Eine Hommage an Zwickau

Schon Tage vor dem Auftritt von Annett Louisan, war die Veranstaltung ausverkauft. Mit ihrer Musik und ihren Texten brachte sie gemeinsam mit ihrer Band die 900 Zuschauer zum Lachen, aber auch zum Nachdenken.

Zwickau.

"Kleine große Liebe" heißt das aktuelle Album von Annett Louisan. Das hat die Chansonkünstlerin bei herrlichen Sommerwetter am Samstagabend beim "Planitzer Schlossakkord" in Zwickau präsentiert - und die circa 900Zuschauer damit begeistert. Kleine große Liebe, dazu passt auch, dass Annett Louisan ihre zweijährige Tochter mit nach Zwickau gebracht hatte.

Die hervorragende Technik sorgte dafür, dass jedes Wort der Sängerin zu verstehen war. Und so sorgten auch Textpassagen wie "Meine kauende Cousine fragt mich aus, ist dein zweites Album denn schon raus? Tief im Innern ballt sich meine Faust, wir hör'n grad Nummer vier" für Erheiterung der Zuschauer.


Ein richtiges Heimspiel war das Konzert im Planitzer Schloss für Sascha Stiehler, den Pianisten von Annett Louisan, der ein waschechter Zwickauer ist und sogar sein Abitur am Clara-Wieck-Gymnasium absolviert hat. Stiehler studierte an der Musikhochschule in Leipzig - allerdings nicht zur Freude aller in der Familie. Denn seine Oma sorgte sich um die Zukunft des Enkels, was sich Zuschauer durch eine Aufnahme, die abgespielt wurde, sogar mit anhören konnten. Der Rat der Oma: "Ihr müsst euch mal beim ,Fernsehgarten' bewerben, bei den Bands dort zieht es einem immer die Socken aus!" - Dieser Wunsch beziehungsweiser dieser Rat wurde schließlich am 7. Juli mit Annett Louisans ,Fernsehengarten'-Premiere wahr. Nebenbei lud Sascha Stiehler noch alle Gäste in den Garten seiner Eltern ein, wo Sängerin und Band am Tag zuvor schon Zeit verbringen konnten. Den Abschluss des Konzertes bildeten eine Hommage an Zwickau mit dem Titel "Zwickau ist die schönste Stadt der Welt", mit dem von Stiehlers Oma eingesprochenen, titelgebenden Originalsatz, der das Zwickauer Publikum begeisterte, und "Das Spiel", dem vielleicht bekanntesten Song von Annett Louisan, der dieses Open-Air-Konzert abrundete.

Gleich zu Beginn des Konzerts hatte Annett Louisan deutlich gemacht, wie sehr ihr das Ambiente des Planitzer Schlosses gefällt und dass es sie auch in ihre Kindheit zurückversetzt. Denn sie habe in Schönhausen an der Elbe eine Schule besucht, die sich auch in einem Schloss befindet. Die 42-jährige Künstlerin verriet außerdem, dass sie und ihre Crew schon am Vortag des Konzertes nach Zwickau gekommen waren und so Zeit hatten, sich die Stadt anschauen zu können.

Zu den begeisterten Zuschauern gehörte die Zwickauerin Martina Baumann, die die Musik der Anfangsjahre von Louisan beim Yoga kennengelernt hatte - und sich sofort in diese Musik verliebte. "Bisher habe ich ihre Musik nur auf CD gehört, und jetzt freue ich mich, sie auch live hören zu können. Außerdem ist es schön, mal wieder auf dem Schloss zu sein. Meine Tochter war hier auf der Schule, und nebenbei trifft man auch viele Freunde beim Konzert", sagte die 55-Jährige.

Der "Planitzer Schlossakkord" ist eine Veranstaltungsreihe der Kultour Z. in Kooperation mit dem Verein Liederbuch, die sich bereits zu einem festen Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt Zwickau etabliert hat. Im Fokus steht handgemachte Musik für Musikliebhaber in gemütlicher Atmosphäre. Den Auftakt für die Veranstaltungsreihe rockte 2015 die "Grande Dame der deutschen Rockmusik" Inga Rumpf vor mehr als 700Gästen. 2016 gelang der KultourZ. mit Cäthe eine erfolgreiche Fortsetzung. Der dritte "Planitzer Schlossakkord" wurde 2018 mit dem Auftritt von Alexa Feser ein weiterer großer Erfolg. Und diesmal Annett Louisan. Fest steht nach demausverkauften "Schlossakkord 2019": Die Erfolgsgeschichte soll fortgesetzt werden.


"Nett und offenherzig"

Annett Louisan (42) hat in Zwickau beim "Planitzer Schlossakkord" ein Konzert gegeben. Sascha Thiele sprach im Anschluss mit der Sängerin.

Freie Presse: Sie hatten einen Tag vor dem Konzert frei in Zwickau. Wie hat es Ihnen gefallen?

Ich habe den Tag wahnsinnig genossen. Ich war bisher so selten in Zwickau, dass ich mich richtig darauf gefreut habe. Und die Menschen waren auch sehr nett und offenherzig.

Zwickau ist eine Automobilstadt. Wie stehen Sie zu Autos?

Ich habe sogar Verwandte in Zwickau, die heute aber nicht da sind, weil sie im Urlaub sind. Ich habe selbst keinen Führerschein. Früher hat mich das gar nicht gestört, aber jetzt nervt es wirklich, dass ich immer auf jemanden angewiesen bin, wenn ich meine Tochter von A nach B fahren möchte. Vielleicht mache ich also noch den Führerschein. Und ansonsten stehe ich auf alte Autos. Die neuen Autos gefallen mir gar nicht.

Sie haben Malerei studiert. Hat das Einfluss auf Ihre Musik?

Die Zeit damals war für mich sehr wichtig, weil ich noch nicht bereit war, so in die Offensive zu gehen. Ich war noch ein bisschen schüchtern. Die Malerei ist ja eine Ausdrucksform. Man hat eine Form, die Welt zu erklären, wie man sie sieht. Die Musik und Kunst sind miteinander verwandt, und so kann man sich nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Worten ausdrücken.

Malen Sie selbst noch?

Ich habe das in den letzten Jahren sehr vernachlässigt. Aber jetzt male ich zusammen mit meiner Tochter, die zwei Jahre alt ist. Vielleicht fange ich aber auch wieder damit an und male irgendwann mal ein Plattencover.

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