Eine Halle voller Ideen

Rund ums Selbermachen haben sich am Wochenende die Angebote auf dem Kreativ- und Handwerker-Markt gedreht. Rund 6000 Besucher wollten sich inspirieren lassen.

Zwickau.

Dieses Jahr gibt es Selbstgemachtes zu Weihnachten!

Mal ehrlich: Dieser Aufruf dient dazu, die einen zu beflügeln und die anderen zu erschrecken. Denn nicht jeder möchte noch einen Staubfänger in die Wohnung, nicht jedes Kind hat Lust, schon wieder ein Bild zu malen, und manch einer hat einfach zwei linke Hände und keine Ideen. Das alles ist zwar verständlich, aber eben nur die eine Seite der Medaille.

Zumindest für gutwillige Menschen hatten die Händler und Handwerker auf dem Kreativmarkt in der Zwickauer Stadthalle am Wochenende viele Anregungen und Angebote, die dafür sorgen konnten, dass es zur Bescherung kein erzwungenes Lächeln gibt. Das begann bei Knöpfen, Stoffen oder auch Gewürzen und Wolle. Corinna Haase aus Großschirma bei Freiberg beispielsweise bot Wolle an, die sie aus unterschiedlichen Farben zusammengedreht hat. So entsteht ein bunter Verlauf, mit dessen Hilfe sich Mützen, Schals oder Pullover herstellen lassen, die alles andere als eintönig sind. Egal ob Ton in Ton oder fröhlich-bunt: Beim Anblick der mehrfädigen Knäule wussten viele Besucher schon, was sie als nächstes häkeln oder stricken möchten.

Am Stand von Katrin Marschner aus Leipzig brauchten die Kunden etwas weniger Fantasie - denn die hat die gelernte Floristin schon sprühen lassen. Sie stellt Sets aus Papier her, mit denen sich plastische Bilder gestalten lassen. Der Clou: Jedes Einzelteil ist ein ausgestanztes Herz, das in der Mitte gefaltet und dann auf einen vorbereiteten Untergrund geklebt wird. So wachsen Blüten, Bäume oder andere Motive in die dritte Dimension und erschaffen damit den Eindruck eines belebten Bildes. "Es ist ein bisschen wie malen nach Zahlen - aber mit einem anderen Ergebnis", sagt Katrin Marschner, die sich ihre Motive selbst ausdenkt und auch die Sets selbst vorbereitet.

Mit Papier arbeitet auch Kim Höweler. Er hat am Fachbereich Angewandte Kunst der Zwickauer Hochschule studiert und entwirft nun Tierfiguren. Am Computer erstellt er dann ein 3-D-Modell, nur um dies dann wieder auf eine Reihe von Papierbögen zu bringen. "Was man braucht, sind Schere, Stift, Lineal und Kleber", sagt der Hallenser. Denn er verkauft nur die vorgedruckten einfarbigen Bögen samt Anleitung. Dann heißt es: schneiden, falten, kleben und sich freuen. Vom Kind bis zum Ingenieur oder Architekten hat er viele Kunden. "Wichtig ist nur, den Menschen das Zutrauen zu geben, dass sie das schaffen können", sagt er.

Wer sich das dennoch nicht zutraut, der konnte auch fertige Schmuckstücke, Taschen, Gesichtspeeling aus Zucker oder vieles mehr kaufen. Auch das alles besaß den Charme des Selbstgemachten.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...