Die Freundschaft hat gesiegt

Obwohl die Partnerschaft zwischen den Kleingartenvereinen "Frohe Arbeit" in Dortmund und der Zwickauer Kleingartenanlage "Nordlicht" nur elf Jahre Bestand hatte, gibt es zwischen den Gärtner noch rege Kontakte.

Zwickau.

Nicht jede Beziehung ist von Dauer. Diese mitunter etwas schmerzhafte Erfahrung mussten auch die Kleingärtner der Zwickauer Anlage "Nordlichter" und ihrer gleichgesinnten Gartenfreunde der Anlage "Frohe Arbeit" in Dortmund machen. Denn nach elf Jahren endete 2015 die Partnerschaft der beiden Vereine - nicht aber die im Laufe der Zeit entstandenen Freundschaften zwischen den Kleingärtnern. "Viele von uns, allen voran jene, die sich seinerzeit dafür stark gemacht hatten, waren überhaupt nicht glücklich und schwer enttäuscht über die Entscheidung des Vorstandes, die Partnerschaft mit den Westsachsen aufzukündigen. Die Zwickauer traf dabei keinerlei Schuld", sagte Frank Turner. Er war damals als zweiter Vorsitzender einer der Initiatoren der Partnerschaft. Einige der Dortmunder Vereinsmitglieder setzen deshalb das fort, was früher zu den schönen Gepflogenheiten der Verbindung gehörte und statten den Zwickauern regelmäßig einen Besuch ab.

"Wenn wir nach Zwickau kommen, dann kommen wir zu richtig guten Freuden. Das war schon immer so, und deshalb sind wir auch gerne hier, insbesondere dieses Jahr, in dem die ,Nordlichter' ihr 25-jähriges Bestehen feiern." "Nordlicht"-Vereinschef Günter Badstübner stößt in die gleiche Kerbe: ,,Als wir hörten, dass es kein Interesse mehr an der Partnerschaft geben würde, waren wir schon irritiert. Schließlich hat die Chemie zwischen den Akteuren von Anfang an gestimmt. Da gab es weder Vorbehalte, noch Berührungsängste, ganz zu schweigen von Ost-West-Befindlichkeiten. Wir sind einfach auf einer Welle geschwommen." Umso mehr haben sich die Zwickauer gefreut, dass die Kontakte nicht gänzlich abgebrochen wurden. Weiterhin stehen alljährlich gegenseitige Besuche von Vereinsmitgliedern auf dem Programm, es wird regelmäßig miteinander telefoniert, und Erfahrungen werden ausgetauscht. Frank Turner: "Wir haben mehr als 120 Parzellen, die Zwickauer lediglich 24. Aber die Probleme unserer Gartenvereine ähneln sich in etlichen Punkten. Viele ältere Vereinsmitglieder geben ihre Gärten ab, weil ihnen die Arbeit zu viel wird. Jüngere rücken kaum nach. Da ist es interessant zu erfahren, wie unsere Zwickauer Freunde es immer wieder schaffen, hier kaum mal Leerstand zu haben." Daher sei es gut, gelegentlich einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen.

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