Der Rufer in der Fußgängerzone

Wahlen 2019 Im Landtagswahlkampf versucht SPD-Chef Martin Dulig, Wähler direkt auf der Straße anzusprechen. Auch in Zwickau.

Zwickau.

Straßenwahlkampf in Reinkultur. Mit dem Format "Fünf Minuten Dulig" hat Sachsens Wirtschaftsminister und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am Samstagmittag die Zwickauer Innenstadt besucht. Auf Einladung der örtlichen Landtagskandidaten Mario Pecher und Sebastian Lasch war Martin Dulig für insgesamt vier kurze Reden in die Robert-Schumann-Stadt gekommen. Die Idee hat er aus London mitgebracht - von der Speakers Corner, an der jeder, der etwas sagen will, eine kurze Rede halten kann. "Am liebsten wären mir ein Megafon und eine Gemüsekiste gewesen", sagte Dulig. Beides stand nicht zur Verfügung, also stellte sich der SPD-Mann mit einer Mikrofonanlage mitten in den Zugang zur Äußeren Plauenschen Straße.

Er verkündete seine Botschaften unter anderem zum dringend ausbaubedürftigen Radwegenetz, zu kostenfreien Kindertagesstätten und einem ÖPNV, der den Bedürfnissen der Sachsen entspreche. Auch seine Forderung nach dem Zusammenschluss der fünf Verkehrsverbünde zu einer Landesverkehrsgesellschaft wiederholte er.


"Während meiner Reden sind etwa 300 Menschen hier vorbeigekommen", schätzte Dulig. Auch die, die nicht stehen geblieben sind, haben seine Botschaften gehört. Das bringe mehr als große Wahlkampfveranstaltungen, glaubt er. "Zudem war ich noch nie ein Freund davon, Wahlkämpfe in großen Hallen durchzuführen." Das Format "Fünf Minuten Dulig" sei da viel mehr nach seinem Geschmack, und zudem komme der direkte Kontakt bei den Wählern besser an.

Dabei ist sich Dulig auch der Gefahren bei derartigen Veranstaltungen bewusst. "Natürlich mache ich mich angreifbar, wenn ich auf offener Straße mit den Menschen in Kontakt kommen will", sagte er. Es sei inzwischen keine Seltenheit mehr, für seine politischen Überzeugungen angepöbelt zu werden.

Dulig macht sich für einen sachlichen Umgang miteinander stark. "Im Internet allerdings ist es besonders schlimm", sagte er. "Dort sind in Sachen Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen inzwischen leider alle Hemmschwellen gefallen." Bei seinem Auftritt am Samstagmittag in Zwickau sei es jedoch vergleichsweise ruhig verlaufen. "Es waren zwei oder drei Passanten, die Beleidigungen ausgesprochen haben", sagte der SPD-Spitzenkandidat.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...