Fahrt nach Hause wurde zu einem Horror-Trip

Gericht: Angeklagter soll ein behindertes Mädchen missbraucht haben

Zwickau.

Hat ein 37 Jahre alter Mann die Wehrlosigkeit eines Mädchens mit Down-Syndrom ausgenutzt und dieses sexuell missbraucht? Diese Frage versucht das Schöffengericht am Amtsgericht Zwickau seit Donnerstag zu klären. Keine einfache Aufgabe. Zu Beginn des ersten Verhandlungstages scheiterte der Versuch von Richter Stefan Noback, den Angeklagten zu einem Geständnis zu bewegen, was dem Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart und das Verfahren beschleunigt hätte. Doch der Mann blieb dabei: Er habe das Mädchen nicht berührt.

Das sieht die Staatsanwaltschaft anders. Sie hat Anklage gegen ihn erhoben, weil er als Kraftfahrer mindestens in zwei Fällen auf dem Rückweg von der Arbeitsstelle zum Wohnort des Mädchens die Strecke verlassen haben und unterwegs angehalten haben soll, dann habe er das Mädchen aufgefordert, sich auszuziehen. Danach, so die Anklage, soll er das Mädchen, gegen seinen bekundeten Willen, an intimen Stellen berührt haben. Auch sei er mit einem Finger in sie eingedrungen. Für die Staatsanwältin ist das Vergewaltigung. Schließlich drohte er dem Mädchen für den Fall, dass es etwas sage, der Mutter zu erzählen, dass es freiwillig mitgemacht habe. Dem Arbeitgeber werde er zudem mitteilen, dass sein mutmaßliches Opfer schlecht arbeite.

Lange hatte es gedauert, bis sich das Opfer jemanden anvertraute. Noch heute ist das Mädchen von den fast zwei Jahre zurückliegenden Ereignissen traumatisiert, wie die Anwältin sagte. Das Opfer war am Donnerstag als erste Zeugin geladen. Dazu wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Auch der Angeklagte musste den Saal verlassen. Wie Richter Noback sagte, sei sonst damit zu rechnen, dass das Mädchen erneut traumatisiert werde und aus Angst vor dem mutmaßlichen Täter nicht aussagen werde. Das Verfahren wird am 24. Februar fortgesetzt. Dann soll das Urteil fallen.

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