Drei Plätze - Drei Epochen

900 Jahre Zwickau Die Stadt im Wandel der Zeit erleben: Das wird beim Historischen Markttreiben möglich.

Zwickau.

Das Historische Markttreiben - in diesem Jahr am 8. und 9. September - bekommt anlässlich des Jubiläums "900 Jahre Zwickau" ein neues Gewand und soll die Besucher dazu verführen, "Zwickau im Wandel der Zeit" zu erleben. An beiden Tagen wird der Markt 11 Uhr zusammen mit allen Beteiligten am Domhof eröffnet und lädt am Samstag bis 22 Uhr und Sonntag bis 18Uhr zum Bummeln ein.

Das Neue an der thematischen Ausrichtung ist, dass sich auf jedem der drei großen innerstädtischen Plätze (Domhof, Haupt- und Kornmarkt) eine andere Epoche vorstellt und sich Episoden der Zwickauer Stadtgeschichte widmet. Illustriert wird die Szenerie durch liebevoll dekorierte Stände und kostümierte Händler und Künstler. "Doch auch die Gäste sind herzlich eingeladen, im zeittypischen Gewand zum Markt zu erscheinen. Sie werden Teil der Szenerie und einer Reise durch die Zeit", sagte Rathaussprecher Mathias Merz.

Der Domhof steht ganz im Zeichen des Mittelalters und der Reformation. Die Ausgestaltung der Fläche übernimmt die Firma Heureka Leipzig, die seinerzeit 2014 schon das Festival der Reformation in Zwickau gestaltete. Heureka-Marktmeister Heiko Guter sagte: "Um den ehrwürdigen Zwickauer Dom erwartet den geneigten Besucher ein historischer Markt aus der guten alten Zeit, so wie es ihn nie gegeben hat. Lassen Sie sich beim Lichterschein der Fackeln und Ölfunzeln und der Ruhe des Domhofes die entschleunigte Atmosphäre aufs Gemüt legen." Doch Historienspektakel bedeutet vor allem kurzweiliges Amüsement und Aktionen für Kinder und die ganze Familie. So wird es beispielsweise zahlreiche Mitmachhandwerkerstände wie Tischlerei, Bogenbauer, Korbmacherei und Schmiede geben.

Der Hauptmarkt bildet die Kulisse für die Zeit Robert Schumanns, der hier 1810 geboren wurde und seine Kindheit und Jugend verlebte. Mit zahlreichen Ständen, verschiedenen Handwerkskünsten und in die Zeit passenden Programmpunkten, wandeln hier die Besucher auf den Spuren der Biedermeierzeit. Auf dem Ostspiegel kann man dem Geschichtenschnitzer lauschen oder sich über die Historie des Fahrrades informieren. Am Samstag, 15Uhr, wird dann noch ein besonderer Gast erwartet: Aus dem Barock eingeladen ist August der Starke, der zu einer Audienz vor dem Rathaus bitten wird. Neben Künstlern gibt es zudem zahlreiche Vereine, die für ein buntes Treiben sorgen. Und auch das Theater Plauen-Zwickau wird vertreten sein. Das Stadtarchiv wird die neueste Ausgabe des Bändchens "Cygnea" sowie die neue Auflage des Postkartenkalenders für das Jahr 2019 präsentieren. Vor dem Robert-Schumann-Haus wird es einen zentralen Verkaufsstand für alle Fahrkarten der Stadtrundfahrten mit dem Pferdeomnibus und dem historischen Roburbus geben. Der Kornmarkt steht im Zeichen von Mobilität und Technik. Der Platz an der Westsächsischen Hochschule widmet sich dem Zeitalter der Industrialisierung, dem Automobilbau sowie dem beginnenden 20. Jahrhundert. Eine besondere Kulisse für ein schönes Erinnerungsfoto bietet der Teslamat. In ihrem nostalgischen Fotokabinett entführen der Graf und die Gräfin von Tesla alle Besucher in eine andere Zeit. Das August-Horch-Museum hat unter anderem Informationen rund um die Geschichte des Zwickauer Automobilbaus im Gepäck. Zudem kann man sich am Stand des Museums für eine Rundfahrt im Horch 951 anmelden. Die Hochschule bietet neben Führungen, Informationen und Mitmachangeboten einen besonderen Programmpunkt. Am Samstag, 15 und 16 Uhr, entführt der Prodekan der Fakultät für Elektrotechnik in einer Vorlesung in die "Historia Mobilitatis". Dabei werden beginnend vom Pferdefuhrwerk insbesondere die elektrisch angetriebenen Straßenfahrzeuge von der Historie bis heute betrachtet. (ja)

Das vollständige Programm des Historischen Markttreibens kann im Internet abgerufen werden. www.zwickau.de


Die Straße der Innungen

Um die Handwerkskunst geht es in der Keplerstraße. Die Straße der Innungen widmet sich unter Teilnahme der Zwickauer Kreishandwerkerschaft der Tradition von Handwerk. So geben Dachdecker, Bäcker, Tischler, Fliesenleger, Ofensetzer, Schmied und Raumausstatter nicht nur Einblicke in ihre Zunft wie sie heute ausgeführt wird, sondern haben auch das eine oder andere aus der Historie zu berichten.

Was machen Mönch und Nonne gemeinsam auf dem Dach? Welches Brot aß man vor 1000 Jahren? Wo wurden die ersten Kacheln verbaut. Und seit wann gibt es Heizungen? All diesen Fragen lässt sich in der Straße der Innungen nachspüren.


Zusätzliche Angebote

Besondere Programme bieten während des Historischen Markttreibens das Stadtgeschichtliche Museum in den Priesterhäusern am Domhof und das Robert-Schumann-Haus am Hauptmarkt an.

In den Priesterhäuser wird die Sonderausstellung "Geschichte und Geschichten - 900 Jahre Zwickau" gezeigt. Aber auch Schautöpfern, eine

Suppenverkostung in der alten Rußküche und weitere Angebote gitb es.

Das Robert-Schumann-Haus lädt unter anderem zum Volksliedersingen, zu einem Klang-Parcours für Kinder und zu einem Konzert am Wilhelm-Wieck-Flügel mit Thomas Synofzik ein.

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