Der goldene Stadtteil

Grüner wird's nicht Rote Blätter gibt es im Planitzer Schlosspark im Sommer zuhauf - dank der Blutbuchen und Co. Bis zum Winter ergeben sich dort immer neue Farbkombinationen.

Zwickau.

Je länger man sich in der Natur umschaut, desto deutlicher wird, dass es ein Trugschluss ist, die Natur als "grün" zu bezeichnen. Zwar nimmt die Stadt Zwickau für sich in Anspruch, über besonders viel Grün zu verfügen. Aber eigentlich handelt es sich dabei um eine Mischung aus ganz unterschiedlichen Grüntönen, ergänzt um so ziemlich alle anderen Farben.

Dabei weist der Planitzer Schlosspark eine Besonderheit auf: Carl Eduard Adolph Petzold hat den Park nicht nur im Sinne von englischen Landschaftsgärten umgestaltet. Es wurden zudem Baumarten ausgesucht, die mehr Farben in die Landschaft bringen. Angefangen von der Krim-Linde, deren Blätter an der Oberseite dunkelgrün sind und einen schönen Kontrast zu den gelben Blüten bilden, bis hin zu Blutbuchen oder anderen Mutationen mit purpurnen Blättern. Jetzt im Herbst verschwindet das Rot aus dem Bild, und der Park präsentiert sich in warmen Goldtönen - überwiegend.

Die Umfärbung kommt zustande, weil die Bäume sich auf den Winter vorbereiten, also auf eine Ruhephase. Dazu ziehen sie Nährstoffe inden Stamm zurück und bauen das Chlorophyll ab, das für die Foto- synthese benötigte Blattgrün. Übrig bleiben andere Farbstoffe, etwa Karotinoide, Xanthophylle und Anthocyane, deren Spektrum von gelb bis violett reicht. Diese Farben sollen dafür sorgen, dass die empfindlichen Bestandteile des Chlorophylls in den Blättern nicht zerstört werden. Außerdem wird vermutet, dass die grellen Farben Insekten davon abhalten sollen, ihre Eier dort abzulegen. Wenn die Blätter allerdings schließlich braun gefärbt sind, sind sie am Ende ihres Lebens angekommen.

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