Es geht um Spitzentechnologien

Firmen aus Westsachsen zeigen auf den Messen Intec und Z in Leipzig, was die Region wirtschaftlich zu bieten hat.

Leipzig/Zwickau.

Preisgekrönte Neuentwicklungen puschen erfahrungsgemäß die Entwicklung. Für den Schleifmaschinenhersteller Wema Glauchau hieß es nach Erhalt des begehrten Intec-Preises bei der letzten Messe vor zwei Jahren jedoch erst einmal, abzuwarten. In der Kategorie "Unternehmen bis 100 Mitarbeiter" siegte der Betrieb damals zwar mit einer Weltneuheit. Das gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik entwickelte besonders effiziente und innovative Kühlsystem erhöht die Energieeffizienz bei Innenrund-, Universalrund- und Wälzlagerschleifmaschinen. Es wird weniger Kühlmittel benötigt. "Wir waren damit aber der Zeit voraus", sagte Geschäftsführer Ronald Krippendorf am gestrigen Dienstag zur Industriemesse Intec in Leipzig. Heißt: Die Weltneuheit wurde zwar interessiert von der Fachwelt aufgenommen, Anfragen gab es jedoch kaum. Zwei Jahre später sieht das anders aus: Die Nachhaltigkeit erhält im Maschinenbau mehr Gewicht und das neuartige Kühlsystem stärkere Bedeutung für mögliche Hersteller. "Deshalb wollen wir diese Grundsatzentwicklung in die Industriereife überführen", meinte der Geschäftsführer.

Krippendorf hatte den 53-Mitarbeiter-Betrieb 2014 in einer schwierigen Zeit übernommen. Das Unternehmen stand nicht gut da, die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 wirkte sich auch in den Folgejahren noch aus. 2013 wurde die Wema von der Chemnitzer Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe übernommen. Der Traditionsbetrieb wurde damit nicht nur vorm Aus bewahrt. Unter dem Dach des weltweit erfolgreichen Herstellers von Bearbeitungszentren wurde auch der Zugang zu internationalen Märkten deutlich einfacher. Zudem war auch eine verstärkte Forschung und Entwicklung wieder möglich.

Mittlerweile ist die Wema international einer der wenigen Hersteller, der Außen-, Innen- und Rundschleifmaschinen anbietet. Seit 2015 heißen Neuentwicklungen wieder Wotan als Reminiszenz an den Ursprung. Das Unternehmen wurde 1909 als Wotan Werke AG gegründet, die Ursprünge gehen auf 1883 zurück. "Mit Wotan haben wir Tradition und Moderne miteinander verheiratet", meinte Krippendorf. Die Marke ist in Europa komplett angemeldet, weitere Länder sollen folgen. Die internationalen Märkte, ist sich Krippendorf sicher, werden komplexer werden. Um zu wachsen, werden weitere Fachkräfte benötigt. Für ihn ist es wichtig, Unternehmen und Marke sichtbarer zu machen: Der Internetauftritt wurde neu gestaltet und die Präsenz in sozialen Medien verstärkt. Auch möchte er den Mitarbeitern nach den schwierigen Jahren wieder Visionen vermitteln. "Ende Februar wird eine neue Außenrundschleifmaschine für einen Kunden in der Slowakei fertig, das werden wir gemeinsam feiern", kündigt er an.

Der Schmiersystemespezialist Sutec aus dem Hohenstein-Ernstthaler Stadtteil Wüstenbrand liefert nicht nur nach Osteuropa, sondern hat in Budapest und Minsk auch Auslandstöchter. Deren Chefs sind bei der Intec mit dabei. "Bei uns werden die Maschinen fast ausschließlich noch per Hand geschmiert, ein großes Potenzial für uns", sagte der Chef von Sutec Minsk, Ruslan Magomedaliev. Um die Kosten für höhere Löhne und Sozialausgaben auszugleichen, sei man künftig verstärkt auf Rationalisierungen angewiesen.

WKFS aus Wilkau-Haßlau, ein Hersteller von Maschinenbaukomponenten, exportiert dagegen ausschließlich in die an Deutschland grenzenden EU-Länder, mit 90 Prozent geht der Hauptanteil der Produktion jedoch an deutsche Kunden. "Arbeitsteilung ist unser Erfolgskonzept", sagte Ulf Seifert, Chef des 120-Mitarbeiter-Betriebes. Bei der Industriemesse Intec ist WKFS Stammgast. "Wir waren schon dabei, als die Messe noch in Chemnitz in einem Zelt stattfand", meinte Seifert. Mit der Umsiedlung nach Leipzig sei die Schau sehr gewachsen.

Im Rahmen der Messen Intec und Z zeigen rund 1300 Aussteller innovative Produkte, ausgefeilte Technik und komplexe Dienstleistungen in Leipzig. Im Fokus der Intec stehen Produktionsautomatisierung und Digitalisierung, bei der Zuliefermesse Z ist es die Nachfrage nach Teilen und Komponenten. "Der Messeverbund Intec und Z wird im Februar zum Zentrum der metallbearbeitenden Industrie und der Zulieferbranche", sagt Markus Geisenberger, Geschäfts- führer der Leipziger Messe, und ergänzt: "Somit sind wir bester Dinge, dass unser Messedoppel die starke Position unter den europäischen Investitionsgütermessen erneut bestätigt."

Mehr zur Messe in Leipzig lesen sie hier.

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