Die Natur ändert ihr Gesicht

Die trockene Witterung hinterlässt überall in Zwickau sichtbare Spuren. Doch nicht gegen alle Probleme wird etwas getan. Aus gutem Grund.

Zwickau.

Die Eckersbacher machen sich Sorgen, weil sich durch die anhaltende Trockenheit das Gesicht ihres Stadtteils verändert. Es betrifft nicht nur die Rasenflächen, die längst alles andere als grün sind. Vor allem der Teich im Wohngebietspark wird trockener und trockener. Anwohner Rainald Rost hat in den vergangenen Wochen be- obachtet, wie das Gewässer austrocknet. "Es sieht verheerend aus", berichtet er - und fragt, ob davon nicht auch Pflanzen und Tiere gefährdet sind, die sich in dem Teich angesiedelt haben.

In der Stadtverwaltung sieht man zwar auch, dass Zwickau derzeit immer weniger grün ist. Jedoch sagt Jörg Voigtsberger, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes, dass man an vielen Stellen der Natur ihren Lauf lassen werde. Das gilt auch für den Wohngebietspark in Eckersbach. Dort hat die Stadt ein System aus Gräben und Mulden geschaffen, dass das Regenwasser aus den versiegelten Flächen aufnimmt und auf diese Weise den Auerbacher Bach zu entlasten. So entstehen immer wieder aufs Neue Wasserflächen, die bei entsprechender Witterung auch wieder austrocknen, heißt es aus dem Garten- und Friedhofsamt. Entstanden ist dabei auch ein kleiner künstlicher Teich, der zwar deutlich tiefer ist und damit auch das Wasser länger hält - doch auch diese Fläche kann austrocknen. Dass dabei schützenswerte Tiere oder Pflanzen bedroht wären, ist dem Amtsleiter nicht bekannt. "Selbst wenn: Es wäre schwierig, überall einzugreifen. Die Natur reguliert das selbst", sagt der Amtsleiter. Dass Teiche austrocknen, passiere immer wieder. Wenn tatsächlich Fische gefährdet sind, dann ist es die Aufgabe des Anglerverbandes, die Tiere umzusetzen - denn der Verband hat einen Teil der Teiche gepachtet und dann dort gezielt Fische angesiedelt.

"Die Natur ist unterschiedlichen Einflüssen unterworfen - damit kommt sie klar. So besteht ja andererseits bei einem Hochwasser auch die Gefahr, dass Fische und Pflanzen hinausgeschwemmt werden", sagt Voigtsberger. Die Anlage im Eckersbacher Wohngebietspark ist so gestaltet, dass sie auch optisch von der Veränderung lebt. "Es gibt sogar einen Vorteil, wenn der Teich jetzt immer trockener wird: Dann kann er bei einem starken Regenguss mehr Wasser aufnehmen." Denn der Boden ist infolge des heißen Wetters derzeit nicht dazu in der Lage, das Wasser würde über die Oberfläche hinweg fortfließen.

Entwarnung gibt hingegen Jens Juraschka. Der Chef des Vereins "Gemeinsam Ziele erreichen" sagt, dass die Teiche im Marienthaler Tier- gehege gut gefüllt sind, auch die Qualität des Wassers sei in Ordnung. Die beiden Gewässer werden nach wie vor aus dem Marienthaler Bach gespeist.

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