Es stockt - und das seit Jahren

Der Bau an der Olzmannstraße nimmt kein Ende. Das strapaziert nicht nur die Geduld der Autofahrer, sondern auch die von Geschäftsleuten.

Zwickau.

Zum Abschluss der Bauarbeiten an der und um die Olzmannstraße im Zwickauer Stadtteil Marienthal hat Peter Rogsch ein Fest geplant. Jahrelang litt der von ihm betriebene Baumarkt unter den Arbeiten und den ständigen, sich auch über längere Zeiten hinziehenden Sperrungen. Doch kaum hatte Rogsch das Fest geplant, da riss ihn eine Mitteilung aus der städtischen Verkehrsbehörde aus seiner Vorfreude: Die Olzmannstraße wird gesperrt.

Schon wieder. Und schon wieder gleich für fast zwei Wochen. Und schon wieder, um Medien anzubinden, wie es in der amtlichen Information heißt. Das war der Moment, in dem Rogschs Geduldsfaden riss: "Ich habe", schrieb er postwendend ans Amt, "sehr damit zu ringen, nicht die Beherrschung zu verlieren". Nach einem Gespräch in der Behörde war Rogsch am Donnerstag schon gefasster: "Die bekommen auch nur die Fakten auf den Tisch und müssen das ausbaden. Sie tun mir eigentlich auch leid." Aber: "Das ändert an der Situation nichts."

Und die Situation ändert sich so bald nicht. Nachdem die Bahn schon vor längerer Zeit begonnen hat, die Brücken zu erneuern, geht es nun auch darum, den Standort an der alten Ziegelei zu erschließen. Dort entstehen Eigenheime sowie ein neues Domizil für die Marienthaler Feuerwehr. Deswegen auch die Anschlussarbeiten ab 17. September. Doch es geht noch weiter, heißt es aus der Stadtverwaltung. Derzeit läuft die Planung für die grundhafte Sanierung der Olzmannstraße zwischen alter Lehmbahn und Mittelgrundbach, die dann - je nach Förderung - 2019 und 2020 begonnen wird. Die Verwaltung sichert zumindest zu zu prüfen, ob eine halbseitige Bauweise möglich ist.

Für die Marienthaler bedeutet das weiter Umleitungen, Staus und im Falle des Baumarkts auch ausbleibende Kunden. "Wir merken schon, dass es weniger Leute sind, die zu uns kommen. Vor allem die Planitzer überlegen sich, wohin sie fahren", sagt Rogsch. Zwar fehlt die Masse, aber Rogsch stellt auch fest, dass die Kunden dafür im Schnitt mehr ausgeben. "Wer zum Beispiel einen Rasenmäher kaufen will, kommt dann eben doch zu uns. Aber das gleicht es nicht aus."

Die Marienthaler leiden nicht nur darunter, dass die Olzmannstraße immer wieder dicht ist. Bedingt durch andere Sperrungen hat sich in dem Stadtteil das Verkehrsaufkommen auch deutlich erhöht. Das ist auch der Verwaltung klar - sie sieht die Verantwortung aber auch bei den Verkehrsteilnehmern. Aus dem Rathaus heißt es: "Eine bessere Nutzung der ausgeschilderten weiträumigen Umleitung könnte die Marienthaler Straße entlasten." Etwas besser wird es zunächst, wenn Ende Oktober/Anfang November die Werdauer Straße wieder frei ist.

Übrigens: Auf den Plakaten, die der Baumarkt zum Straßenbau-Ende-Fest hat drucken lassen, steht: "Bahn frei!" Das mag Peter Rogsch nun wie ein Hohn erscheinen, aber er will die Fete dennoch nicht absagen. Nicht nur aus Trotz. Das Fest ist nun einmal organisiert, Vertreter der Westsächsischen Hochschule sind eingeladen, Lamas zum Bestaunen und Streicheln hat er auch organisiert. Deswegen bleibt es dabei: Am 15. September wird am Marienthaler Hagebaumarkt gefeiert. Nur die Anfahrt ist etwas schwierig.

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