"Ein wirkliches Problem"

Der Landtagsabgeordnete Gerald Otto (CDU) über den Zwickauer Neumarkt

Die AfD-Gruppe auf dem Neumarkt, beobachtet von jungen Leuten.
Gerald Otto - CDU-Politiker

Gerald Otto war mittendrin bei der Stippvisite der AfD in der "No-Go-Area" am Montagabend. Michael Stellner hat mit ihm über seine Lösungsvorschläge gesprochen.

Freie Presse: Herr Otto, wie war Ihr Eindruck von der Veranstaltung?

Gerald Otto: Die AfD-Runde wurde von jungen Migranten erst einzeln abgetastet, wobei es auch kleinere verbale Scharmützel gab. Stark zugespitzt hat sich die Stimmung, als die AfD-Gruppe zu einer Platzbegehung aufgebrochen ist und dabei Fotos gemacht wurden. Ein junger Araber hat sehr aggressiv darauf reagiert und die Fotografen bedroht, es fielen schlimme Beleidigungen. Ich empfand die Situation schon als sehr bedrohlich.

Anwohner haben Sie vorher auf Lärm, Pöbeleien und Gewalt aufmerksam auf dem Neumarkt gemacht. Ist es zurzeit eine Zumutung, dort zu wohnen?

Den Frust der Anwohner kann ich verstehen, und auch die Zwickauer Wohnungsbaugenossenschaft muss sich Sorge um ihre Mieter machen. Es ist wirklich ein Problem, wenn allabendlich Lärm gemacht wird und Streitigkeiten unter den Migranten teilweise in Straßenkampf ausarten. Sozialarbeiter und auch die Polizei sind seit Wochen stark präsent und wirken mit zunehmendem Erfolg deeskalierend. Solange aber die Sitzmöbel zu einer Gruppenbildung einladen, wird es an so einem Treffpunkt laut zugehen.

Also weg mit den Bänken?

Einzelne Bänke sind voll okay, aber die steinernen Sitzblöcke, die ohnehin völlig mit Graffiti beschmiert sind, würde ich dort wegnehmen.

Sie haben außerdem vorgeschlagen, einen anderen Treffpunkt zu schaffen: die Rosenwiese neben dem Platz der Völkerfreundschaft. Was wäre so gewonnen?

Mir wäre ein gewisser Abstand zur Wohnbebauung wichtig, um nächtliche Ruhestörungen zu vermeiden. Die Rosenwiese ist mir spontan eingefallen, vielleicht gäbe es in der in Nähe auch noch andere Möglichkeiten. Einerseits wäre die Polizeidirektion in Sichtweite, andererseits käme es etwas abseits vielleicht auch nicht zum spontanen Aufeinandertreffen von Migrantengruppen, die sich untereinander nicht mögen, wie es an einem ÖPNV-Umsteigepunkt eher zu erwarten ist.

Welche Angebote müsste man schaffen, damit die Jugendlichen dorthin gehen? Freies W-Lan?

Man könnte Sitzmöbel und einen W-Lan-Hotspot bis 22 Uhr an einem geeigneteren Ort anbieten. Wichtig finde ich die Einbeziehung der meist vernünftigen jungen Leute, die keinen Stress wollen. Professionelle Betreuungsnetzwerke gibt es dafür.

Verlagert man damit das Problem nicht nur woanders hin?

In der Tat, ohne geeignete Betreuung und ohne einen angemessenen Kontrolldruck könnte das so sein.

Wie soll denn grundsätzlich wieder Ruhe einkehren?

Mir wurde gestern berichtet, dass unter den jungen Leuten auf dem Hauptmarkt zwei besonders aggressive Araber wären, die nur eine Aufenthaltsduldung hätten und die auch andere friedfertige Migranten terrorisieren würden. Wenn dem so ist, dann müssen die Störenfriede identifiziert und vom Platz gestellt werden. Ich werde darüber mit Ordnungsbürgermeister Bernd Meyer und der Polizei sprechen.

AfD geht in die "No-Go-Area"

1Kommentare
👍11👎7 Tauchsieder 10.08.2018 Ja die Bänke sind Schuld und die fehlenden W-Lan Hotspots.
Oh Herr lass Hirn vom Himmel regnen und nimm den Uneinsichtigen und Blinden die Regenschirme weg.
Vermutlich wird sich zur nächsten Kommunalwahl da anschließend einiges ändern.
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