Ein Schamane gibt Auskunft

Zwickauer Club "Wild East" feiert mit Gästen 20-jähriges Bestehen. Friedrichsgrüner Kleingärtner zeigen Besuchern zum Jubiläum die Anlage. Mülsener Künstlerin stellt im Verwaltungsgebäude des Landratsamtes aus.

Frank Seifert (61), zweiter Vorsitzender des American Living History Clubs "Wild East" auf dem Zwickauer Windberg, blickte am Sonnabend zufrieden auf das bunte Treiben in der Westernstadt. Mit einem abwechslungsreichen Programm wurde auf dem weitläufigen Gelände an die Anfänge des Vereines vor 20 Jahren erinnert. "Mehr als 100 Trapper, Indianer und Siedler aus befreundeten Vereinen unterstützen uns heute und sorgen für das passende Flair", sagte Seifert, der selbst über viele Jahre hinweg als sogenannter Chief an der Spitze des Zwickauer Vereines stand. Im Herbst 1999 wurde die Wild-East-Ranch gegründet und hat sich im Laufe der Jahre zu einer richtigen Kleinstadt entwickelt. "Wir haben seinerzeit mit drei Hütten angefangen. In der Zwischenzeit ist so viel dazugekommen, dass es längst über den ursprünglichen Rahmen einer Ranch hinausgeht." Unter anderem wurden eine Handelsstation, das Büro des Sheriffs, eine Schmiede, der Saloon sowie mehrere Hütten aufgebaut. Außerdem gibt es eine Bank und ein Verwaltungsgebäude - unverzichtbare Institutionen in einer richtigen Stadt. Entstanden ist das alles zumeist in aufwendiger Handarbeit - ohne fremde Hilfe und ohne Zuschüsse. (awo)


Aurèle Molitor (19) Psychologiestudent im ersten Semester an der MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin, kam nach Zwickau, um bei der Eröffnung der Ausstellung "Bau1Haus. Zwickau und die Moderne in der Welt" seines Vaters Jean Molitor in der Zwickauer Galerie am Domhof einen kleinen Imagefilm zu filmen. Seit etwa einem Jahr befasse er sich zwar intensiv und mit großer Begeisterung mit dem Filmen so wie sein Vater zu Beginn seiner Karriere, dennoch habe er keine beruflichen Ambitionen als Filmemacher oder Fotograf, sagte der junge Berliner, der seinen Vater bis jetzt in 13 Länder bei dessen Fotoreisen begleitet hat. Seit Vater war für seine Arbeit bisher in 33 Ländern weltweit unterwegs. Darum weiß Aurèle Molitor auch, wie hart, wie lange und mit welcher Ausdauer sein Vater auf diesen Erfolg hingearbeitet hat, den er jetzt mit seinem Projekt "Bau1Haus" erfährt. Während bei seinem Vater auf der Agenda noch 67 weitere Länder der Welt für das Projekt "100 Bauten der Moderne aus 100 Ländern der Welt" stehen, will Aurèle Molitor in sechs Jahren zwei Masterabschlüsse in Psychologie haben - für seinen Wunschberuf Kriminalpsychologe. (lth)


Jürgen Oczko (68), Vereinsvorsitzender, führte am Sonnabend die Besucher der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Friedrichsgrüner Kleingartensparte "Glück Auf" durch die Anlage. Vor einer der 50 Parzellen machte er dabei besonders gerne Halt. "Es ist unser Schaugarten. Hier steht noch eine original erhaltene Laube aus dem Jahr 1938. Da bislang leider niemand den Garten mit diesem erhaltenswerten Schmuckstück haben möchte, kümmern sich einige unserer Vereinsmitglieder um ihn und halten das Ganze toll in Schuss", sagte Oczko. Die heutige Kleingartenanlage wurde ursprünglich von der Herrschaft auf Schloss Wildenfels als Spielwiese für Kinder angelegt. "Es ging dann mit einer überschaubaren Anzahl an Gärten los und ist über die Jahre immer weiter gewachsen. Wohnten die Pächter früher in der Regel hier im Ort, kommen heute auch viele von auswärts, unter anderem aus Zwickau und sogar Reichenbach." Eine Besonderheit: Die Kleingartenanlage verfügt über einen eigenen Brunnen, dessen kostbares Nass selbst während der sommerlichen Dürre des vergangenen Jahres fast durchgehend sprudelte. (awo)


