Ehrung mit "Wiesenburger" würdigt langfristige Abstinenz

Das Asklepios-Fachklinikum Wiesen lädt für den 2. November frühere Patienten zu einem Ehemaligentreffen ein. Laut Klinik führt in Westsachsen Alkoholkonsum immer noch am häufigsten zu Abhängigkeitserkrankungen.

Wildenfels.

Im Asklepios-Fachklinikum im Wildenfelser Ortsteil Wiesen werden Patienten mit stoffgebundenen Süchten wie Alkohol, Drogen und Medikamenten, aber auch Automatenspielsucht und Mediensucht behandelt. Der Schritt in die Klinik ist ein erster, wichtiger auf den Weg in die Abstinenz. Doch wie schaffen es ehemalige Patienten, dauerhaft abstinent zu bleiben?

Seit mehr als 20 Jahren lädt die Klinik, unterstützt von der Kirchberger Selbsthilfegruppe, jeweils im Frühjahr und Herbst zu Ehemaligentreffen in die Wiesenburger Landgaststätte ein. Am 2. November gibt es wieder solch eine Veranstaltung, bei der Betroffene in einen offenen Erfahrungs- und Meinungsaustausch treten können. Laut Klinik gibt es sogar ehemalige Patienten, die inzwischen ins Ausland gezogen sind und extra für diese Treffen wieder in die Heimatregion kommen.

"Wir werden zunächst über Neuigkeiten aus der Klinik und auf dem Gebiet der Suchtmedizin berichten. Danach wollen wir mit den Patienten ins Gespräch kommen. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass sie uns ihre Erfahrungen mitteilen", sagt Grit Graatz, Chefärztin der Rehabilitationsklinik der Wiesener Einrichtung. Wichtig ist nach den Worten von Michael Leistner, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum, auch der Erfahrungsaustausch unter den ehemaligen Patienten. Neben jenen mit stoffgebundenen Süchten wie Alkohol, Drogen oder Medikamenten, sind auch solche Patienten darunter, die unter Automatenspielsucht oder Mediensucht leiden. Die Chefärzte unterstreichen, dass Alkoholkonsum in Westsachsen ungeachtet einer Zunahme des pathologischen Mediengebrauchs und von Crystal-Meth-Konsum immer noch am häufigsten zu Abhängigkeitserkrankungen führt.

Ein besonderer Moment bei den Ehemaligentreffen ist es immer, wenn der "Wiesenburger" verliehen wird. Diese Anerkennung für längerfristige Abstinenz sei begehrt, so die beiden Chefärzte. Es gebe ehemalige Patienten, die bereits seit 35oder 40 Jahren abstinent leben und somit gute Vorbilder sind. "Im Bemühen abstinent zu bleiben, ist es für die Betroffenen sehr von Vorteil, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen", sagt Michael Leistner. Der persönliche Kontakt und das Wissen darum, in Krisensituationen einen Ansprechpartner zu haben, seien von unschätzbarem Wert.

Das Ehemaligentreffen findet am 2.November ab 9 Uhr in der Landgaststätte Wiesenburg, Muldenweg 9 im Wildenfelser Ortsteil Schönau, statt. Kontakt und weitere Informationen zu der Veranstaltung sowie das Anmelden von Redebeiträgen sind telefonisch unter Ruf 037603 54251 oder per E-Mail möglich unter sekretariat.psych.wiesen@asklepios.com

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