Farben, die zu Herzen gehen

Grüner wird's nicht: Rot und weiß sind nicht nur die Farben eines hiesigen Fußballvereins. Auch der Schwanenteich schmückt sich mit Blüten in diesen Farben.

Zwickau.

Sie sind nicht besonders wohlriechend, die Blüten, die derzeit bei starkem Wind an vielen Orten Zwickaus von den Bäumen herabregnen - aber sie tragen dazu bei, dass sich die Stadt mit einem roten und weißen Schmuck zeigt. Ein beliebter Fußweg am Schwanenteich wurde sogar nach diesen Pflanzen benannt. Aber wer weiß schon, dass sich hinter dem Begriff Crataegus-Allee eine Baumart versteckt.

Genaugenommen sind es mehrere Baumarten. Crataegus ist der Weißdorn, von dem es mehr als 200 Arten gibt, aus ihrer Gattung heraus wurden die Rotdorne gezüchtet. Genau diese rotblühenden Varianten waren es auch, die ursprünglich an der Crataegus-Allee am Ostufer des Schwanenteiches angepflanzt wurden. Das war in der Mitte des 19. Jahrhunderts und die Strecke als Flaniermeile gedacht. Die mehr als 160 Bäume mussten in den 1930er-Jahren gerodet werden, doch wurden sie durch ähnliche Arten ersetzt. Doch auch diese Bäume alterten: Die jetzige Allee - vor zehn Jahren neu angepflanzt - verdankt ihre Existenz dem Umstand, dass die Landestalsperrenverwaltung zu größeren Ersatzpflanzungen verpflichtet war. Seitdem blüht es wieder prächtig in Rot und Rosa entlang des Weges. Und wer in Richtung des Teiches schaut, findet auch einige tatsächliche Weißdorne. Aus den Blüten entwickeln sich in den nächsten Wochen und Monaten knallrote Früchte, die essbar sind und süß-sauer sowie mehlig schmecken. In einigen Regionen werden sie deshalb auch Mehlfässchen genannt - andere Namen für den Baum sind Mehlbaum oder Hagedorn.


Die Früchte dienten in früheren Zeiten zunächst als Mehlersatz. Sie eigenen sich aber auch, um daraus einen Likör herzustellen sowie Gelees oder Marmeladen zu kochen. Da sie zwar viel Vitamin C, aber wenig Eigengeschmack besitzen, verarbeitet man sie oft gemeinsam mit anderen Säften oder Früchten. Etwas mühsam ist es allerdings, nach dem ersten Kochen die Kerne aus den Beeren zu entfernen. Übrigens dienten die Kerne, die roh etwas Blausäure enthalten, als Ersatzkaffee: Sie wurden einfach geröstet, zermahlen und aufgebrüht. Etwa seit dem 19.Jahrhundert gilt Weißdorn auch als ein herzstärkendes Mittel: Zubereitungen aus Blüten, Blättern und Zweigen gibt es in Apotheken und Drogerien zur unterstützenden Behandlung bei Problemen mit dem Herzen.

Übrigens: Auch wenn es der Name nahelegt: Der Schwarzdorn hat nichts mit den Pflanzen der Gattung Crataegus zu tun. Zwar gehört auch er zu den Rosengewächsen, allerdings zu den Steinobstgewächsen. Seine Früchte sind als Schlehen bekannt und ebenfalls in der Küche und der Kräutermedizin beliebt.

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