Familientreffen der Kettensägenschnitzer

30 Künstler haben am Wochenende am Rande von Zwickau die Sägen kreischen lassen. Einer von ihnen ist jedes Jahr dabei: Edgar Pehle aus Mettingen bei Münster.

Zwickau.

Fünfmal hat es Edgar Pehle bereits versucht, ins Lichtensteiner Daetz-Zentrum zu gehen. Auch an diesem Wochenende ist es dem Mann aus Nordrhein-Westfalen nicht gelungen, die internationale Holzbildhauerkunst-Ausstellung anzuschauen. Sie ist immer noch geschlossen. Das ist der einzige Makel, den sein Besuch in Sachsen hatte, sagte der Kettensägenschnitzer aus Mettingen, der mit 29 weiteren von Freitag bis Sonntag bei einem Schnitzertreffen auf dem Autohaus-Böttcher-Gelände an der Lengenfelder Straße die Sägen kreischen ließ. "Ich bin jedes Jahr dabei, es macht großen Spaß, man trifft Freunde, das ist schon fast wie eine Familie", sagt der 55-Jährige.

Seine Frau Gabi, die mit nach Zwickau gereist war und ebenso unter dem großen Zeltdach schnitzte, hatte dem gelernten Kfz-Meister vor 15 Jahren einen Kettensägen-Workshop zu Weihnachten geschenkt. "Ein Wochenende in Passau", erinnert sich Pehle lachend, quer durch Deutschland war er gereist. Bereut hat er das nicht. Seither lässt ihn der Werkstoff Holz nicht mehr los. Seinen ersten Adler, den er in Passau schnitzte, besitzt er nicht mehr. Er sei verwittert. Mittlerweile aber gibt Pehle selbst Workshops, veranstalte Schausägen bei sich zu Hause und lade ein in seinen eigenen Skulpturenwald mit mehr als 70 Objekten. Der Adler oder auch eine Eule seien gute Einsteigermotive, sagt Pehle. "Dort sind Schnitte dabei wie beispielsweise bei den Federn, die man auch bei anderen Motiven wieder verwenden kann."


Von seinen drei Kindern habe sich sein Großer auch mal an der Kettensäge ausprobiert und einen Stuhl geschnitzt. "Er ist aber nicht dabei geblieben", so Pehle. Die Eltern aber lässt das Hobby nicht mehr los. Nächste Woche fahren sie auf ein Treffen nach Dänemark.

Laut Monique Böttcher, die das Treffen in Zwickau mit Blockhausbauer Michel Neidhardt organisiert hatte, hatten die Künstler, die aus ganz Deutschland und Polen angereist waren, mehr als 30 Meter Buchenholz zur Verfügung. Und dass, wo gesägt wird, Späne fallen, steckt das Autohaus-Team locker weg. "Das Zelt steht auf unserem Neuwagenplatz, die haben wir daher schon in Sicherheit gebracht", sagt Böttcher. Für die anderen ist Montag eben eine Generalwäsche fällig.

Besucher konnten beobachten, wie ein Frauenkopf lautstark aus einem Stamm geschnitten wird, wie ein Gartenzwerg eine Zipfelmütze bekommt oder wie eine Bank entsteht. Die 30 Künstler hatten zudem einige Objekte mitgebracht. Da waren Eulen, Adler und Geier, aber auch Herzen, Engel, Clowns, Kerzenhalter, Wichtel, Hunde, Bären und Pferde. Sogar Scrat, das witzige Säbelzahn-Eichhörnchen aus dem Film "Ice Age", fand sich unter den Motiven.

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