Eine Hochzeit mit Tücken

In Zwickau ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass zwei Männer heiraten. Zum ersten Mal traute sich nun aber ein internatio- nales Paar in der Stadt.

Zwickau.

Der gebürtige Zwickauer Wieland Meyer, Professors für Mikrobiologie an der medizinischen Fakultät der University of Sydney, und der philippinische Künstler Miguel Castro haben sich am Mittwoch im Zwickauer Dünnebierhaus getraut. Das war die erste internationale Trauung dieser Art in der Stadt. Und die hatte ihre Tücken.

Am Abend zuvor hatte Miguel Castro im Hotel "First Inn" vor Publikum die Kunst des Papierschnitts demonstriert und gesungen. "Als wir den Termin für diesen Abend ausgemacht haben, wussten wir noch nicht, dass wir am nächsten Tag heiraten werden", sagte Wieland Meyer. Denn die Genehmigung zur Hochzeit wurde erst vor Kurzem erteilt, nachdem es lange Zeit gebraucht hatte, ehe alle erforderlichen Papiere aus Miguel Castros philippinischer Heimat vorlagen. Und gleich tat sich das nächste Problem auf: Die Genehmigung zur Hochzeit gilt nicht dauerhaft. Vielmehr muss die Hochzeit innerhalb eines eng bemessenen Zeitfensters erfolgen. Die Stadt Zwickau und vor allem die Standesbeamtin Gabriele Hinze hätten es aber schnell und unproblematisch möglich gemacht, noch rechtzeitig einen Termin für diese Hochzeit zu bekommen, sagte Wieland Meyer. Und auch mit der gemeinsamen Unterschrift unter die Ehe-Urkunde ist noch nicht alles perfekt. Denn nur auf dem deutschen Trauschein ist von Mann und Mann die Rede, auf dem internationalen Trauschein steht Mann und Frau. Standesbeamtin Hinze will alles in Bewegung setzen, das noch bis Freitag zu richten. Denn dann fliegt das Ehepaar zurück nach Australien, wo es sich vor zwölf Jahren kennen- und lieben lernte. Als Nächstes wollen der Katholik Castro und der Methodist Meyer in Zwickau ihre kirchliche Trauung feiern - in der methodistischen Kirche. Und die Zeichen dafür stehen wohl endlich auch gut, sagten beide. (lth)

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