Renate Lang, Zwickauer Galeristin und Mitglied im Kunst- und Kulturförderverein Fraureuth, freut sich, dass das von ihr im Rahmen der aktuellen Ausstellung im Hotel "First Inn" in Zwickau organisierte Konzert des Trios Frauenrausch auf Begeisterung der Kunstliebhaber und Kunstschaffenden stieß. "Frauen sind keine Engel" heißt das unterhaltsame Programm des Trios, das am Donnerstag in einer veränderten Besetzung aufgeführt wurde. Neben den Gründerinnen - der Pianistin Sarah Stamboltsyan und der Mezzosopranistin Nathalie Senf - brillierte erstmals nicht die Mitbegründerin und Sopranistin Ani Taniguchi, sondern ihre Fachkollegin Juliane Schenk, die den Zwickauern noch aus ihrer Zeit als Ensemblemitglied des Theaters Plauen-Zwickau und den späteren Gastauftritten in Zwickau bekannt ist. "Wir haben Juliane gebeten Ani zu vertreten, weil Ani in Mozarts ,Zauberflöte' als Königin der Nacht im Plauener Sommertheater in einer sehr anspruchsvollen Rolle bis einschließlich Sonntag gastierte", erklärte Nathalie Senf, die selbst in der Sommertheater-Inszenierung des Theaters Plauen-Zwickau als Gast die Erste Dame verkörperte.

"Ich lebe mit meiner Familie - meinen Mann und unseren drei Jungs - in Straubing und habe mich sehr auf ein Wiedersehen mit Kollegen, Freunden und meiner ,Zwickauer Familie' gefreut", sagte Juliane Schenk, die zusammen mit Nathalie Senf Lieder aus Kinofilmen der 1930er- und 40er-Jahre zum Besten gab - so wie "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" aus dem Film "Der Blaue Engel" aus dem Jahr 1930 und "Du hast Glück bei den Frau'n Bel Ami" (1939) aus der gleichnamigen Komödien. Die beiden Sängerinnen und die Pianistin zeigten dabei auch komödiantisches Talent, beispielsweise beim Stück "Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin" aus der 1928 uraufgeführten Revue "Es liegt was in der Luft". Unter den mehr als 60 Zuschauern waren sowohl der Künstler Dietmar Sakowski, dessen Ausstellung noch bis zum 22. August im Hotel "First Inn" zu sehen ist, als auch einige Berufskollegen der beiden freiberuflich tätigen Sängerinnen, darunter die Ensemble-Mitglieder des Theaters Plauen-Zwickau Sebastian Seitz und Markus Sandmann. (lth)


Sylvia Schinko, Künstlerin aus Mülsen, hat 31 Arbeiten für ihre aktuelle Ausstellung in Werdau ausgewählt. Diese zeigen eine ganz besondere Form der Landschaftsarchitekturen: Keine schön modellierten Gartenwege, keine intoleranten Symmetrien der Formen oder klar strukturierte Ansichten. Stattdessen verquickt die Künstlerin, Jahrgang 1960, auf eine fast willkürliche, wiederum aber auch gezielte Weise Landschaftsformationen mit Architekturfragmente. Eine große Rolle spielen dabei Bäume, Äste, Wurzeln und auch Gestrüpp. Keineswegs tote Ansichten, sondern eine durchaus wesenhafte Darstellung der Umwelt. "Ich habe meinen eigenen Stil, also die Form, wie ich mich künstlerisch am besten ausdrücken kann, schon sehr früh gefunden. Dabei spielt speziell für mich Selbstkritik eine große Rolle", sagte sie am Rande der Vernissage. Zwar hält es Schinko für unwahrscheinlich, dass sie ihren Stil von heute auf morgen ändert, möchte sich aber immer auch von neuen Inspirationen leiten lassen. "Ich habe vor, mich noch etwas mehr mit der Architektur zu beschäftigen, werde mir dabei aber trotzdem treu bleiben. Erste Ansätze in diese Richtung sind auch in einigen Arbeiten zu erkennen, die ich in dieser Ausstellung zeige." (awo)

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