Firma hilft 74 Jugendlichen ins Berufsleben

Die IHK hat den Zwickauer Baustoffhändler MTB geehrt. Trotz Corona macht die Firma bei den Azubis keine Abstriche.

Zwickau.

Alina Giese hat schon einiges ausprobiert. Nun hat die Zwickauerin ihren Traumjob gefunden: Die angehende Einzelhandelskauffrau, die sich im dritten Lehrjahr befindet, lässt sich im Unternehmen MTB Marienthaler Baustoffhandel ausbilden. Damit gehört die 18-Jährige zu 74 jungen Leuten, die dort seit 1993 einen Ausbildungsvertrag unterzeichneten. Aus dem Grund hat jetzt Simone Bronsert, Referentin Berufsbildung bei der IHK-Regionalkammer, den 70 Mitarbeiter zählenden Betrieb ausgezeichnet.

Es ist nicht die erste Ehrung dieser Art. "Für dieses Engagement erhielt das Unternehmen bereits 2010 von der IHK die Ehrenurkunde ,Geprüfter und anerkannter Ausbildungsbetrieb'", sagt Bronsert. Daran seien sehr hohe Kriterien geknüpft, die MTB alle erfüllt habe. Zudem unterstütze das Unternehmen die IHK seit Jahren ehrenamtlich in mehreren Ausschüssen, wie zum Beispiel im Einzelhandelsausschuss.

Derzeit befinden sich bei dem Baustoffhändler zehn Jugendliche in einem Ausbildungsverhältnis: für Büro, Verkauf, Lager. Auch wenn die Ausbildung pro Person eigenen Angaben zufolge 45.000 Euro kostet, sei es wichtig, viel Zeit in die Nachwuchsgewinnung zu stecken. Denn: "Der demografische Wandel macht auch um uns keinen Bogen", so Peter Rogsch, Geschäftsführer der Firma MTB, die im Vorjahr einen Umsatz von 15 Millionen Euro erwirtschaftete. Trotz der Coronapandemie will das Unternehmen bei der Ausbildung keine Abstriche machen. Dazu gehören laut IHK auch Volkswagen Sachsen, Deutsche Post sowie der Logistikdienst S & L Kirchberg mit insgesamt 140 Verträgen. Erstmals seien 41 Ausbildungsbetriebe im Kreis Zwickau an den Start gegangen, wie beispielsweise das Restaurant "Altes Palais" in Lichtenstein sowie die Firmen Logiproject UG in Werdau und EKD Montage und Service in Zwickau. Gleichwohl konstatiert IHK-Geschäftsführer Torsten Spranger, dass 14 Prozent weniger Lehrverträge abgeschlossen worden sind. "Das ist in diesen wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten natürlich nachvollziehbar", so Spranger.

Schon deshalb fühlt sich auch Pierre Eisert, der sich zum Einzelhandelskaufmann ausbilden lässt, ebenso bei MTB in guten Händen. Während der 17-jährige Leipziger, der sich im zweiten Lehrjahr befindet und außerdem beim FSV Zwickau kickt, in der Holzabteilung beschäftigt ist, bringt Azubi Giese vor allem Farben und Tapeten an die Kunden. Beiden schätzen das Betriebsklima: "Die Kollegen sind freundlich und helfen weiter, wenn es mal Probleme oder Fragen gibt", sagt Eisert.


566 Unternehmen bilden im Landkreis aus

Auch im Ausbildungsjahr 2019/20 gab es mehr gemeldete Stellen als Bewerber, so die Zwickauer Arbeitsagentur. Dort hatten sich 1444 junge Leute mit einem Ausbildungswunsch gemeldet. Die Firmen im Kreis hingegen hatten 1738 Lehrstellen gemeldet. Ende September waren 185 Ausbildungsplätze unbesetzt. 40 junge Leute hatten zum selben Zeitpunkt noch keinen Lehrvertrag.

Im Bereich der IHK-Regionalkammer bilden 566 Unternehmen aus. Die haben mit 745 Jugendlichen ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen. 338 Azubis erlernen einen gewerblich-technischen, 407 einen kaufmännischen Beruf (Stand Ende September). Die meisten Verträge entfallen auf Metalltechnik (216), Handel (157), kaufmännische Berufe (108), Elektrotechnik (60) und Verkehr (61). (jwa)

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