Das ganze Dorf kommt auf die Beine

Mit einem eindrucksvollen Festumzug wurde am Sonntag in Obercrinitz an 525 Jahre St.-Johannis- Kirche erinnert. Hunderte Schaulustige verfolgten das Spektakel.

Obercrinitz.

Die 1000-Seelen-Gemeinde Obercrinitz hat am Sonntag eindrucksvoll bewiesen, was für ein enormes Potenzial selbst in einem kleinen Ort stecken kann. Der Festumzug aus Anlass des 525-jährigen Bestehens der St.-Johanniskirche war keineswegs eine reine Kirchenveranstaltung, sondern vielmehr die Präsentation eines ganzen Dorfes.

Fantasievoll von Kirchen, Vereinen, Firmen aber auch etlichen Privatpersonen gestaltete Wagen schlängelten sich in einem 40 Bilder umfassenden Festumzug durch die Straßen des Ortes. Der Crinitzberger Bürgermeister Steffen Pachan (Bürgerkomitee) zog den sprichwörtlichen Hut vor den Organisatoren und Mitwirkenden des Spektakels. "Wir hätten es wirklich nicht für möglich gehalten, dass die Sache so einen großen Umfang annimmt. Dabei muss man hervorheben, dass sämtliche Bilder nur von Leuten aus dem Ort gestaltet wurden und keine Fremden mitwirkten. Das zeugt von einem vernünftigen Miteinander und gesunden Lebensklima im Dorf. In meinen Augen wird das auch dadurch bestätigt, dass viele Einwohner mitgemacht haben, die persönlich der Kirche nicht unbedingt so nahe stehen."

Angeführt wurde der Umzug durch die Obercrinitzer Kirchgemeinde. Vornweg Pfarrer Jonas Großmann und eine Gruppe junger Christen, die per pedes unterwegs waren. Hinter ihnen ein Wagen, auf dem die Kirchenglocke von 1923 regelmäßig angeschlagen wurde. Dann folgte das Umzugsbild der Gemeinde mit den Ansichten des Gotteshauses, dem Posaunenchor und einem Chor von Kindern der Christenlehre. Der Rest des Zuges widerspiegelte das Leben im Dorf. Zur Freude der Zuschauer am Straßenrand nahmen sich die Obercrinitzer auch selbst ein wenig auf die Schippe. Zum Beispiel der Gemeinderat, der Monate schon mal den Alten im roten Mantel hervorgekramt hatte, um bereits jetzt auf den Weihnachtsmarkt hinzuweisen. Zuschauerin Helga Weber aus Zwickau: "Ich finde diese Lockerheit auf dem Land toll. Hier stehen die Leute mit Herz und Seele hinter solchen Ereignissen. Da könnte sich Zwickau mit seinem zwanghaften Drang zu spektakulären Großveranstaltungen eine Scheibe abschneiden. Es geht auch kleiner, dafür aber liebevoller und individueller."

Der Umzug stellte gleichzeitig den Auftakt des Gemeindefestes dar, das im Anschluss auf dem Gelände des Pfarrhofes stattfand. Unter dem Motto "Lasst die Kirche im Dorf" wurde dort am Nachmittag ein Freiluftgottesdienst gefeiert. Die eigentliche Kirchweihfestwoche, zu der auch Landesbischof Carsten Rentzing erwartet wird, steht erst Ende Oktober auf dem Programm.

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