Feuerwehr im Drogen-Einsatz

In Lichtenstein mussten die Kameraden um Gemeindewehrleiter René Klein der Polizei unter die Arme greifen. Es ging um die Vollstreckung eines Haftbefehls.

Lichtenstein.

Die Weststraße in Lichtenstein ist komplett abgeriegelt. Überall Polizei und Streifenwagen, am linken Straßenrand hat eine Feuerwehr ihre Drehleiter ausgefahren. Im Haus gegenüber suchen bewaffnete Polizeibeamte nach einem jungen Mann. Filmreife Szenen mitten in Lichtenstein.

Am Sonntag mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenstein zu einem besonderen Einsatz ausrücken. Ihr Auftrag lautete: der Polizei bei der Fahndung nach einer per Haft- beziehungsweise Unterbringungsbefehl gesuchten Person Hilfestellung leisten. Die Beamten wollten am Vormittag in einem Mehrfamilienhaus an der Weststraße einen 29-jährigen Mann verhaften, der eine gerichtlich festgesetzte Drogentherapie in einer Klinik antreten sollte - aber dort zum vereinbarten Termin nicht erschienen war. Doch der gesuchte Mann flüchtete.

Als die Polizisten an der Wohnungstür des 29-jährigen Mannes klingelten, machte keiner auf, obwohl die Beamten Geräusche hörten. Ein herbeigerufener Schlüsseldienst öffnete die Türe dann zwar. Aber in der Wohnung befand sich lediglich ein Kumpel des Gesuchten. Der war inzwischen über eine Nachbarwohnung auf das Dach geklettert, um sich der Verhaftung zu entziehen.

Polizisten, die zur Absicherung des Hauses abgestellt waren, bemerkten das von der Straße aus. "Deshalb wurden wir gerufen. Wir sollten der Polizei unter die Armegreifen", erklärte Gemeindewehrleiter René Klein am Montag gegenüber der "Freien Presse". "Aber es ging natürlich nicht darum, uns an der Verfolgung zu beteiligen. Wir sollten vielmehr für Rettungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Es war schon ein besonderer Einsatz", so Klein weiter. Die Freiwillige Feuerwehr war mit insgesamt 14 Leuten im Einsatz. Zwei sogenannte Sprungretter - vier mal vier Meter große und zwei Meter hohe Matten, auf die der Flüchtende hätte unter Umständen springen können - wurden nicht benötigt. Der 29-Jährige war über die Nachbarwohnung wieder in seine eigene Wohnung zurückgeklettert. Dort warteten einige Beamte auf ihn - und die Handschellen klickten.

Allerdings machten die Kameraden auf dem Dach noch einen interessanten Fund: In der Dachrinne hatte der 29-Jährige während der waghalsigen, aber kurzen Flucht noch schnell ein Päckchen versteckt. Die Kameraden nahmen es mit hinunter und übergaben es der Polizei. In dem Päckchen befanden sich Drogen. Polizeisprecher Oliver Wurdak: "Auch in den beiden Wohnungen entdeckten die Beamten noch Drogen, die nun genauer untersucht werden." Außerdem stieß die Polizei in der Wohnung des Gesuchten auf einen weiteren Mann, der ebenfalls Drogen bei sich hatte.

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