Das Geld ist sicher: Tanzlokal wird abgerissen

Eigentlich hat die Stadt Kirchberg die Fördermittel für den Abriss bereits zugesagt bekommen. Doch bisher fehlte das Geld für die Bachrenaturierung.

Kirchberg.

Vor wenigen Tagen lauerten die Kirchberger noch auf die Genehmigung der Landesdirektion, jetzt ist sie eingetroffen: Die Fördermittel zur Renaturierung des Rödelbaches in Kirchberg sind genehmigt, teilte Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion, jetzt mit. Damit kann sich die Stadtverwaltung an den Abriss des Ballhauses "Wiener Spitze" machen. Bauamtsleiterin Nicole Axmann rechnet mit einer Auftragsvergabe im Oktober.

Die Stadt plant seit Juli 2018, sämtliche Hochbauten des Gebäudes an der Auerbacher Straße 31 inklusive Keller zurückzubauen. Die Fördermittelzusage für den Abriss selbst lag schon im Frühjahr vor. Da die Kelleraußenwand aber eng mit der maroden Bachmauer zum Rödelbach verbunden ist, kam von der Unteren Wasserbehörde die Empfehlung, die nach dem Abriss nicht mehr nötige Ufermauer durch ein naturnahes Ufer zu ersetzen - förderfähig als präventiver Hochwasserschutz. Diese Fördermittel aber musste die Stadt erst beantragen.


Vertreter der Landesdirektion, des Rathauses und des Planungsbüros waren daraufhin überein gekommen, die Planung umfangreich zu überarbeiten. Für den Abbruch allein hatte die Stadt bisher mit Kosten in Höhe von 268.000 Euro gerechnet, für die Gewässerarbeiten mit weiteren 175.000 Euro.

Der Freistaat Sachsen hat sich nun bereiterklärt, die Bachrenaturierung mit Geld in Höhe von rund 160.000 Euro zu fördern. Das Gewässer wird im Bereich der ehemaligen Gaststätte auf einer Länge von 100Metern ökologisch umgestaltet. 100 Meter Ufermauer werden dazu abgebaut, stattdessen eine flache Böschung angelegt. Dadurch werde dem Gewässer zukünftig mehr Raum gegeben, heißt es. Zudem, informiert Behördensprecher Holm Felber, sorgt eine standortgerechte Bepflanzung mittelfristig für mehr Schatten im Bach. Die Gewässersohle erfährt in diesem Bereich ebenfalls eine ökologische Aufwertung: Laub und Totholz sollen eine Lebensgrundlage für tierische Kleinstlebewesen schaffen. Totholz und große, sogenannte Störsteine, sollen dort verbaut werden und Fischen einen Unterschlupf geben. Felber zufolge liegen die geplanten Gesamtkosten für die Umbauarbeiten des Rödelbaches bei etwa 178.000 Euro. Die Stadt Kirchberg bringt den Differenzbetrag von rund 18.000 Euro aus eigenen Haushaltsmitteln auf.

Die Gastwirtschaft, in deren Mauern ein Sockelstein mit der Jahreszahl 1701 verbaut wurde, galt einst als angesagtes Ausflugslokal. Dort fanden Konzerte namhafter Künstler, Theateraufführungen und Vereinstreffen statt. 1987 wurde sie geschlossen. Wiedereröffnungsversuche scheiterten. Im Sommer 2006 musste die Stadt die Straße vor dem Ballhaus vorübergehend sperren lassen, weil Teile des Dachs und des Giebels eingestürzt waren. Seither verfällt das Haus mehr und mehr. (mit vim)

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