Das Besondere im Blick

Künstler gestaltet Großbild für Kirchenjubiläum. Ulrich Knebel ehrt seinen Großonkel Albert Sixtus. Junger Dirigent freut sich auf Musikfest in Osnabrück.

Christian Siegel, Künstler aus Zwickau, hat ein Großbild aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Zwickauer Katharinenkirche gestaltet, das am Gebäude für das Jubiläum werben soll. Dafür wird das 15Quadratmeter (2,5 mal sechs Meter) große Bild Mitte des Monats an der Südseite des Turmes angebracht, informiert der Förderverein der St.-Katharinen-Kirche. Das Großbild zeigt eine regenbogenfarbene 800 auf der Schlüsselszene des Altarbildes. Der aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren stammende Flügelaltar im Chorraum wurde 1518 von Kurfürst Friedrich dem Weisen und seinem Bruder Herzog Johann nach Zwickau gestiftet. "Einzigartig ist die Darstellung der Fußwaschung der Jünger durch Jesus als Hauptbild. Deshalb habe ich dieses Detail vergrößert nach außen gebracht. Die 800 in den Farben des Regenbogens soll an Thomas Müntzer und dessen Rolle als Reformator und Beteiligter am Bauernkrieg erinnern", sagte Siegel. Thomas Müntzer wirkte 1520/21 an der Katharinenkirche als protestantischer Prediger. (ja)

Ulrich Knebel (59), Verwalter des Albert-Sixtus-Archivs, kam am Freitag extra aus dem in der Oberlausitz gelegenen Kottmarsdorf nach Kirchberg. Im Gepäck hatte er zahlreiche Exponate für eine Albert-Sixtus-Ausstellung, die noch bis nach Ostern im "Cafe Marie" am Altmarkt zu sehen ist. Sixtus war in Kirchberg als Lehrer tätig und brachte während dieser Zeit mit seiner legendären "Häschenschule" auch sein wohl bekanntestes Werk zu Papier, das 1924 veröffentlicht wurde. Neben Bücher werden in der Ausstellung auch Kopien handschriftlicher Aufzeichnungen gezeigt, die die ersten Versuche widerspiegeln, Verse für die "Häschenschule" zu dichten. "In Sachen Gedenken an Albert Sixtus ist Kirchberg führend. Andere Ort, an denen er gelebt hat, etwa Glauchau und Jena, sind da weitaus weniger emsig", sagte Knebel. Er hat übrigens einen ganz persönlichen Bezug zu Sixtus. "Er war mein Großonkel, den ich aber leider nicht mehr kennengelernt habe. In seinem Nachlass befindet sich noch ein riesiger Stapel von Manuskripten, die nie veröffentlicht wurden. Darunter ganz tolle Sachen", verriet Knebel. (awo)

Torsten Kleditzsch

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Günter Weinelt (73) und Mike Vulturius 47) freuten sich anlässlich der offiziellen Eröffnung des Weißbacher Geyer-Hauses über eine besondere Ehre: Stellvertretend für die ehrenamtlichen Helfer und die an der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes beteiligten Firmen übernahmen sie das Entfernen des roten Bandes an der Eingangstür. Allerdings unterschied sich das Geschehen von den üblichen Abläufen bei ähnlichen Anlässen. Statt es zu zerschneiden, lösten sie das zu einer Schleife gebundene Band mit einem kurzen Zug an den beiden Enden. Verfolgt wurde diese Zeremonie am Freitagabend von 150 geladenen Gästen. "Bei unserem Bürgerfest am Sonnabend hatten dann alle Interessierten die Möglichkeit, einen Blick ins Geyer-Haus zu werfen. Weit über 300 Besucher machten davon Gebrauch", sagte Joachim Ebert, Vorstandsmitglied des Vereines "Historisches Weißbach". Dessen Mitgliedern ist es gelungen, das vom Verfall bedrohte Gebäude im Ortskern von Weißbach zu retten und zu einem Bürgerhaus umzubauen. (awo)

Jonas Ernecke (23), hauptberuf- licher Dirigent, wird beim 6. Deutschen Musikfest, das am Pfingst- wochenende in Osnabrück (Niedersachsen) stattfindet, das Sinfonische Blasorchester des Jugendblasorchesters Zwickau (JBO) dirigieren. Der 23-jährige Erzgebirger gehört zu den hoffnungsvollsten Dirigententalenten der Region. Sein musikalischer Werdegang begann ganz klassisch mit dem Erlernen des Spiels auf der Blockflöte. "Später kam professioneller Trompeten- unterricht hinzu. Ich wurde in Ensembleleitung ausgebildet, gründete am Marienberger Gymnasium im Alter von 14 Jahren meine erste eigene Big Band und nahm nach dem Abitur in Dresden ein Studium der Musikwissenschaften auf", sagte er. Im Alter von 18 Jahren übernahm Jonas Ernecke die künstlerische Leitung der Oederaner Blasmusikanten. Aktuell dirigiert der 23-Jährige zwei Chöre und drei Orchester. Seit kurzer Zeit steht er vertretungsweise für den JBO-Stammdirigenten Wolfgang Uhlig am Pult. Da Uhlig erkrankt ist, muss das für den 13. April in der Festhalle der Schule am Scheffelberg geplante Frühlingskonzert ausfallen und wird lediglich als Probe ohne Publikum durchgeführt. (awo)

Omar Khamkhoyev (16) gehörte zu den 16 jungen Pianisten und Pianistinnen, die bei "Tausendundeine Nacht", dem jährlichen Konzert der Nationen des Rus- sian Music Center Schardscha im Robert-Schumann-Haus in Zwickau die Zuhörer mit Werken klassischer Komponisten begeisterten. Die Ursprungsländer der Zehn- bis 16-Jährigen, die die Liebe zur klassischen europäischen Musik eint, sind Litauen, Syrien, Russland, Rumänien, Algerien, Ägypten, die Ukraine, Südkorea, die Türkei und Kasachstan. Der 16-jährige Omar repräsentierte Kasachstan - seine Mutter ist Georgierin, sein Vater Libanese. "Ich bin zum vierten Mal dabei, und das Konzert im Geburtshaus von Robert Schumann ist für uns alle immer etwas ganz Besonderes", sagte der junge Mann, der mehrere Sprachen spricht, in perfektem Russisch. Er spielte Sergei Rachmaninows Präludium cis-moll. "Die jährliche Reise nach Deutschland ist der Höhepunkt unseres Schuljahres. Für die Konzerte üben wir das ganze Jahr", sagte die aus Russland stammende Olga Kovalenko, die zusammen mit ihrer Schwester Swetlana Tarakanova 2005 das Russian Music Center in Schardscha gegründet hatte. Ihr Sohn Wanja moderierte wie jedes Jahr das Konzert, bei dem insgesamt 22 Werke zu hören waren. Am Sonntag flog die Gruppe zurück nach Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten. (lth)

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