Erneut Warnstreik bei Bussen und Bahnen

Am Donnerstag fällt fast der komplette Betrieb bei der SVZ aus

Zwickau.

Im Tarifkonflikt um die Arbeitsbedingungen im Öffentlichen Personennahverkehr hat die Gewerkschaft Verdi erneut die Beschäftigen der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) zum Warnstreik aufgerufen. Am Donnerstag stehen voraussichtlich ganztägig Busse und Bahnen im Zwickauer Stadtgebiet still. Die SVZ selbst spricht von erheblichen Behinderungen. Busse der Regionalen Verkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) sind nicht betroffen.

Nach Angaben der SVZ sind sämtliche Busse und Bahnen der SVZ mit Ausnahme der Linien 11 und 28 betroffen. Die Buslinie 18 wird den Fahrbetrieb um 20.18 Uhr wieder aufnehmen, die Buslinie 21 um 19.18 Uhr. Auf der Linie 24 wird es nur Kleinbusfahrten zwischen Auerbach und Pöhlau geben. Alle anderen Fahrten der SVZ-Linien entfallen, also auch sämtliche Straßenbahnverbindungen. Die Buslinie 27 verkehrt grundsätzlich, allerdings entfallen die Abfahren 5.17, 6.17, 7.17 und 8.17 Uhr ab Planitz Markt sowie 5.50 und 6.50 ab städtisches Klinikum und 7.54 Uhr ab Paulusstraße. Linientaxis und Anruf-Linien-Taxi-Fahrten sollen hingegen gewährleistet werde. Das Servicecenter am Neumarkt bleibt laut SVZ ganztags geschlossen.

Die Arbeitnehmerseite wirft den Arbeitgebern vor, ein unzureichendes Angebot vorgelegt zu haben. Es verdiene diesen Namen nicht und grenze an Verhöhnung, lässt sich Verdi-Verhandlungsführer Gerd Doepelheuer in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft zitieren. Demnach sei eine Nullrunde bis Februar 2021 und danach eine jährliche Steigerung um 1 Prozent angeboten worden. Verdi verlangt deutliche Nachbesserungen und unter anderem die Reduzierung der Wochenarbeitszeit für ÖPNV-Beschäftigte in Sachsen von 39 auf 38 Stunden. Der Arbeitgeberseite zufolge liegt das Angebot jedoch "an der Grenze des wirtschaftlich Vorstellbaren", so der Arbeitgeber-Verhandlungsführer und CVAG-Vorstand Jens Meiwald. Die Zurückweisung des Angebots durch Verdi sei der Bevölkerung nicht zu vermitteln. Am 27. Oktober will man sich zu einer weiteren Verhandlungsrunde treffen. Neben Zwickau sind auch Streiks in Plauen und Chemnitz angesetzt.

33 Kommentare
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    0
    Zeitungss
    15.10.2020

    @Biene62: Der Begriff "zwei Paar Schuhe" wurde Ihnen schon näher gebracht. Bei Verkauf der eigenen Arbeitskraft haben Sie offensichtlich nicht die glücklichste Hand, aus welchem Grund auch immer. Vergönnen Sie es denen, welche dafür etwas tun und nicht nur jammern.
    Warum streikt man bei den Verkehrsbetrieben um einen Flächentarifvertrag ???
    Antwort: Um sich nicht gegenseitig von den Arbeitgebern ausspielen zu lassen, denn der BILLIGSTE darf bei der nächsten Ausschreibung.
    Sie haben es in der Hand, IHRE Arbeitskraft so teuer wie möglich zu verkaufen, wie es auch hier seit der Wende üblich ist. Corona ist an diesem Zustand NICHT schuld.

  • 3
    2
    mops0106
    14.10.2020

    Dass die Mitarbeiter der CVAG für eine Lohnerhöhung kämpfen und die Folgen der angeordneten Maßnahmen der Regierung für viele Menschen (Kurzarbeit/ Arbeitsplatzverlust...) sind zwei Paar Schuhe.
    Dass Arbeitgeber das jetzt als Argument bringen, war von Anfang an vorauszusehen, soll aber das Volk nur noch mehr entzweien.
    Diejenigen, die unter den Folgen der Maßnahmen der "Pandemie" leiden (Merkmal einer Pandemie war Übersterblichkeit; hat man schnell geändert; gibt auch keine, weder vor den Maßnahmen noch überhaupt.) müssen sich bei den Regierungsverantwortlichen beschweren.

  • 1
    5
    Biene62
    14.10.2020

    Alle die zur Zeit arbeitslos oder in Kurzarbeit sind haben für solche Streiks kein Verständnis,wo alle froh wären wenn ihr Leben wieder einigermaßen normal verlaufen würde