Faschingskehraus in Zschocken

Nach vielen Jahren närrischer Abstinenz hat der Heimatverein am Sonnabend die Tradition im Hartensteiner Ortsteil wieder aufleben lassen. Schützenhilfe gab es vom Wilkauer Carnevalsclub.

Zschocken.

Was schert eine echte närrische Gesellschaft schon, dass die Faschingssaison 2018/19 längst abgehakt ist. Zumindest die Zschockener ließen sich von solchen Formalitäten nicht beeindrucken und feierten am Sonnabend in der Vereinshalle munter Faschingskehraus.

Organisiert hatte das ausgelassene Treiben der Heimatverein Zschocken. "Wir wollten bewusst nicht während der üblichen Faschingszeit feiern, weil da doch der eine oder andere zu einer Veranstaltung im Umland gehen würde. Allerdings waren die 120 Karten für unsere Fete nach nur zwei Tagen weg", sagte Alexandra Vogel, im Verein zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Was nach Anzug der anfallenden Kosten an Geld übrig bleibt, wandert in voller Höhe in die Kasse, aus der die Feierlichkeiten anlässlich 800 Jahre Zschocken finanziert werden. "Nach wie vor sind Spenden willkommen. Unabhängig davon hoffen wir, mit den Einnahmen aus dem heutigen Abend über eine finanzielle Decke zu verfügen, um unser großes Fest wie geplant durchführen können", sagte die 43-Jährige. Weitere Veranstaltungen und Aktionen plant der Heimatverein vor der Jubiläumsfeier nicht. "Wir wollen uns jetzt mit ganzer Kraft auf die Vorbereitung der Festwoche im Juni konzentrieren. Bis dahin liegt noch jede Menge Arbeit vor uns. Und man darf nicht vergessen, dass unser Verein nur etwas mehr als 30 Mitglieder zählt, die sich alle ehrenamtlich engagieren und zu einem großen Teil auch noch berufstätig sind", betonte Vereinsvorsitzender Roberto Kunz.

Die Pläne des Zschockener Vereins gehen schon jetzt über die Zeit des Dorffestes hinaus. Zum Beispiel soll die Tradition der Faschingsveranstaltungen im Ort wieder aufleben und im kommenden Jahr erneut gefeiert werfen. "Viele Jahre lang hatten sich die Kaninchenzüchter diese Sache auf die Fahne geschrieben. Irgendwann ist es eingeschlafen. Der große Zuspruch, den es auf unseren Faschingskehraus gab, zeigt aber, dass das bei den Leuten im Ort ankommt", so Kunz. Das drückte sich am Samstagabend auch in den fantasievollen Verkleidungen aus, in denen sich die Gäste zeigten. Schützenhilfe für die Wiederbelebung ihrer Faschingstradition erhielten die Zschockener von den versierten Narren des Wilkauer Carnevalsclubs (WCC). Die rückten mit ihrer Kinder- und Jugendtanzgruppe an und gaben auch ein Kurzprogramm der zurückliegenden Saison zum Besten. Zu Verdanken war das Gastspiel der Wilkauer maßgeblich Kerstin Gerber. Sie trainiert im WCC die jüngsten Mitglieder der Tanzgruppe, wohnt aber in Zschocken. "Einerseits möchten wir damit natürlich den Heimatverein ein wenig unterstützen. Auf der anderen Seite ist es für uns eine schöne Erfahrung, mit unserem Programm auch mal in anderen Ecken der Region aufzutreten und zu sehen, wie das bei den Leuten ankommt", sagte sie.

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