Echte Hingucker mit bitterem Beigeschmack

Grüner wird's nicht: Die Flora von Zwickau hat mehr zu bieten als Blüten und Blätter. Ein Blick auf halber Höhe lohnt sich.

Zwickau.

Ein Spaziergang im Grünen, da sind sich viele Menschen einig, entspannt die Seele. Doch nicht nur das Grün der Blätter ist faszinieren. Wer schon mal in Ruhe die Rinde oder Borke eines Baumes betrachtet hat, der weiß, dass es dort viele Risse und Flächen gibt, an denen das Auge sich festhalten kann.

Eines der auffälligsten Beispiele dafür ist die Platane. Eine schöne Dreiergruppe steht beispielsweise im Planitzer Schlosspark. Die Rinde der den alten Griechen als heilig geltenden Bäume wächst nicht mit dem Stamm mit. Sie wird im Laufe eines Jahres regelrecht abgesprengt. Das kann man mitunter hören, vor allem aber sehen - an den Rindenresten neben dem Baum, aber auch an einer hellen, oftmals fleckigen Färbung. Übrigens: Auch die Forschung interessiert sich für die Rinde - sie hofft, die dort vorhandene Betulinsäure gegen Erkrankungen der Haut nutzen zu können.


Ähnlich fleckig, aber rissiger sieht die Rinde des Bergahorn aus. Unter der Rinde der weit verbreiteten Baumart verbirgt sich ein Holz, das gern für den Bau von Musikinstrumenten verwendet wird - etwa für Bodenplatten, Seitenteile, Zargen, Hälse und Stege von Streichinstrumenten, aber auch für Blockflöten und Fagotte. Doch im Ahorn steckt noch mehr: Zucker zum Beispiel. Nicht nur aus bestimmten kanadischen Arten, auch aus dem Bergahorn kann ein Sirup gewonnen werden, der in der Küche vielseitige Verwendung findet. Auch die Blätter sollen nützlich sein - etwas zerstoßen als Auflage bei Mückenstichen und Hautentzündungen.

Ebenfalls zur äußerlichen Anwendung empfohlen wird die Borke der Stieleiche. Das mit dem Alter des Baumes dunkler werdende Material soll als Badezusatz bei Wunden, Hämorrhoiden oder Geschwüren dienen. Wegen ihres hohen Gehaltes an Gerbstoffen wurde Eichenrinde früher genutzt, um Leder herzustellen. Selbst die Früchte - heute vor allem Nahrung für Wildtiere -nutzten die Menschen früher. Eicheln haben einen hohen Anteil an Stärke, jedoch müssen sie mehrfach gut gewässert werden, um die Bitterstoffe zu entfernen.

Ein Hingucker ist auch die längs tief gefurchte Borke von älteren Robinien, wie sie beispielsweise am Tuchmacherdamm an der Mulde stehen. Aber Vorsicht: Der Baum ist in nahezu allen Teilen giftig - bis auf die Blüten. Die geben den Nektar für den bei uns verkauften Akazienhonig ab, denn die Robinie heißt auch Scheinakazie. Das Holz findet Einsatz im Schiffbau und beim Bau von Bögen für Streichinstrumente.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...