Einblicke in vielfältige Hüttengeschichte

Gerade war die Historie der Königin Marienhütte in den Zwickauer Priesterhäusern zu sehen. Jetzt gibt es die Schau in Reinsdorf. Sie wartet dort auch mit neuen Exponaten auf.

Reinsdorf.

Mit "Glück auf" hat der Reinsdorfer Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) am Sonntagnachmittag die Gäste zur Eröffnung der Sonderausstellung "180 Jahre Königin Marienhütte" im Heimat- und Bergbaumuseum der Gemeinde begrüßt. Den Morgensternschacht II, der vor 20 Jahren zum Museum umgebaut worden ist, verbindet so einiges mit der "Hütte". So ist der Förderkorb in Cainsdorf gefertigt worden. Im Außengelände können bergbauliche Geräte, die in den Nachfolgebetrieben der "Hütte" hergestellt worden sind, besichtigt werden.

Der Zwickauer Hubert Treger, der sein Arbeitsleben in der "Hütte" verbrachte und im Ruhestand zwei Bücher über das Unternehmen verfasste, hat die Ausstellung gemeinsam mit dem Zwickauer Kulturamt und den Priesterhäusern zusammengestellt. Nachdem sie in der Muldestadt zu sehen war, ist die Schau nun nach Reinsdorf gezogen, wo Treger sie gemeinsam mit Uwe Krietzsch vom Heimatverein Reinsdorf aufgebaut hat. Das war eine schweißtreibende Arbeit, denn viele Exponate sind ein ganzes Stück weit oben im Förderturm untergebracht.

Christoph Ulrich

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Bei der Eröffnung macht Treger auf Exponate aufmerksam, die in Zwickau nicht zu sehen waren. "In den Priesterhäusern habe ich am letzten Ausstellungstag einen Mann aus Limbach-Oberfrohna getroffen, der mir erzählte, dass er ein Verkaufs- und Referenzbuch für die 1880 bis 1890 in Cainsdorf hergestellten Überflurhydranten besitzt. Das ist jetzt hier als Leihgabe zu sehen", berichtet Treger. Solche Hydranten sind damals für Deutschland, Belgien, die Schweiz und Russland hergestellt worden. Ausgestellt sind auch Schienenstücke aus der "Hütte" von 1857. "Die hat Sven Schürer beim Abriss des Wiesenburger Bahnhofs entdeckt", sagt Treger.

Gezeigt wird auch ein Teil der Dachkonstruktion des 2017 abgerissenen Werdauer Gaswerkes. Die Buchstaben "KMH" im Stahlträger weisen darauf hin, dass er aus der Königin Marienhütte stammt. Egbert Platsch, selbstständiger Schlosser- und Schmiedemeister aus Reinsdorf, hat Teile der Konstruktion geborgen, sandgestrahlt, begradigt und lackiert, sodass sie jetzt wie neu aussehen und an ein weiteres Bauwerk erinnern, in dem ein Stück "Hütte" steckte.

Die Sonderausstellung ist bis Ende Juli immer sonntags von 14 bis 17 Uhr im Heimat- und Bergbaumuseum Reinsdorf, Pöhlauer Straße 7, zu sehen.

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