Fachleute sehen Comeback für Heilpilze in der Region

Ein Großteil der 300 Besucher der Pilzausstellung am Wochenende in St. Micheln hatte Fragen rund um die Gesundheit.

Mülsen.

Essbar oder giftig? Diese Frage wird immer noch auf jeder Pilzausstellung im Landkreis heruntergerasselt. Berater Uwe Vogel beobachtet aber darüber hinaus seit zwei, drei Jahren einen Trend, den es seiner Auffassung nach vor Jahrzehnten schon einmal gab.

"Es gibt Pilze, die nicht nur gut schmecken, sondern auch heilende Wirkung haben", verdeutlicht der Mülsener, der bei den Sammlern dahingehend ein Umdenken beobachtet. Dass gleichzeitig diese Vitalpilze auch allmählich zu einem Geschäft und vor allem über das Internet vermarktet werden, stört ihn eher weniger. "Wenn dadurch Menschen gesund werden, ist das doch okay", erklärt Vogel, der für die Pilzausstellung am Wochenende in Mülsen St. Micheln mit sechs Mitstreitern bis ins Kalkgebiet nach Jena ausgeschwärmt war. "Anderer Boden, andere Pilze", begründet der Fachmann den Aufwand. Bei mehr als 5300 Pilzarten im Freistaat haben es die Berater, die zum Verein Südwestsachsen gehören, immerhin auf 210Arten gebracht, die während der Kirmes in St. Micheln ausgestellt waren. Ein immenser Aufwand, der laut Pilzberater Rüdiger Rasche mehr und mehr ins Geld geht. "Wir denken darüber nach, im nächsten Jahr den Eintritt für unsere Ausstellungen zu erhöhen", sagt der 65-Jährige. Am Wochenende blieb es noch bei einem Euro für Erwachsene, Kinder durften kostenfrei ins Zelt. Nicht ohne Grund: "Auch wir brauchen Nachwuchs, vielleicht wecken wir ja bei dem einen oder anderen Schüler Interesse für diese Aufgaben. Immerhin retten wir Leben", sagt Vogel, der den Gästen immer Auskunft geben konnte. So hatte ein Besucher der Ausstellung den Pilzberatern ein Foto auf seinem Handy gezeigt. "Den Pilz hab ich im Urlaub entdeckt, konnte ihn aber nicht einordnen." Ein klarer Fall für Berater Vogel: "Das ist ein Champignon - einer der weltweit beliebtesten und bekanntesten Speisepilze."

Christoph Ulrich

Ulrichs Bilanz:Der „Freie Presse“-Wirtschaftsnewsletter von Chef­korrespondent Christoph Ulrich

kostenlos bestellen

 

pilzberater-suedwestsachsen.weebly.com

 


Glänzender Lackporling

Oft wird auch vom Pilz der alten Leute gesprochen oder die Bezeichnung Reishi (göttlicher Pilz der Unsterblichkeit) verwendet. Den Experten zufolge wird der Pilz in China schon seit 4000 Jahren als Heilpilz verwendet - vor allem bei Bronchitis.


Birkenporling

Schon der als Gletschermumie bekannte "Ötzi" soll vor 5300 Jahren zwei der Pilze bei sich getragen haben. Die Schwammerl sollen vor allem bei Magen-Darm-Entzündungen helfen. "Am besten als Sud kochen", empfiehlt Pilzberater Uwe Vogel.


Schmetterlingstramete

Pilzberater Rüdiger Rasche rät: "Diese Pilze zu Pulver zermahlen." Sie könnten als Tee oder mit einem Esslöffel Quark oder Joghurt eingenommen werden. Sie würden heilend bei Erkältung, Grippe und chronischer Müdigkeit wirken.


Schopftintling

Die Berater sind sich einig: "Das ist ein guter Speisepilz, der sich beim Altern in eine wie dunkle Tinte aussehende Substanz auflöst", so Uwe Vogel. Dieser Pilz würde den Blutzuckerspiegel regulieren, hemmend auf Entzündungen wirken. Fotos: Walther (4)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...