Einzelgänger, Nussknacker und Co.

Weihnachten geht es im Hirschfelder Tierpark meist etwas ruhiger zu. Doch obwohl vergleichsweise wenige Besucher kommen, herrscht hinter den Kulissen der normale Alltag. Zumindest fast.

Hirschfeld.

Bärbel und Lutz Neuhahn aus Stenn und ihre Enkeltochter Luna Felice sind am Heiligabend zeitweise die einzigen Schaulustigen, die durch das weitläufige Gelände des Hirschfelder Tierparks streifen. "Dieser Ausflug ist für uns schon seit drei Jahrzehnten ein kleines Ritual. Wir haben das früher als Eltern gemacht - und jetzt eben in der Großelternrolle. Man kommt an die frische Luft, hat Bewegung, und bei den Kindern wirkt das wunderbar gegen die übliche Aufregung am Heiligabend", verrät Bärbel Neuhahn.

Für Tierparkleiterin Ramona Demmler gehört der verhaltene Gästezuspruch zum üblichen Auf und Ab bei den Besucherzahlen im Jahresverlauf. "Mit Beginn der Weihnachtsmärkte kommen schlagartig weniger Leute zu uns. Aber schon an den Feiertagen sieht das dann in der Regel wieder völlig anders aus", sagt sie. Insgesamt sei das Interesse der Leute an einem Tierparkbesuch im zurückliegenden Jahr sehr gut gewesen. Rund 110.000 zahlende Besucher dürfte die Statistik am Ende des Jahres verzeichnen, was etwa dem Wert von 2017 entspricht. Und das, obwohl die Einrichtung bedingt durch die enormen Sturmschäden für drei Wochen dicht machen musste. "Leider konnten noch nicht alle Schäden beseitigt werden. Daran sieht man aber, wie schlimm uns Sturm Fabienne getroffen hat", erzählt Demmler. Überwältigt sei man von der Spendenbereitschaft der Leute. "Etwa 130.000 Euro sind bislang eingegangen. Das ist für uns auch ein Ausdruck, welchen Stellenwert der Tierpark bei den Menschen in der Region einnimmt. Dafür sind wir von Herzen dankbar", betont die Tierparkchefin. Ob das Geld reicht, werde sich erst noch zeigen. Denn noch lägen nicht alle Rechnungen vor. Und die Versicherungen würden sich im Moment noch ziemlich bedeckt halten.

Auf den Alltag im Tierpark hat das aber keinen Einfluss. Ramona Demmler: "Unsere Tiere kennen keine Feiertage und müssen immer versorgt werden. Dennoch versuchen alle Pfleger, ihren Schützlingen gerade zu Weihnachten ein paar besondere Leckereien zu bieten." So gibt es für die tierischen Bewohner des Affenhauses zum Fest Nüsse. Übrigens nicht geknackt, was für die Affen kein Problem ist. Die machen sich auf ganz unterschiedliche Weise daran, an den Inhalt heranzukommen. So nehmen die Gehaupteten Kapuziner die Walnüsse in die Pfoten und schlagen sie solange auf den Boden oder an die Wand, bis die Schalen nachgeben.

Ganz anderes die Mohrenmakaken. "Die Tiere verfügen über ein ausgesprochen kräftiges Gebiss. Damit sind sie in der Lage, Nüsse im Handumdrehen mit ihren Zähnen zu zerlegen", sagt Tierpflegerin Kathrin Gruner. Und sie räumt gleich noch mit dem Irrglauben auf, Affen würden jede Menge Bananen zu fressen bekommen. Hin und wieder ja, aber eben meist in Verbindung mit anderen Früchten oder Grünzeug.

Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel gibt es für das Team um Ramona Demmler eine weitere Herausforderung. "Viele Tiere, darunter die Bären und Wisente, reagieren sehr empfindlich auf die Knallerei in der Silvesternacht. Sie können genau unterscheiden, ab es sich um Gewitterdonner oder Böller handelt. Deshalb sperren wir sie auch früher als sonst in die Ställe ein", sagt die Tierparkchefin. Gleichzeitig lässt sie durchblicken, dass der Tierpark auch in diesem Jahr wieder etliche Silvesterkarpfen verkauft. Ramona Demmler: "Die Fische stammen in diesem Jahr aus unserem Bärenteich. Wer so einen Karpfen kauft, gönnt sich damit nicht nur selbst etwas Gutes, sondern unterstützt auch unsere Einrichtung."

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