Erneuter Unterrichtsausfall wirft bei Eltern Fragen auf

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In Zwickau und Mülsen mussten Schüler in dieser Woche tageweise zu Hause bleiben. Dafür gab es verschiedene Gründe.

Zwickau/Mülsen.

Kaum durften die Kinder wieder in die Schule, schon mussten sie wieder zu Hause lernen, ärgerten sich diese Woche Mütter aus Zwickau und Mülsen. Am Montag und Dienstag hatten die Käthe-Kollwitz-Gymnasiasten in Zwickau keinen Präsenzunterricht, am Donnerstagmorgen wurden Klassen an der Mülsener Jakobusoberschule nach Hause geschickt. "Wie soll ein Aufholen der Lernrückstände funktionieren, wenn es jetzt schon so weitergeht?", fragt eine Mutter in einem Schreiben an die "Freie Presse".

Die Motive für den Unterrichtsausfall sind grundverschieden. Die Kollwitzschüler sollten Stoff zu Hause wiederholen, weil die Lehrer an diesen beiden Tagen Zeugniskonferenzen abhielten. "Wir haben ausdrücklich eingefordert, dass die Lehrer sich die Zeit nehmen, um ganz in Ruhe zu entscheiden, wer versetzt wird und wer nicht", erklärt Schulelternsprecherin Annett Hertel. Immerhin gehe es um rund 700 Kinder - unter ihnen Mädchen und Jungen, die seit Dezember nicht mehr in der Schule waren, weil ihre Eltern Masken oder Tests verweigerten, viele mit Lerndefiziten. Über diese Schicksale nach einem vollen Schultag am Nachmittag zu entscheiden, wollte der Elternrat den Lehrern, von denen viele am Limit seien, nicht zumuten.

In Zeiten des Wechselunterrichts hätten manche 14-Stunden-Arbeitstage gehabt, weiß Hertel. ,"Wir haben ausdrücklich darauf hingewiesen, die den Lehrern zur Verfügung stehenden zwei pädagogischen Tage zu nutzen. Es bringt uns nichts, wenn wir unsere Lehrer kaputtspielen", sagte sie. Außerdem sei in der Vorwoche eh Zensurenschluss gewesen.

Schulleiter Ralf Ballmann ist froh, diesen Weg gegangen zu sein. "Da war so viel Konzentration, Empathie und Abwägung an diesen beiden Tagen, ich bereue das nicht." Das Kultusministerium habe verlangt, in diesem Jahr mit Fingerspitzengefühl zu entscheiden und die Härtefallregelung, die bisher nur bei Langzeitkranken herangezogen wurde, genau zu prüfen. Da sei kein Kind durchgewunken und keine leichtfertigen Entscheidungen gefällt worden. Die Ankündigung sei über die Schüler gelaufen. Wenn jemand dazu Fragen gehabt hätte, hätte er sie gern beantwortet, sagt Ballmann. Es habe aber nur eine Beschwerde gegeben, die über Umwegen bei ihm ankam. Ballmann gibt zu bedenken: "In zwei Tagen werden eh keine Defizite mehr ausgeglichen." Und die Schüler, von denen etliche unter Kopf- und Bauchschmerzen oder Übelkeit litten, seien am Ende.

In Mülsen sind das womöglich auch die Lehrer. An der Jakobusoberschule wurden Schüler der oberen Klassen am Donnerstag wieder nach Hause geschickt, weil es an Lehrern fehlte. Vier Pädagogen, von denen einige bereits als Vertretungslehrer für erkrankte Kollegen eingesetzt waren, hatten sich krank gemeldet. Das schlage in einer kleinen Schule kräftig ins Kontor, hieß es am Donnerstag in der Schulleitung. Um den Unterricht für die jüngeren Schüler abzusichern, wurden zwei Klassen der höheren Jahrgänge nach Hause geschickt. Für den Freitag konnten bereits Vertretungen organisiert werden.

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