Die Puppenspieler kehren heim ins frisch gemachte Nest

Vorfristig ist am Montag die städtische Einrichtung wieder eröffnet worden. Theaterfans müssen sich dennoch in Geduld üben.

Zwickau.

Monika Gerboc kann so große, runde Stauneaugen machen, dass sie sich all den Feenstaub hätte sparen können. Andererseits sind wir hier im Theater, und da ist gegen ein paar Hände voll in die Luft gepusteten Flitter nichts zu sagen.

Mit einer eigens geschriebenen Geschichte haben sich die Mitarbeiter des Puppentheaters Zwickau - 13sind es insgesamt - bei allen bedankt, die am Montag zur Eröffnung eingeladen waren: Vertreter der Baufirmen, der Verwaltung und von Behörden. 1,85 Millionen Euro hat es gekostet, das Puppentheater neben dem Gewandhaus zu sanieren. Dabei wurden auch sämtliche Verbindungen zum Gebäude des Theaters Plauen-Zwickau gekappt, denn die Puppenspieler gehören seit 2016 zur Kultour Z. und damit zur Stadt Zwickau. Die zahlt jährlich reichlich 700.000 Euro für den Betrieb des Puppentheaters und hat 1 Million Euro für die Sanierung bereitgestellt. Knapp 400.000 hat der Freistaat gezahlt, weshalb auch Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) ein paar Worte sagen durfte, rund 480.000 Euro kamen vom Kulturraum Vogtland-Zwickau, der noch mal in seine Kassen gegriffen hatte, als sich herausstellte, dass der Bau um 350.000 Euro teurer zu werden drohte.


Nun ist die Sanierung Geschichte - zumindest fast. Laut Kultour-Z.-Chef Jürgen Flemming fehlt noch die endgültige Bauabnahme. Warum das Haus dennoch schon eröffnet worden ist, erklärt er mit dem anstehenden Urlaub des Ensembles und damit, dass sofort danach die Proben beginnen -erst für das Gruseltheater-Spektakel Ende August auf Burg Schönfels, und dann beginnen die Vorbereitungen auf das Puppentheater-Festival im Oktober. Das ist dann der offizielle Neustart.

"Es fühlt sich an wie Nach-Hause-Kommen", sagt Puppenspielerin Franziska Till. Auch ihre Augen blitzen. "Das ist Motivation hoch zehn für uns. Da weiß man, wofür man arbeitet." Nach zwei Jahren in der "Neuen Welt" kehrt das laut Flemming kleinste institutionelle Puppentheater Deutschlands wieder in die Innenstadt zurück. Mit der nun wieder augenfälligen Fassade bekommt dieser Kulturbetrieb neue Aufmerksamkeit. Wie das mit Leben gefüllt wird, zeigt sich. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) versprach schon mal, dem Haus in ihrer Eigenschaft als Oma häufiger Besuche abzustatten.

Doch auch Erwachsene und Jugendliche wollen die Meister der Puppen einfangen. Sie entwickeln ein Stück, mit dem sie in die Schulen gehen wollen -so soll es um Müll gehen und um die Zukunft. "Puppentheater erlaubt es, Geschichten auf mehreren Ebenen zu erzählen, und es entwickelt einen ganz eigenen Witz", schwärmt Franziska Till. Das ist auch für ältere Zuschauer wie gemacht. Kein Wunder, dass Theater-Intendant Roland May nicht nur aus Höflichkeit gekommen war: "Wir hoffen, dass wir es bald hinkriegen, eine Kooperation auf die Beine zu stellen." Dann rücken beide Einrichtungen doch wieder zusammen.

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