Mit einem stillen Protest machen Eltern am Samstag in der Region auf ihre Situation aufmerksam. Immer mehr Kinderschuhe werden zum Beispiel vor dem Zwickauer Rathaus auf den Eingangsstufen abgestellt - sie dienen als ein Symbol dafür, dass die Kinder diese Schuhe während des seit Monaten dauernden Lockdowns nicht brauchen. Zumindest nicht, um in die Schule zu gehen. Die Forderung hinter dieser Aktion: Eltern wünschen sich, dass die Schulen, aber auch die Kindertagesstätten wieder öffnen.

Corona hat langfristige Folgen: Conny Rosemann-Dittrich, Leiterin der Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakoniewerkes Westsachsen, kann nach einem Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie noch keine klare Aussage treffen, ob die Anzahl der Suchterkrankungen in der Region zunimmt. Doch sie erwartet, dass Vereinsamung und fehlende soziale Kontakte nicht ohne Folgen bleiben. "Die Fälle sehen wir bei uns in der Beratung vielleicht erst in ein paar Jahren", sagt sie etwa über die, die in Zeiten des Lockdowns verstärkt zum Alkohol gegriffen haben und nun unter Umständen nicht mehr wegkommen. Gerade wenn es um das Trinken geht, sei es am wahrscheinlichsten, dass die Pandemie Folgen hat.

Kunden fürchten Infektionen im Supermarkt: Forscher der TU Berlin haben berechnet, dass die Gefahr einer Ansteckung im Büro, im Restaurant und in der Schule zum Teil höher sei als im Supermarkt. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich Kunden in einem Einkaufsmarkt nur relativ kurz aufhalten und Kontakte meist flüchtig sind, während man zum Beispiel im Büro in der Regel stundenlang demselben Kollegen gegenübersitzt. Wie sieht die Lage in Westsachsen aus?

Wirt beklagt Mangel an Alternativen: Vor einem Jahr gehörte ein Kellner im "Goldnen Hirsch" in Bernsdorf zu den ersten Corona-Verdachtsfällen der Region. Gastwirt Ronny Müller (43) entschied damals, dass geschlossen wird. Ein Jahr später ist die Gaststätte weiter geschlossen. Der Lieferservice wird zwar gut angenommen. "Aber letztendlich kann man damit nur dafür sorgen, dass einen die Leute nicht vergessen. Der komplette Umsatz für Getränke, große Buffets oder Feiern fehlt. Laufende Kredite sind schwer zurückzuzahlen", sagt der Wirt. Der Lieferservice sei kein Mittel zur Rettung der Branche.

Pandemie sorgt für mehr Nichtschwimmer: Der Lehrplan der zweiten Klasse schreibt es vor: eine Stunde in der Woche gehört dem Schwimmen. Doch die 2343 Zweitklässler im Landkreis Zwickau warten seit März 2020 vergebens auf den Unterricht im kühlen Nass. Schließungen von Schulen und Schwimmhallen als Folge der Coronapandemie ließen die Stunden ins Wasser fallen. Das bestätigt der Pressesprecher des Landesamtes für Schule und Bildung Arndt Schubert, obwohl dem Schwimmunterricht laut Lehrplan eine besondere Bedeutung zukommt. "Er ist nicht nur gesundheitsfördernd, sondern sorgt auch für die notwendige Sicherheit im Wasser", sagt er. Schwimmmeister sehen die Entwicklung mit Sorge. 

Impfungen in Stadthalle werden fortgesetzt: Im Impfzentrum in der Stadthalle Zwickau sollen am heutigen Samstag wieder die Erstimpfungen aufgenommen werden. Vorgesehen ist nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes, dass Termine wahrgenommen werden, die ursprünglich für dieses Wochenende vereinbart worden waren - also vor dem zwischenzeitlichen Stopp für den Impfstoff von Astrazeneca. Wie viele Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns am Wochenende verabreicht werden, konnte Impfzentrum-Sprecher Gerd Gräfe am Freitag nicht sagen. Das hänge vor allem davon ab, ob es gelinge, die Betroffenen rechtzeitig zu benachrichtigen.

Kritik an Schulschließungen: Limbach-Oberfrohnas Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) übt scharfe Kritik an der Entscheidung der Landesregierung, sämtliche Schulen im Landkreis Zwickau auf Grund steigender Coronazahlen wieder zu schließen. "Ich finde die Entscheidung so kurz vor den Ferien nicht richtig", teilte er mit. Zum einen stünden die Osterferien bevor, in denen Eltern sich ohnehin schon um eine Betreuung ihrer Kinder kümmern müssten. Zum anderen sei bei den Schulen, an denen seit kurzem im Wechselmodell wochenweise jeweils nur die Hälfte einer Klasse unterrichtet worden ist, einem Großteil der Schüler die Möglichkeit genommen worden, "wenigstens einmal wieder Struktur in die Schulbildung zu bekommen".

Neue Termine für zwei Veranstaltungen: Die Veranstaltungen "18 Jahre Bierhähne" (ursprünglich geplant für 21. Februar) sowie "Katrin Weber und Gunther Emmerlich: Wie im Kino" (3. März) im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" in Zwickau konnten wegen Corona nicht stattfinden. Sie sollen in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden, an jeweils zwei Terminen - "mit weniger Gästen und genügend Abstand zueinander", sagt Anja Heintschel von der städtischen Kultour Z. Die neuen Termine für die Bierhähne sind am 19. September 14.30 und 18 Uhr; für Katrin Weber und Gunther Emmerlich am 25. und 26. Oktober, jeweils 19.30 Uhr. Karteninhaber müssen bis 30. Juni ihre Tickets gegen ihren neuen Wunschtermin mit neuen Sitzplätzen eintauschen, sagte Heintschel. Start des Tickettausches ist allerdings erst, wenn die Ticketshops wieder öffnen dürfen. (ja)

Zwei Außenstellen vorerst geschlossen:  Wie das Landratsamt informiert, bleiben ab Montag die Bürgerservicestellen in Werdau und Hohenstein-Ernstthal geschlossen. Wer bereits für die kommende
Woche einen Termin an einem der beiden vorgenannten Standorte vereinbart hat, wird aber noch bedient. Neue Termine können jedoch nur noch für die Standorte Zwickau (Werdauer Straße 62), Glauchau (Gerhart-Hauptmann-Weg 2) und Limbach-Oberfrohna (Jägerstraße 2a), vereinbart werden, heißt es aus der Behörde. Termine können unter der Telefonnummer 0375 4402 21900 für Montag, 8 bis 16 Uhr, für Dienstag und Donnerstag, jeweils 8 bis 18 Uhr, sowie Mittwoch und Freitag, jeweils 8 bis 12 Uhr, vereinbart werden.

 

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