Cunersdorfer starten in Karpfensaison

Trotz niedriger Wasserstände und Hitze sind die Flossentiere ganz gut gewachsen. Am Samstag wird zum traditionellen Fischerfest eingeladen.

Cunersdorf.

So einen extremen Sommer hat Corina Rockstroh noch nicht erlebt. "In unseren Himmelsteichen, das sind solche, die nur durch Regen und Schneeschmelze gespeist werden, fehlt mindestens ein Drittel Wasser. Und die Tempe-raturen darin sind teilweise bis 26oder 27 Grad Celsius gestiegen", sagt die Diplomingenieurin für Fischwirtschaft und Gewässerbewirtschaftung, die vor fünf Jahren die Firma Fischzucht Schröder im Kirchberger Ortsteil Cunersdorf von ihrem Vater in der vierten Genera- tion übernommen hat.

Sie berichtet, dass die Karpfen eigentlich warmes Wasser lieben. Aber das Problem sei, dass sich in den Teichen ohne Zufluss bei niedrigerem Wasserspiegel auch die Algen ausbreiten. Doch diesen Sommer sei alles noch mal gut gegangen. "Die Fische sind trotz der widrigen Umstände erstaunlich gut gewachsen. Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Ertrag. Wie viel es wirklich wird, können wir allerdings erst nach dem Abfischen sagen", erläutert Corinas Ehemann Sven Rockstroh. "Futter ist in dieser Saison weniger gebraucht worden. Es gab viele Mückenlarven und Wasserflöhe, die den Fischen ebenfalls schmecken. Doch wir hatten einen deutlich höheren Stromverbrauch. Schließlich haben wir dort, wo die nötigen Leitungen liegen, Sauerstoff ins Wasser gepumpt."

Das Unternehmen bewirtschaftet Teiche mit einer Fläche von insgesamt etwa 40 Hektar. Lediglich in vier dieser Gewässer werden jetzt nach drei Jahren Mast Tiere in Speisefischgröße abgefischt. In den restlichen 14 Teichen gedeihen sogenannte Setzlinge, die in der Firma weiter gemästet oder an andere Unternehmen verkauft werden, die diese dann in ihre Teiche setzen.

Die ersten Karpfen, die die Rockstrohs für den Verkauf am Samstag und die Weiterverarbeitung schon in ihrem Hälterbecken haben, sind von stattlicher Größe. Trotzdem hat das Unternehmen mit dem Abfischen ein Problem. "Gerade die Himmelsteiche können wir nicht ablassen, weil es nach dem trockenen Sommer zu lange dauern würde, bis sie sich wieder füllen. Deshalb fischen wir nur ein kleines Hälter- becken ab. Das Ganze wird am Samstag nicht länger als eine Stunde dauern", sagt die Firmen-Chefin. Neben Karpfen werden auch Störe, Goldfische und Graskarpfen in die Netze gehen.

Das Fischerfest ist immer ein Riesenspektakel, zu dem stets um die 1000 Besucher kommen. Die Gäste können sich auf ofenfrische, geräucherte Forellen und Karpfenstücke, Fisch im Bierteig sowie Fischsuppe und -semmeln freuen. Außerdem findet ein Schaukochen statt. Wer keinen Fisch mag, auf den warten Kaffee, Kuchen und Eis. In einer kleinen Fischkunde können Interessierte Wissenswertes über verschiedene Flossentiere erfahren. Auch der beliebte Fischstreichelzoo für Kinder wird wieder mit angeboten, genau wie eine Hüpfburg. Die Geflügelzüchter Niedercrinitz warten mit Schauvolieren auf.

Zu den vielen Helfern, ohne die der kleine Familienbetrieb das große Fest nicht stemmen könnte, gehören beispielsweise Mitglieder der Cunersdorfer Jugendfeuerwehr.

Das Fischerfest Am Wiesengrund 7 in Cunersdorf geht am Samstag von 10 bis 16 Uhr über die Bühne. Um 10 Uhr beginnt das Ab- fischen, das etwa eine Stunde dauert. Der Eintritt ist frei.

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