Das wünschen wir uns für 2020

2020 ist ein Schaltjahr - und eines, in dem ganz schön was los ist. So findet ab April die vierte Landesausstellung mit dem Hauptaustragungsort Zwickau statt, das Gewandhaus steht vor der Wiedereröffnung, und das VW-Fahrzeugwerk in Mosel produziert letztmals Autos mit Verbrennungsmotor. Sieben Menschen des öffentlichen Lebens haben uns ihre Wünsche für 2020 verraten.

Hans-Jürgen Melle, Geschäftsführer des Zwickauer Kinderhausvereins: Die Wünsche von Hans-Jürgen Melle betreffen natürlich die Kinder: "Ich wünsche mir gesunde, motivierte und zufriedene Mitarbeiter, die die Liebe zu Kindern und Jugendlichen im Herzen tragen." Am Herzen liegt ihm aber auch noch anderes, etwa der Erhalt der Demokratie in Deutschland. "Und natürlich weltweiter Frieden, eine gerechte Verteilung des Reichtums und wachsendes Bewusstsein für ökologisches und nachhaltiges Leben." Für Sachsen wünscht sich Melle einen besseren Personalschlüssel nicht nur für Kindertagesstätten, sondern auch in Kinder- und Jugendheimen, in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern. In Zwickau sähe er gern mehr Familien mit Kindern und eine Politik, die sich noch stärker für die Bildung von Kindern und Jugendlichen einsetzt. "Außerdem hoffe ich, dass der erste Unverpackt-Laden in Zwickau so viel Erfolg hat, dass sich andere daran ein Beispiel nehmen."

Pascal Kunze, Rennrodler vom ESV Lok Zwickau: Der 16-jährige Sportler hatte im Winter im Weltcup schon recht gute Ergebnisse. Sein sportliches Hauptziel für 2020 ist ein gutes Abschneiden bei den Olympischen Winter-Jugendspielen in Lausanne. "Ich möchte dort eine Medaille gewinnen. Das erhoffen sich auch meine Trainer von mir", sagt er. Abreise ist am 8. Januar, der Wettkampf findet zehn Tage später statt. Die Bahn in St. Moritz kennt Pascal Kunze vom Weltcup im vergangenen Jahr, dort war er sehr gut zurechtgekommen. "Danach könnte ich mich über die Weltcup-Serie für die Junioren-Weltmeisterschaften qualifizieren - die finden in Oberhof statt. Die Nominierung für die WM läuft noch."

Conny Stiehl, Präsident der Polizeidirektion Zwickau: Was man sich als Polizeipräsident wünscht, sei ja wohl klar, sagt Conny Stiehl: "Dass die Kriminalität zurückgeht und weniger Unfälle passieren." Aber natürlich hat ein hochrangiger Polizist noch mehr Anliegen. "Ich wünsche mir, dass wir weiter so gut wie bisher mit unseren Partnern zusammenarbeiten. Egal, ob andere Polizeireviere, Rettungsdienste, Feuerwehren oder Medien." Stiehls dritter Wunsch bezieht sich auf den Umbau der Polizeidirektion an der Kolpingstraße/Ecke Walther-Rathenau-Straße in Zwickau: "Ich hoffe, dass die Umbauarbeiten weiter gut vorangehen und dass sich auf der Baustelle niemand verletzt."

