Das fordern Reinsdorfer Politiker

Wahlen 2019 Bei wichtigen Investitionen wollen die Lokalpolitiker weiter parteiübergreifend agieren. Nun zieht es auch die AfD in das Gremium.

Reinsdorf.

Der neue Gemeinderat Reinsdorf bleibt offenbar so bunt wie bisher. 40 Kandidaten bewerben sich bei den Kommunalwahlen am 26. Mai um einen der 18 Sitze. Neben den Freien Wählern, CDU, Linkspartei und SPD wollen erstmals auch zwei AfD-Kandidaten in dem Gremium mitarbeiten. Darunter befindet sich Petra Lorenz, die bisher den einzigen Sitz der Grünen im Rat innehatte. Die Ökopartei ist somit nicht mehr vertreten. Zudem ziehen sich Markus Schädlich und Reinhard Gerber (beide CDU) aus den unterschiedlichsten Gründen aus der Kommunalpolitik zurück. Gleichwohl hofft Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos), dass das Gremium auch zukünftig parteiübergreifend die Kommune und deren knapp 7500 Einwohner voranbringt.

CDU: Das sieht Thomas Ehrler ähnlich, der mit weiteren neun Christdemokraten erneut um die Gunst der Wähler buhlt. "Ich arbeite seit 1999 im Gemeinderat mit. Was in der Zeit entwickelt wurde, daran waren alle Gemeinderäte beteiligt, nicht nur die CDU", sagt Ehrler. Dabei habe immer Sachpolitik im Fokus gestanden. Das sei auch beim größten Vorhaben, dem Bau der Kita "Anne Frank", zum Ausdruck gekommen. Gleiches erhoffe er sich beim Sporthallenbau und der Rathaus-Modernisierung. Zudem wolle er sich für den Erhalt des Freizeitzentrums Erlenwald stark machen. Und noch etwas ist Ehrler wichtig: "Bei unseren Entscheidungen müssen wir uns auf die Empfehlungen des Rathauses verlassen können." Deshalb sei eine faire Zusammenarbeit zwischen Rat und Gemeindeverwaltung weiter immens wichtig.


Freie Wähler: Das kann auch Peter Fritzsch dick unterstreichen. Der Verwaltung sei es immer wieder gelungen, die passenden Fördertöpfe für die Projekte der Gemeinde anzuzapfen. "Wir hatten glücklicherweise immer auch die dafür erforderlichen Eigenmittel zu Verfügung", so Fritzsch. Dennoch dürfte sich das Gremium nicht auf das Erreichte ausruhen. "Herausforderungen bleiben der Breitband- und Straßenbau", fügt er an. Das weiß auch Annika Wehlte, die nicht nur erstmals für die Freien Wähler antritt, sie ist mit 28 Jahren auch die Jüngste aller 40 Bewerber. Die Industriekauffrau arbeitet als Abteilungsleiterin in der SG Friedrichsgrün und will junge Leute für die kommunalpolitische Mitarbeit begeistern. "Es nützt nichts, nur zu schimpfen, jeder kann vor Ort etwas bewegen", sagt sie. SPD: Und für Lutz Merkel ist von Bedeutung, dass es in Dörfern weiter vorangeht. "Wir müssen die ländlichen Strukturen mit Nah- und Arztversorgung erhalten", sagt er. Auch hält der Sozialdemokrat daher den weiteren Breitbandausbau für dringend. Denn die fortschreitende Digitalisierung sei für Stadt und Land gleichermaßen existenziell.

Linke: Auch nach der jüngsten Ansiedlung des Autozulieferers Meleghy Automotive muss die Gemeinde bei der Wirtschaftsförderung weiter unbürokratisch und rasch agieren, sagt Thomas Arnold, der sich mit drei weiteren Genossen erneut um einen Sitz im Gemeinderat bewirbt. Das Quartett ist sich zudem darin einig, dass das Ehrenamt gestärkt und die Selbstständigkeit der Gemeinde erhalten werden muss. "Wir kämpfen aber auch weiter gegen Windräder in der Nähe von Wohngebieten", stellt Arnold klar. AfD: Turbo-Internet steht auch bei Petra Lorenz auf der Agenda für die Zukunft. "Ich brachte schon vor Jahren einen Antrag ein, um den Breitbandausbau zu forcieren", sagt die Geschäftsfrau, die bei den vorangegangenen Wahlperioden als Parteilose über die Listen der FDP und Grünen im Rat landete. Seit 2018 ist sie AfD-Mitglied, will so die Interessen der Bürger vertreten. Als größte Herausforderung bezeichnet sie den Schuldenabbau. "Mit einer hohen Pro-Kopf-Verschuldung werden Investitionen zunehmend schwieriger", betont sie. Und: "Wir können nicht jede Wiese, jeden Acker zum Gewerbegebiet umfunktionieren."

Statistik: In der zu Ende gehenden Wahlperiode hat der Reinsdorfer Gemeinderat bis heute 46-mal in öffentlicher Sitzung getagt. Laut Rathauschef Ludwig leisteten damit die Mitglieder jeweils mehr als 80 Stunden ehrenamtliche Arbeit. In den vergangenen fünf Jahren wurden 1021 Beschlüsse gefasst.

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