Die Fragen des Gerippes "Mülsi" bleiben bisher unbeantwortet

Der derzeit wohl populärste Ortmannsdorfer wartet nach der 800-Jahr-Feier mit neuem Outfit und neuer Botschaft auf. Sein Schöpfer siegte beim Wettbewerb um die schönste Puppe zum Jubiläum.

Mülsen.

Der "Mülsi", ein Gründungsvater von Ortmannsdorf, hat in Vorbereitung und während der 800-Jahr-Feier des Mülsener Ortsteils Ortmannsdorf mit seiner humorvollen Kritik am schlechten Zustand der Ortmannsdorfer Straße große Popularität erlangt.

Und während einige Puppen nach dem Fest wieder aus den Vorgärten verschwunden sind, grüßt das Gerippe "Mülsi" weiter Passanten am Ortseingang aus Richtung Niclas. Und nun sogar mit neuem Outfit und neuer Botschaft. Offenbar war es ihm mit seinen Gummistiefeln, dem Helm und dem Umhang zu warm. Er hat diese Kleidung gegen Sandalen, kurze Hose und Basecap getauscht und bedankt sich für das tolle Fest sowie bei all seinen Fans. Diese haben schließlich dafür gesorgt, dass sein Erschaffer, Gerd Pöhland, den Wettbewerb um die schönste Festpuppe gewonnen hat.


"Eigentlich wollte das Festkomitee die zehn schönsten Puppen küren. Doch angesichts der vielen tollen Szenen konnten wir uns nicht entscheiden und haben die Wahl den Festgästen überlassen", sagt Jana Kliche vom Festkomitee. Sie berichtet, dass 100 Bilder von Puppen zur Abstimmung im Festzelt aufgehängt worden waren. Die meisten Stimmen erhielt Gerd Pöhland für seinen "Mülsi". Aufgrund von Stimmengleichheit wurde der zehnte Platz gleich dreimal vergeben. So konnten sich insgesamt 13 Ortmannsdorfer über einen Jubiläums-Kaffeepott freuen.

Doch "Mülsi", der sich zum Fest noch darüber gefreut hatte, dass die Straße, die er vor 800 Jahren gebaut hatte, fast im Originalzustand belassen wurde, fragt inzwischen, wie es mit dieser nun weitergeht: "Endlich mal Straßenbau oder weitere 800Jahre Rüttelplatte?" Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, hakte "Freie Presse" vorige Woche im Landratsamt nach und bat bis Freitag um eine Antwort. Doch bis Montagabend stand diese aus. Klar ist bisher nur, dass vor dem Straßenbau die Erneuerung der Schmutzlerbrücke ansteht, die sich ein Stück ortsaufwärts befindet. Doch ob und wann der Flickenteppich der Ortmannsdorfer Straße zu einer gut befahrbaren Trasse durch das Dorf wird, darüber schweigt man bisher im Landratsamt. Vielleicht bleibt ja "Mülsi" mit seiner Frage noch eine Weile stehen, um die Behörde daran zu erinnern, dass hier unbedingt etwas getan werden muss.

Als neuer Ortmannsdorfer Star wird das Gerippe den Kalender für 2020 zieren, der Ortsansichten und Fotos vom Fest kombinieren wird. Dieser ist derzeit in Arbeit. Zu kaufen gibt es den Kalender demnächst in der Bäckerei Werner, der Drogerie Röhner, dem Gasthof "Zur Schmiede" und dem Salon "Kamm und Schere" im Dorf. Neu gedruckt wird derzeit die Festschrift, deren 500 Exemplare umfassende Erstauflage bereits ausverkauft ist. Darüber hinaus plant das Festkomitee, bis zum Jahresende in einem kleinen Buch alle Puppenszenen zu veröffentlichen, die anlässlich des Jubiläums im Dorf mit viel Liebe und Humor aufgebaut worden waren.

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