Sandra Kaiser, Geschäftsführerin des Theaters Plauen-Zwickau, wünscht sich von der sächsischen Landesregierung, dass sie den begonnenen Weg zur Unterstützung der Theater und Orchester im ländlichen Raum fortsetzt und damit den Bürgern auch außerhalb der Großstädte abwechslungsreiche Kulturerlebnisse ermöglicht. Zum Jahreswechsel herrsche im Theater stets Hochbetrieb. Da bleibe wenig Zeit für ruhige und besinnliche Stunden mit Familie oder Freunden. Umso mehr freut sie sich über die sehr gute Resonanz auf die zahlreichen Veranstaltungen. "Ende dieses Jahres werden wir unsere Gäste endlich wieder im umfangreich sanierten Zwickauer Gewandhaus begrüßen können. Mit der Wiedereröffnung im Oktober 2020 geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung", sagt sie. "Unsere Besucher dürfen sich auf ein komplett neu gestaltetes Innenleben freuen." Doch auch wenn damit wieder Leben ins Gewandhaus einzieht und die Ensembles nach der langen Interimsphase in zahlreichen Außenspiel- und -probenstätten wieder etwas enger zusammenrücken, bleibe ein großer Wunsch noch unerfüllt - eine neue kleine Bühne. "Mit dem Abriss des Theaters in der Mühle haben wir unsere kleine Spielstätte in Zwickau ersatzlos aufgeben müssen. Neben zahlreichen eigenen Produktionen für Kinder und Erwachsene sowie Gastspielen war sie auch ein wichtiger Ort für unsere Theaterjugend- und Theaterstudentenclubs", sagt Sandra Kaiser und hofft auf Unterstützung aus der Kommunalpolitik. Besorgt ist sie über die zunehmende Unzufriedenheit und Aggressivität in unserer Gesellschaft. "Ich wünsche mir, dass wir uns wieder bewusst an kleinen Dingen erfreuen und unserem Gegenüber mit Höflichkeit und Respekt begegnen."

Norman Rentsch, Trainer des Handball-Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau, wünscht sich erst einmal, dass alle gesund bleiben und zusammen die derzeit schöne sportliche Situation genießen können. "Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, werden wir dank unserer Teamgeschlossenheit weiter unseren Weg gehen. Das macht sich besser, wenn wir mit einer kompletten Mannschaft entspannt und gut trainieren können." Er hofft, dass im neuen Jahr diejenigen, die lädiert und angeschlagen waren, wieder dazustoßen. Auf dem Wunschzettel steht auch eine neue Halle. "Die würde uns die Möglichkeit geben, uns anders zu vermarkten und den Zuschauern mehr zu bieten. Wir sind nicht mehr die graue Maus der Liga. Wir wollen vorankommen, wir wollen an die Öffentlichkeit."

Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik & Logistik, Volkswagen Sachsen: "Volkswagen hat nach dem erfolgreichen Produktionsstart des ID.3 in Zwickau dem Elektro-Zeitalter den nötigen Schub gegeben", sagt de Vries. Der Standort habe damit jetzt in der Automobilindustrie über die Grenzen Sachsens hinaus eine neue Rolle übernommen - als Vorreiter und Vorbild. "Gemeinsam mit der Stadt Zwickau müssen wir jetzt den nächsten Schritt gehen: Beim Thema Ladeinfrastruktur müssen wir wesentlich mehr tun als bisher." Das gelte für Politik, Industrie und lokale Wirtschaft (etwa Hotels, Restaurants, Einzelhandel, Immobilienwirtschaft) gleichermaßen. "Wir müssen Zwickau zur Modellregion der Elektromobilität umbauen", betont de Vries. Er wünscht sich, dass Volkswagen seinen internationalen Besuchern und Kunden nicht nur vom Umbau des Werks in Mosel berichten kann, sondern von der Elektrifizierung einer ganzen Region. "Sicher, dies wird eine erhebliche Kraftanstrengung, aber eine lohnende, die Arbeitsplätze und Wohlstand in Westsachsen sichert."

Christian Landrock macht Pressearbeit für die 4. Sächsische Landesausstellung, die 2020 in Zwickau stattfindet. Daher rührt sein Wunsch für das neue Jahr: "Ich wünsche mir, dass 2020 richtig boomt, da dieses Jahr die 4. Sächsische Landesausstellung 'Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen' steigt." Dass Zwickau dabei mit einer Schauplatz- und der Zentralausstellung im Fokus des Interesses steht, freut Landrock als Einheimischen ganz besonders. Er sagt: "Ich wünsche mir viele Besucher, tolle Begegnungen und spannende Debatten zum Thema Industriekultur, die Zwickau bis heute prägt."

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