Es herrscht super Stimmung

Leipziger holen die Viktorianische Zeit nach Zwickau. Der neue Chef der Mauritius Privatbrauerei feiert mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden. Fans der Kelly Family erinnern sich an Auftritte Anfang der 90er.

Marik Götzloff (42) alias Philias van de Ritzmannsgrüne und Kathrin Klopfer (43) alias Gräfin von Rotz aus Leipzig sind gewohnt, mit ihren besonderen Hobby-Outfits alle Blicke auf sich zu ziehen. So auch beim historischen Markttreiben in Zwickau, bei dem sie mit ihren Freunden vom Steampunk-Stammtisch Leipzig am Samstag zum zweiten Mal dabei waren. "Unsere Freunde von der Deutschen Dampf-Zeitung sind aus Jena. Wir waren im vergangenen Jahr alle so begeistert von der Atmosphäre des Festes, dass wir beschlossen haben, wiederzukommen. Und eins steht fest, wie kommen auch nächstes Jahr wieder", sagte der 42-jährige Mensa-Koch, der alle Steampunk-Kostüme für sich und seine Frau Katrin selbst in Handarbeit anfertigt.

Auch ihr elegantes Kleid mit Pfauenfeder-Muster nähte der 42-Jährige, der sich in Anlehnung an den Romanhelden Phileas Fogg aus Jules Vernes "Die Reise um die Erde in 80 Tagen" Philias van de Ritzmannsgrüne nennt. Die Outfits sind allesamt einzigartige Unikate, bei denen neben Leder, Rüschen und Spitze auch Zahnrädchen eingebaut werden, denn beim Steampunk wird Leben in einer Fantasiewelt der Viktorianischen Zeit, der Zeit der Dampfmaschinen, zelebriert. (lth)


Jörg Dierig (49), neuer Chef der Mauritius Privatbrauerei Zwickau, sah im Brauereifest einen optimalen Abschluss seiner ersten Arbeitswoche in der Muldestadt. "Ich habe in den zurückliegenden Tagen schon den sprichwörtlich ersten Stallgeruch aufgenommen. Es war eine anstrengende, aber auch gute Woche. Das Brauereifest bot mir am Ende dann noch die Gelegenheit, in einer lockeren Atmosphäre viele Leute kennenzulernen."

Er bezog das nicht nur auf Kunden und Geschäftspartner, sondern in gleicher Weise auf die Mitarbeiter und deren Familien. Das Zwickauer Brauereifest empfand er als eine sehr authentische Veranstaltung. "Eine regionale Brauerei, die fest mit der Stadt verbunden ist, sollte immer ein Stück weit auf die Menschen zugehen und ihr Gesicht zeigen. Das wird hier gemacht", sagte Jörg Dierig. Mit dem Mauritius-Gerstensaft hat er sich in den zurückliegenden Monaten bereits angefreundet. Immer, wenn er in Zwickau war, habe er von hier auch ein paar Flaschen Bier mitgenommen. "Geschmacklich handelt es sich um die klassischen Biere, mit denen ich als Biergenießer groß geworden bin." (awo)


René Pabst (48) aus Zwickau gehörte am Sonntag zu den Zuschauern des "Angelo Kelly & Family"-Konzertes auf der Freilichtbühne, die die Hand hoben als Antwort auf die Frage des 36-jährigen Sängers Angelo Kelly, ob jemand im Publikum dabei ist, der seine Familie Anfang der 1990er-Jahre als Straßenmusiker auf der Zwickauer Hauptstraße erlebt hatte. "Das war noch vor ihrem großen Durchbruch, da war noch der Vater mit dabei und Angelo noch ein Junge. Ich hatte Mittagspause und blieb wie alle anderen wie gebannt stehen", erinnert sich René Pabst.

Seine Freundin Beate Schmalfuß (45) hatte zwar selbst nicht das Vergnügen, die Kelly-Family als Straßenmusiker zu erleben. "Aber meine Mutti hat mir davon so begeistert erzählt, dass ich das Gefühl hatte, selbst dabei gewesen zu sein: Sie spielten vor einem der Kaufhäuser in der Hauptstraße, und die Mutter der Kellys warf von oben Bonbons in das Publikum. Es war ganz faszinierend und etwas ganz Besonderes, was man so noch nicht kannte. Sie waren auch ganz anderes angezogen. Meine Mutti hat noch die Kassette, die sie bei diesem Konzert gekauft hat, sie ist aus dem Jahr 1990 und heißt ,What a Wonderful World', sagte Beate Schmalfuß. Der Zwickauer Radiojournalist Gunnar Tichy durfte übrigens Anfangs der 1990er-Jahre sogar den Weihnachtsmann für Kelly-Kinder spielen, als ihr Familienbus auf dem Zwickauer Hauptmarkt stand. Er kann sich noch erinnern, dass sich die Kleinen (Maite und Angelo) über die Geschenke sehr gefreut hatten, während ihrem Bruder Paddy das damals eher peinlich war. (lth)

 


Sandrine Guiraud, die in Berlin mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler Maximilian Nowka, lebende Schauspielerin und Sängerin, freute sich am Wochenende auf ein Wiedersehen mit dem Zwickauer Publikum. Bei den beiden ausverkauften "Vorhang auf!"-Vorstellungen sang das ehemalige Ensemblemitglied den Song "Wo sind die Clowns" aus dem Musical "Lächeln einer Sommernacht" von Stephen Sondheim, in dem sie eine Rolle übernehmen wird.

"Ich freue mich total auf das Stück und auf Zwickau. Für uns beide, Max und mich, ist das immer wieder wie nach Hause, zu alten Freunden zu kommen. Die Premiere ist am 7. Dezember, aber bis dahin haben wir noch viel Arbeit vor uns", sagte Guraid, die zum ersten Mal 2003 zusammen mit ihrem Mann im Weihnachtmärchen "Heidi" auf der Bühne stand. (lth)

 

Fotos: Ludmilla Thiele (2), Andreas Wohland

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