Einseifen und rasieren: Neptun erobert das Bad

500 Wasserratten kamen Sonntagnachmittag zum Familienfest ins Hartmannsdorfer Freibad. Schnuppertauchen, Luftmatratzenrennen und Neptuntaufe warteten auf die Gäste.

Gegenwehr zwecklos: Wen Neptuns Häscher in ihren Fängen hielten, der bekam das volle Programm der Neptuntaufe ab.

Von Andreas Wohland

Wochenlang brannte die Sonne gnadenlos vom blauen Himmel herab. Ausgerechnet beim Familiennachmittag am Sonntag im Freibad Hartmannsdorf versteckte sich die Sonne hinter den Wolken und ließ sich nur gelegentlich blicken. Die großen und kleinen Wasserratten beeindruckte das kaum.

Verena Siegel kam mit ihren beiden Kindern sogar aus Zwickau nach Hartmannsdorf. "Ich finde es toll, wenn so eine Veranstaltung stattfindet und speziell Familien anspricht. Das Planitzer Bad bei uns in Zwickau ist zwar sehr schön, leider ziemlich überlaufen und hektisch. Hier ist auch alles modern, aber wesentlich ruhiger und es gibt einen herrlichen Spielplatz", schwärmte die Mutter. Als eine familienfreundliche Idee bezeichnete sie die Entscheidung der Badbetreibergemeinschaft Hartmannsdorf-Kirchberg-Crinitzberg, Kindern an diesem Tag freien Eintritt zu gewähren. Die beiden Kinder der Zwickauerin pendelten wie viele ihre Altersgenossen ständig zwischen Spielgeräten und Wasserbecken.

Als allerdings kurz nach 16 Uhr laut lärmend der Meeresgott Neptun mit seinem Gefolge auftauchte, nahmen sie dessen Treiben näher unter die Lupe. Wohlweißlich aus sicherer Entfernung, denn ihr kindlicher Instinkt sagte ihnen, dass der grünen Gestalt nicht zu trauen ist. Neptun zog es vor, ein etwas älteres Klientel seiner Taufe zu unterziehen. Die Betroffenen wehrten sich zwar, mussten sich aber der Prozedur unterziehen. Heißt: einseifen, rasieren, ekelige Plörre runterwürgen und schließlich in hohem Bogen im Wasser landen. Einem ganz cleveren Täufling half nicht einmal, dass er sich heimlich aus dem Staub machte. Letztendlich wurde er verpetzt und musste doch die Qualen der Neptuntaufe über sich ergehen lassen.

Hartmanndorfs Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU) zeigte sich mit dem Zuspruch zufrieden. "Wir haben heute um die 500 Besucher im Bad. Das ist in Anbetracht des Wetters in Ordnung. Hauptsächlich freue ich mich, dass nicht nur Badegäste aus Hartmannsdorf und den anderen Orten unserer Betreibergemeinschaft heute hier sind, sondern auch Familien aus dem weiteren Umland." Das Freibad im Rödelbachtal - so der offizielle Name - war im vergangenen Jahr nach Sanierung wieder eröffnet worden.

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