Erzgebirgsbahn: Künftig geht es am Ortsausgang über die Gleise

Die Bahn will den Übergang am Wehrweg in Cainsdorf um 400 Meter verlegen. Die Stadt will dabei das Wohngebiet erschließen.

Cainsdorf.

Seit rund 70 Jahren führt der Zugang zum Wehrweg im Zwickauer Stadtteil Cainsdorf zunächst über Bahngleise und später über einen beschrankten Bahnübergang. Daran wird sich nichts ändern. Dennoch müssen sich Anwohner, Kleingärtner und Gewerbetreibende in absehbarer Zukunft auf eine Änderung einstellen. Die Bahn plant den Übergang um etwa 400 Meter an das Ende der Bebauung der Brauereistraße zu verlegen. Die derzeitige Schranke entspricht nicht mehr den heutigen Bedingungen - weder technisch noch bei der Sicherheit. Zudem behindern bei geschlossenen Schranken haltende Autos den Verkehr auf der Brauereistraße, wie am Dienstag bei der Diskussion im Ortschaftsrat deutlich wurde. Die Bahn wollte sich zum Vorhaben nicht äußern. Als ersten Schritt hat der Konzern Ende April einen Kaufantrag für drei städtische Flurstücke gestellt, sagte Simone Hirschfeld vom Liegenschaftsamt.

Ortschaftsrat und Stadtverwaltung stehen dem Anliegen positiv gegenüber - zumal der stellvertretende Leiter des Tiefbauamtes Andreas Schlachte ankündigte, dass nicht einfach nur der Wehrweg bis zum neuen Übergang verlängert werde, sondern ein "Gesamtpaket" entstehen soll. Das beinhaltet eine Erschließung des Gebietes zwischen Mulde und Gleisen. "Da ist seit 100 Jahren nichts gemacht worden", sagte Ortschaftsrat Gerd Roscher (CDU). Dabei sollen Straße und Wege samt aller Leitungen auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Doch damit nicht genug: Ortsvorsteher Gerd Drechsler (CDU) hat schon Ideen, wie man das Areal weiter entwickeln kann. Abhängig vom Hochwasserschutz kann er sich durchaus vorstellen, dort auch Eigenheimstandorte zu schaffen. Die Erschließung des Wohngebietes könnte ein weiteres Problem lösen. Seit Jahren kämpft der Ortschaftsrat um eine Straßenbeleuchtung. 30.000 Euro kostet das, wie Andreas Schlachte sagte. Die Umsetzung sieht er ohne die Erschließung eher als langfristige Maßnahme. Gerd Roscher: "Für ein Oberzentrum wie Zwickau ist es blamabel, für den Wehrweg nicht einmal eine Straßenbeleuchtung hinzubekommen".


Für Drechsler ein weiterer Nebeneffekt: Mit der Verlegung des Bahnüberganges wird auch das seit 20 Jahren ungenutzte und nun entsprechend marode Häuschen des Schrankenwärters abgerissen.

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