Crinitzberger schieben Radwegeausbau an

Für die Gemeinde ist es das erste Projekt dieser Art, das 2020 umgesetzt werden soll. Trotzdem hält sich bei Harald Taubert die Freude in Grenzen.

Crinitzberg.

Daran hatte Harald Taubert aus Bärenwalde schon gar nicht mehr geglaubt. Der von dem Rentner schon seit Jahren geforderte Ausbau der Radwege in und um Bärenwalde kommt nun tatsächlich in Gang. Der Crinitzberger Gemeinderat hat am Donnerstagabend mit einem Grundsatzbeschluss das Bauprojekt angeschoben. So soll der sogenannte Wendeweg vom Bahnhof Obercrinitz bis Rothenkirchen ausgebaut werden - und zwar noch im Jahr 2020.

Dem ehrenamtlichem Rathauschef Steffen Pachan (Büko) zufolge belaufen sich die bisher geschätzten Gesamtkosten mit Planung, Vermessung und Bau auf 154.000 Euro. Laut Frank Hänel, Kämmerer in der Stadt Kirchberg, mit die Gemeinde Crinitzberg eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, sollen die hierfür erforderlichen Fördermittel über das Leader-Programm beantragt werden. Es sei aber auch nicht gänzlich auszuschließen, dass hierfür Gelder über die Richtlinie "Kommunaler Straßenbau" fließen. Fest steht: Erst mit dem gefassten Grundsatzbeschluss kann sich die Gemeinde um Fördergeld für das Bauvorhaben bemühen.

Nichtsdestotrotz haben die Gemeinderäte an dem Abend bereits die Genehmigungsplanung für den Ausbau des Radweges in Auftrag gegeben. Daher soll laut Kämmerer Hänel zwischen Gemeinde und dem Cunersdorfer Planungsbüro Brenner ein Honorarvertrag abgeschlossen werden. Kosten: 11.000 Euro. Weitere mehr als 3500 Euro will die Gemeinde für die nötigen Vermessungsarbeiten ausgeben. Geld, das dem Kämmerer zufolge in den Haushaltsplan 2019 als außerplanmäßige Aufwendungen eingestellt wurde.

Harald Taubert, der sich während der Beratung des Gremiums mehr als positiv über das Ja zum Radwegeausbau in seiner Kommune äußerte, hofft nun, dass nach den Planungen das Bauvorhaben rasch umgesetzt wird. Nicht ohne Grund: Der Senior bietet in seinem umgebauten Dreiseitenhof mehrere Ferienwohnungen an. Urlauber, die bei ihm Quartier nehmen, wollen vor allem eines: Die Gegend erkunden, und das am liebsten auf dem Fahrrad. "Doch gut ausgebaute Radwege sind in unserer Gegend rar", monierte Taubert immer wieder. Dabei gebe für den Zwickauer Landkreis ein vom Kreistag längst beschlossenes Radverkehrskonzept. Er muss es wissen: Denn Taubert hat innerhalb der Arbeitsgruppe "Kirchberg" an der Konzeption mitgearbeitet. Daher steht für den Rentner inzwischen eines fest: "In jeder Kommune läuft der Ausbau der Radwege anders. Diese Aufgabe muss vom Freistaat Sachsen aus koordiniert und auch umgesetzt werden." Darüber hinaus hätte nicht jede Kommune die dafür erforderlichen Eigenmittel.

Gleichwohl ist Taubert froh, dass zumindest der erste Radweg in Angriff genommen wird. Immerhin könne dadurch eine durchgehende Verbindung bis zum Elterradweg geschaffen werden. Er will sich ebenso dafür einsetzen, dass später auch eine Route vom Sägewerk Bärenwalde (alte Lichtenauer Straße) nach Lichtenau führt, die in der Folge die Radler vorbei an der Talsperre Eibenstock bis nach Wolfsgrün leitet - mit Anschluss an den Mulderadweg und die Karlsroute. Dass sich ebenso dieses kreisübergreifende Radwegebauprojekt mittelfristig umsetzen lässt, davon ist Touristiker Taubert überzeugt. Denn schon vorher gab es Abstimmungen mit den Nachbargemeinden Steinberg und Stützengrün und dem Zweckverband Karlsroute.

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