Das braucht keine Sau

Grüner wird's nicht: Eicheln und Kastanien übersäen derzeit die Straßen. Wer sie unbedingt sammeln möchte: Bitte nur zur Dekoration.

Zwickau.

So lange es nicht regnet, zeigt sich der Herbst von seiner charmanten Seite. Das Grün an den Bäumen weicht warmen Farben, und auf Wiesen und Fußwegen verlocken Kastanien, Eicheln und Co. zum Aufsammeln.

Beispielsweise knackt es auf Schritt und Tritt, wandelt man am Platz der Völkerfreundschaft unter der Eichenallee. In mehreren Reihen ragen dort Amerikanische Rot- eichen auf, die ihre großen Früchte und die braun gewordenen Blätter abwerfen. Nachdem die in sechs Reihen gepflanzten Ulmen an dieser Stelle gefällt wurden, kamen die Eichen an ihre Stelle. Das war 1956, keine 30 Jahre später wurde die Allee unter Naturschutz gestellt. Die hochgewachsenen Bäume tragen in diesem Jahr besonders viele Früchte - die Trockenheit macht den seit rund 400 Jahren auch hierzulande beheimateten Bäumen weniger aus.

Selbst wenn der Name es anders vermuten lässt: Die Sumpfeichen, die im Süden des Platzes der Völkerfreundschaft in den 90er-Jahren in vier Reihen gepflanzt wurden, sollen ebenfalls gut mit den sich verändernden Klimabedingungen zurecht kommen. Auch diese Pflanzen stammen aus Nordamerika.

Hingegen ist die Stieleiche, wie sie etwa am Muldedamm oder im Schlosspark Planitz zu finden ist, ein einheimischer Baum. Man nennt sie auch Deutsche Eiche. Am deutlichsten unterscheiden sie sich von den amerikanischen Eichen durch die Form ihrer Blätter - denn die sind in ihren Enden deutlich runder.

Eicheln werfen die einen wie die anderen ab. Diese Früchte gelten als gutes Futter für Schweine - egal ob wilde oder domestizierte. Für Menschen enthalten sie zu viele Bitterstoffe, die erst mit viel Wasser ausgelöst werden müssen. Man kann den Aufwand betreiben, um aus den Nüssen später Mehl oder eine Basis für eine Art Kaffee zu gewinnen. In der Regel werden Eicheln gesammelt, um sie den Tieren des Waldes im Winter zum Fraß vorzuwerfen. Allerdings freuen sich dabei die Sammler mehr als die Empfänger. Zwickaus Stadtförster Reiner Freudenberg sagt klipp und klar, dass er solche Futterspenden für unnötig hält. "Unser Stadtwald ist voll von Nahrung." Zufüttern sei erst nötig, wenn die Rehe bis zum Bauch im Schnee stehen. "Das passiert bei Schneehöhen von 40 oder 50 Zentimetern. Das hatten wir schon sehr lange nicht mehr." Ein weiteres Problem: Das Futter muss gelagert, Kastanien müssen entbittert werden. Das wird auch für den Tierpark Hirschfeld zu viel, der bereits überreichlich mit Früchten eingedeckt wurde. Und der Sachsenforst? Sagt ähnliches. Von dort kommt noch der Hinweis, dass Futter, das auch andere organische Stoffe enthält, schnell schimmelt und dann gefährlich für die Tiere wird.

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