Das Thema Hospiz erhält mehr Beachtung

Zwickau.

Sie haben ihr Ziel erreicht: Ute Rosenbaum spricht für ihre zehn Studierenden, als sie sagt, dass die selbst gestellte Aufgabe erfüllt wurde. "Wir wollten das Thema ,stationäres Hospiz' in Zwickau zu einem Thema machen - und das ist uns gelungen." Mehr als 1000 Unterschriften von Zwickauern haben die angehenden Pflegemanager in den vergangenen Wochen online gesammelt - am Mittwoch übergaben die jungen Leute die Ergebnisse ihrer Bemühungen an Oberbürgermeisterin Pia Findeiß.

Bis zum Zeitpunkt der Übergabe hatten 1024 Zwickauer und rund 500 Menschen aus anderen Orten die Petition unterzeichnet. Gehofft hatten die Studenten auf 1200 Zwickauer - doch die Oberbürgermeisterin versicherte, dass es keinen Unterschied macht: "Rein rechtlich reicht für eine Petition eine einzige Unterschrift. Doch solch eine hohe Anzahl verleiht dem Anliegen natürlich mehr Nachdruck."


Das Anliegen der Studierenden ist nicht in erster Linie, dass ein Hospiz in Zwickau eingerichtet wird. Doch bei ihrer Auseinandersetzung mit diesem Thema haben sie festgestellt, dass die Region Zwickau in diesem Fall durchaus Bedarf hat. Ein stationäres Hospiz, erklärt die Professorin, kümmert sich um Menschen am Ende ihres Lebens, bei denen niemand da ist, der sie zuhause betreuen kann. Im Gegensatz zum mobilen Hospizdienst, der Sterbende und deren Angehörige in ihrem Zuhause begleitet. Ute Rosenbaum und die Studenten wissen, dass die ehrenamtlichen Helfer oft über ihre Belastungsgrenze hinaus benötigt werden.

Pia Findeiß nahm die Unterschriften und auch den Auftrag entgegen, das Thema in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Denn auch die von den Studenten erbetene Unterzeichnung der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen" sei nicht die Aufgabe einer Oberbürgermeisterin allein. Die solle der Stadtrat und die Gesellschaft mittragen. "Wie wir das in den Rat bringen, müssen wir noch einmal diskutieren", sagte sie. Denn die Sozialplanung obliege dem Landkreis. Obwohl das nicht bedeute, dass die Stadt sich nicht auch einbringen könnte. So, wie das die Studenten getan haben - und nach Meinung der Professorin sogar über das erwartbare Maß hinaus. Für sie ist das Thema noch nicht abgeschlossen.

Eine Informationsveranstaltung zum Thema Betreuungs-Charta und Hospizprojekt gibt am Mittwoch ab 18 Uhr an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Im Hörsaal 2 auf dem Scheffelberg-Campus, Scheffelstraße 39, erklären die Studenten, was ein Hospiz ist, welche Formen es gibt und wie die Hospizstrukturen in Westsachsen aussehen. Der Eintritt ist frei.

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