"Eberhard" macht Parks unsicher

Hinter den westsächsischen Feuerwehren liegt ein ereignisreiches Wochenende. Aber noch sind nicht alle Gefahren restlos beseitigt.

Zwickau.

Sturmtief "Eberhard" hat auch im Landkreis Zwickau zahlreiche Spuren hinterlassen. Die Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Wehren der Kreisstadt waren am Wochenende bis in den Montagmorgen hinein fast 30-mal wegen des Sturms im Einsatz.

Nicht nur sie: In der Leitstelle, deren Bereich auch das Vogtland mit abdeckt, mussten über das Wochenende fast 300 Einsätze koordiniert werden, davon nach Auskunft der Stadtverwaltung Zwickau mehr als 160 im Landkreis Zwickau, die Kreisstadt nicht mitgerechnet. Aus der Leitstelle hieß es am Montag, dass die Region trotz der zahlreichen Notrufe glimpflich davongekommen ist: Es sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Allerdings gab es für die Einsatzkräfte umgefallene Bäume zu beseitigen, teilweise wurden Dächer abgedeckt, und der Sturm wehte Mülltonnen und sogar mobile Toilettenhäuschen durch die Gegend. Besonders stark betroffen war laut Leitstelle das Gebiet zwischen Glauchau, Lichtenstein und Limbach-Oberfrohna.

Doch auch in Zwickau hatten die Helfer alle Hände voll zu tun. Blieb es am Samstag bei acht Einsätzen, mussten die Mitglieder der Wehren am Sonntag mehr als 20-mal ausrücken. Nachdem sich zum Abend hin die Lage verschärft hatte, wurde für die Kreisstadt die Sonderlage ausgerufen, so die Stadtverwaltung. Das heißt, es wurde eine Einsatzleitung gebildet, die die Freiwilligen Feuerwehren Auerbach, Mosel, Schlunzig, Crossen, Schneppendorf, Oberhohndorf und Planitz in Bereitschaft in den Gerätehäusern versetzte. Diese Sonderlage wurde erst 23Uhr wieder aufgehoben. Bis dahin waren rund 150 Frauen und Männer der Berufsfeuerwehr, der Leitstelle und der freiwilligen Feuerwehren im Dienst. Relativ geringe Schäden gab es an und bei kommunalen Gebäuden. Die Verwaltung berichtet von drei umgestürzten Bäumen an der Scheffelbergschule sowie 17 Bitumen-Schindeln, die sich vom Dach der Kita "Sachsenring" gelöst haben. Am Gewandhaus fielen einzelne Planen und Bauzäune dem Sturm zum Opfer.

Dramatischer ist die Lage in den Wäldern und in den Parkanlagen. Dort droht noch immer Gefahr, darauf weist das Garten- und Friedhofsamt in Zwickau hin. Der Wind brach Äste ab und stürzte ganze Bläume um. Im Stadtwald Weißenborn sind rund 600 bis 700 laufende Meter Holz dem Orkan zum Opfer gefallen, große Teile der Wegeverbindungen sind durch überhängende Bäume derzeit nicht mehr passierbar, heißt es aus dem Rathaus. Das ist der Grund dafür, warum Teile des Weißenborner Waldes für rund eine Woche nicht betreten werden dürfen. Etwa zwei Wochen dauert es nach Schätzungen des Garten- und Friefhofsamtes, abgebrochene Äste aus den Park- und Gartenanlagen sowie auf den Friedhöfen der Stadt zu beseitigen. Auch dort kann ein Spaziergang derzeit lebensgefährlich sein. Noch länger dauert es, bis Eberhards Hinterlassenschaften in anderen Teilen des Stadtwaldes beseitigt sind. Dort, wo nur mit Großtechnik gearbeitet werden kann, dauert die Schadensberäumung vermutlich bis zum Mai. Dabei gilt: Absperrungen sind unbedingt zu beachten.

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